Philologe: Antike nutzte einheitliches Maßsystem

Ein Philologe behauptet, Sumer, Ägypten, Griechenland und Rom hätten ein gemeinsames anthropometrisches Maßsystem mit dem Menschen (24 Handbreit, 1,80 m) als Einheit genutzt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein Philologe behauptet, die Antike habe ein einziges Maßsystem verwendet

Was wäre, wenn Sumer, Ägypten, Phönizien, Griechenland und Rom nicht jeweils ihr eigenes Maßsystem hatten, sondern eines und dasselbe? Dies ist die These, die seit vierzehn Jahren von einem Philologen und Historiker der Metrologie vertreten wird. Er hat das sogenannte Anthropometrische Maßsystem rekonstruiert, dessen zentrale Einheit – der Mensch – seiner Meinung nach 24 Handbreit oder 1,80 Metern entspricht. Die Theorie, vorgestellt in einem Interview bei Debate Uruguay und einem Vortrag im Ateneo Mercantil de Valencia, besagt, dass dieser gemeinsame Standard in Architektur, Geografie und Astronomie verwendet wurde und seine Spuren sowohl in der Großen Pyramide als auch im Parthenon zu finden sind.

Der Forscher verlangt keinen Glauben, sondern fordert, die Quellen zu lesen. Er zitiert Girard (1809, S. 14), Lepsius (1884, S. 6), Iversen (1975, S. 18-19) und Gros de Beler (2006, S. 103) und behauptet, alle hätten festgehalten, dass der Mensch 24 Handbreit und 1,80 Metern entspreche. Die Arbeit stützt sich auf drei Säulen: Texte, die das System beschreiben, antike Lineale aus verschiedenen Orten und das menschliche Modell als zentrale Einheit, das noch existiert.

Proportion versus Dimension: Der Kern der Debatte

Die Diskussion schnellte bald zu einem grundlegenden Konflikt: Wird architektonisches Design durch Dimensionen oder Proportionen definiert? Eine Seite argumentiert, dass Proportion das Herzstück künstlerischer Schöpfung sei und ein großer Kreis identisch mit einem kleinen sei; nur die Dimensionen variieren, nicht das Verhältnis. Nach dieser Logik funktionieren Tempel oder Statuen über Verhältnisse – 3, 4 und 5 – unabhängig davon, ob die Einheit Handbreit, Elle oder Meter ist.

Die Gegenargumente kommen aus der Baupraxis: Architektur hat einen Nutzen und ein Programm. Ein Sportpavillon von 30x40x10 Zentimetern ist nutzlos; es müssen Meter sein. Proportion ersetzt nicht das Maß, sie benötigt es. Hier greift das Argument des Forschers: In historischen Plänen und Zeichnungen erscheinen Skalen in Toisen und kastilischen Varas, was seiner Meinung nach beweist, dass das Maßsystem Teil des Projektdokuments war.



Pyramide, Königliche Elle und der gemeinsame Standard

Das Design der Großen Pyramide hat unter Experten viel Tinte vergossen. Der Forscher verweist auf ein wichtiges Buch, The Shape of the Great Pyramid, des kanadischen Mathematikers Roger Herz-Fischler, das alle geometrischen Modelle überprüft, die historisch vorgeschlagen wurden, um ihre Form zu erklären. Die Diskussion über Winkel und Abmessungen lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl lösen; hier setzt das anthropometrische System an.

Parallel dazu gibt es eine andere Arbeitslinie: die Existenz eines gemeinsamen Maßes, das babylonische, ägyptische und griechische Systeme verbinden würde, zugeschrieben Louis Chesnut von der American University Milwaukee. Wenn dies wahr wäre, gäbe es einen geteilten Standard zwischen Zivilisationen, die zeitlich und geografisch weit auseinanderliegen, was die These eines einzigen Ursprungs stärken würde. Einige Nachrichten dehnen diese Verbindung bis nach Tiwanaku und zur Osterinsel aus, obwohl der Forscher hier vorsichtig ist: Über Dinge, die er nicht gründlich studiert hat, spricht er lieber nicht.

Pharaonischer Kanon und der Mensch in I, Y und X

Einer der konkretesten Beiträge des Austauschs betrifft den pharaonischen Kanon. Im alten Ägypten, insbesondere bezogen auf den Luxor-Tempel in Karnak, sollen die Ägypter den Menschen aus ihren Messungen ausgeschlossen haben, was erfordert, wie das menschliche Modell in der Praxis angewendet wurde, zu präzisieren. Der Forscher antwortet, dass die Entwicklung des Menschen in I, Y und X in einem Interview für Zona Historia ab Minute 20:45 des ersten Teils erklärt wird.

Die Diskussion berührt auch die historische Überlieferung des Systems. Gegen die Idee, jede Kultur habe ihren eigenen Standard gehabt, verteidigt die These, dass es ein einziges anthropometrisches System gab, das wanderte und erhalten blieb. Das klassische Zitat, das diese Logik zusammenfasst, stammt von Mayora (1855): „Der Mensch ist die Einheit der Maße der Erde und die Erde ist die Einheit der Maße des Universums.“ Erst der Körper, dann der Boden, dann der Himmel.

Vierzehn Jahre, ein Tisch und ein französischer Historiker

Die persönliche Ebene spielt eine Rolle in der Erzählung. Der Forscher behauptet, seit vierzehn Jahren – von 2011 bis 2025 – zu versuchen, die Arbeit bekannt zu machen, leidet seit 2008 unter gesundheitlichen Problemen und beklagt, dass seit 2023 ein französischer Historiker Falschheiten über ihn und seine Forschung verbreite. Er bittet um Hilfe, damit das Material seinen Tisch verlässt, Spezialisten erreicht und viral geht, und bietet seine Academia-Seite mit fast zweihundert thematisch organisierten Artikeln an.

Die Arbeit fand Widerhall in den Medien. Eine Notiz der Journalistin Helen da Silva griff den Vorschlag auf, und ein argentinisches Medium veröffentlichte den Artikel „Vom Vitruvianischen Menschen zur Großen Pyramide: Eine Revolution in der Geschichte der Maße“, angestoßen durch die Entdeckung der Vitruv-Basilika in Fano (Italien). Der Forscher feierte dies als Fortschritt. Auch gibt es Empfehlungen, aus Nischenkreisen herauszutreten und breitere Zielgruppen zu suchen, mit mehr Freundlichkeit und weniger Lärm.

Der skeptische Beobachter

Der häufigste Einwand leugnet nicht die Daten, sondern deren Relevanz. Er besagt, dass etwas, das einen Meter misst, weiterhin einen Meter messen wird, egal wie man es betrachtet, und dass das Maßsystem keine Dimensionen, Proportionen oder Winkel irgendetwas ändert. Aus dieser Perspektive ist es eine gelehrte Kuriosität, nicht eine Erklärung dafür, wie ein Gebäude konstruiert wurde, zu wissen, in welcher Einheit es entworfen wurde.

Der Forscher antwortet mit dem Schema der drei Phasen der Architektur: Entwurf – Maßsystem und geometrische Zeichnungen –, Prozess – Materialien und Techniken – und Ergebnis – fertiges Gebäude und spätere Änderungen. Sein Beitrag liegt in der ersten Phase, und er behauptet, ohne sie sei nicht zu verstehen, wie das Gebäude gedacht war. Die Diskussion bleibt vorerst genau dort: Ob der Entwurf ein Teil des Mysteriums ist oder das ganze Mysterium.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (154 Antworten).

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