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Papst Leo XIV und die Prophezeiung des hl. Malachias: Der 112. und 113.
Leo XIV passt zum 112. Motto des hl. Malachias, während der 113., Petrus der Römer, aussteht. Entscheidend ist die lateinische Lesart.
Leo XIV wäre der 112. Papst des hl. Malachias, der 113. fehlt noch
Wie viele Päpste bleiben laut dem hl. Malachias übrig? Die Antwort hängt davon ab, ob das letzte Motto der Prophezeiung über Petrus den Römer einen anderen Papst meint oder die zweite Hälfte des vorherigen. Die Debatte über die Liste, die dem irischen Erzbischof des 12. Jahrhunderts zugeschrieben wird, flammt mit der Wahl von Leo XIV wieder auf, der dem Motto 112 entspricht: «In persecutione extrema S. R. E. sedebit». Im Zentrum steht die Frage, ob dieser Satz ein Pontifikat unter Verfolgung ankündigt und ob der 113., «Petrus Romanus», noch bevorsteht.
Der Ausgangspunkt ist die Übersetzung aus dem Lateinischen. «S.R.E.» wird als Sancta Romana Ecclesia, die Heilige Römische Kirche, gelesen, und das Verb lässt zwei Deutungen zu: sedebit, er wird sitzen, oder fedebit, er wird stinken. Daher spricht die verbreitetste Interpretation von einem Papst, der inmitten extremer Verfolgung regieren wird. Gegen Leo XIV kursiert der Vorwurf, Missbrauch gedeckt zu haben, eine Anschuldigung, die in dieses Bild der Bedrängnis der Kirche passt.
Das Problem des 112. und 113.
Der Zweifel ist struktureller Natur. Im Originaldokument erscheint der zweite Absatz jedes Papstes innerhalb derselben Zeile, was die Annahme zulässt, dass es sich um zwei unterschiedliche Mottos handelt. Die gegenteilige Lesart verbindet beide Teile zu einem einzigen Satz: «In extremster Verfolgung wird Petrus der Römer sitzen, der die Schafe in vielen Trübsalen weiden wird, nach deren Ende die Stadt der sieben Hügel zerstört wird». Akzeptiert man diese Verbindung, wäre Leo XIV der Letzte und es gäbe keinen separaten 113.
Der vollständige Text des 113. fügt hinzu, dass nach den Trübsalen «ciuitas septicollis diruetur» – die Stadt der sieben Hügel wird zerstört – und der furchtbare Richter sein Volk richten wird. Das Schlusswort lautet: «Finis». Die Liste wurde traditionell als Abfolge von Pontifizes gelesen, die mit einem Hirten namens Petrus endet, was alle möglichen Spekulationen über das Ende genährt hat.
Das Vorbild Franziskus und die Zählung der Pontifikate
Es gibt eine Strömung, die Franziskus von der Liste ausschließt und behauptet, er sei nie gewählter Papst gewesen, was die Nummerierung verschieben würde. Mit dieser Anpassung würde Leo XIV den Platz des 112. einnehmen und der 113. bliebe offen. Dieselbe Strömung beruft sich auf eine dem hl. Franz von Assisi zugeschriebene Prophezeiung über einen Mann, der «nicht kanonisch gewählt» sei und viele in die Irre führen werde.
Der Rest des Materials ist ein Katalog von Vorhersagen über eine Verfolgung der Kirche: die Vision des hl. Pius X. von einem Papst, der zwischen Leichen aus Rom flieht, der dritte Teil des Geheimnisses von Fatima mit einem weiß gekleideten Bischof, der aus einer Ruinenstadt flieht, sowie Warnungen von Nikolaus von Flüe, Bartholomäus Holzhauser oder Anna Maria Taigi über die Flucht des Pontifex und ein Rom ohne Hirten. Nichts davon hat eine überprüfbare dokumentarische Grundlage.
Letztlich funktioniert die Prophezeiung wie ein Rorschachtest: Jeder setzt den Papst ein, der ihm passt, und korrigiert die Zählung, damit es aufgeht. Sicher ist nur, dass das Latein weiterhin zwei Übersetzungen zulässt und das Finis seit Jahrhunderten wartet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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