Nur sechs Beitragsjahre mit 32: Die Illusion der gesetzlichen Rente

Millennials in Spanien haben oft nur sechs Beitragsjahre. Das Rentensystem gilt als nicht tragfähig, daher suchen junge Menschen Alternativen zur öffentlichen Versorgung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nur sechs Beitragsjahre mit 32: Die Illusion der gesetzlichen Rente

Mit 32 Jahren erst sechs Beitragsjahre angesammelt zu haben, ist keine Ausnahme, sondern das Spiegelbild einer Generation, die spät in den Arbeitsmarkt eingetreten ist, Stipendien ohne Sozialversicherungspflicht durchlaufen hat und lange im Ausland oder in der Schattenwirtschaft tätig war. Die Frage, die über jedem Dreißiger schwebt, lautet, ob es sich lohnt, sich auf die Anzahl der Beitragsjahre zu fixieren, wenn der Horizont der öffentlichen Rente unscharf wird.

Die Berechnung des Elends

Mit 32 Jahren und 6 geleisteten Beitragsjahren muss der Durchschnittsarbeiter noch weitere 34 Jahre ununterbrochen arbeiten, um die für eine Regelaltersrente mit 65 erforderlichen 40 Beitragsjahre zu erreichen. Die Mindestrente erfordert jedoch nur 15 Beitragsjahre, sofern zwei davon in den letzten 15 Jahren des Erwerbslebens liegen. Es würde also ausreichen, 13 weitere Jahre vor dem 47. Lebensjahr zu arbeiten und dann zwei Jahre zwischen 52 und 67. Aber dieses Laborszenario ist in der Praxis eine Chimäre: Befristete Verträge, Arbeitslosigkeit und Berufswechsel machen es unmöglich.

Die Generation, die erst mit 27 Jahren anfing, Beiträge zu zahlen – nach langen Studiengängen, Masterabschlüssen und unbezahlten Praktika –, steht vor einer Realität: Die 15 Mindestjahre sind erreichbar, aber die Höhe der Rente wird lächerlich sein. Manche ziehen es vor, gar nicht zu rechnen: „Was nützt es dir, wenn du am Ende nur eine erbärmliche Rente bekommst“, fasst eine verbreitete Meinung zusammen, die den Kollaps des Systems verinnerlicht hat.

Der angekündigte Zusammenbruch

Die Debatte über die Tragfähigkeit der Renten dauert schon Jahre an, aber die Zahlen hier haben ein Verfallsdatum: Um 2040 wird das System drastische Anpassungen erfordern; bis 2060 sprengt jede Prognose den Rahmen. Die aktuelle Ersatzquote – das Verhältnis von Rente zum letzten Gehalt – liegt bei 70 %, aber notwendige Reformen werden sie wahrscheinlich auf etwa 50 % oder weniger senken. Wer heute 32 Jahre alt ist und sechs Beitragsjahre hat, sollte kaum mehr erwarten als eine Leistung nahe am spanischen Mindestlohn (Salario Mínimo Interprofesional), falls das System nicht bereits in ein Modell der Notionalen Konten oder Kapitaldeckung umgewandelt wurde.

Die rationale Strategie: Die Rente vergessen

Angesichts dieser Lage ignoriert ein wachsender Teil der erwerbstätigen Bevölkerung die Beitragszahlung als Variable für die Lebensplanung. „Zahle Beiträge, wenn du arbeiten musst, und vergiss die Rente“, lautet der immer häufiger gegebene Rat. Priorität hat der Aufbau eigenen Vermögens – Wohneigentum, Ersparnisse, Investitionen – und die öffentliche Rente als marginales Extra statt als Grundpfeiler des Ruhestands zu betrachten.

Das Problem ist, dass viele keinen Spielraum zum Sparen haben. Bei Löhnen, die gerade so die Kosten decken, ist Wohneigentum ein Luxus, den man sich nur mit familiärer Unterstützung leisten kann. Und wie ein Kommentar anmerkt, kommt die Erbschaft oft erst, wenn man bereits 60 ist: „Dann bleibt wenig Leben übrig.“

Die Paradoxie der verlorenen Generation

Geboren in den 90ern, hat diese Generation gesehen, wie ihre Eltern nach 35-jährigen Karrieren decente Renten bezogen. Sie selbst werden, wenn überhaupt, kaum die 15 Mindestjahre erreichen. Einige, die gleichzeitig selbstständig und angestellt waren, stellen fest, dass die Sozialversicherung (Seguridad Social) die Zeiträume nicht addiert: Man muss sich für eines der beiden Systeme entscheiden, auch wenn man in beide eingezahlt hat. Andere kehren nach Jahren im Ausland nach Spanien zurück und finden einen Arbeitsmarkt vor, der ihre Erfahrung nicht anerkennt.

Die Schlussfolgerung ist bitter: Sechs Beitragsjahre mit 32 sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach die Realität. Und diese Realität ist ein System, das den unter 40-Jährigen kein würdiges Alter mehr verspricht. Die rationale Strategie besteht darin, mit den Karten zu spielen, die man hat: So viele Jahre wie möglich ansammeln, so viel sparen wie möglich und hoffen, dass der Kollaps nicht zu früh kommt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (150 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver