Nasrallah in Beirut getötet: Region fürchtet totalen Krieg

Reuters: Nasrallahs Leiche ohne sichtbare Wunden in Beirut gefunden. Moody's stuft Israel herab, Europa fordert Flugstopp.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nasrallah in Beirut getötet: Region fürchtet totalen Krieg
Beirut unter Beschuss: Nasrallah tot und die Region am Abgrund

Der erste Bericht der Widerstandskräfte war eindeutig: Der Hisbollah-Führer Hasan Nasrallah sei wohlauf. Stunden später wurde seine Leiche zwischen den Trümmern von Beirut geborgen. Dazwischen liegt ein israelischer Luftangriff, den libanesische Medien als einen radikalen Wandel der Spielregeln bezeichneten, sowie eine unbequeme Frage: Wenn die Führung einer bewaffneten Gruppe angreifbar ist, gilt das auch für die des Gegners. Es ging nicht mehr darum, wer gestorben war, sondern wo die rote Linie verläuft, die niemand überschreiten wollte.

Was über den Angriff auf Nasrallah bekannt ist

Der Anschlag fand in Beirut statt und richtete sich gegen die Hisbollah-Führung. Laut Reuters, die zwei Quellen zitiert, wurde Nasrallahs Leiche aus den Trümmern geborgen ohne sichtbare Verletzungen; die wahrscheinliche Todesursache war die Druckwelle der Explosion. Die Leiche wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte das Ergebnis in einer Stellungnahme als sicher und behauptete, die Organisation sei „ausgeschaltet“.

Das menschliche Ausmaß bleibt ohne gesicherte Zahlen. Neben offiziellen Angaben sprachen einige Meldungen von Dutzenden, Hunderten oder Tausenden getroffenen Zivilisten, eine Größenordnung, die durch überprüfbare Zählungen nicht gedeckt ist. Was sich wiederholt, ist die technische Deutung: die Tage zuvor gesprengten Kommunikationsgeräte, der bunkerbrechende Projektil gegen das vermutete unterirdische Kommandozentrum und das Gefühl, dass der israelische Geheimdienst jede Schicht der Organisation durchdrungen hatte. Manche nennen dies Meisterschaft. Andere nennen es anders.

Warum von einem Regelwechsel im Konflikt gesprochen wird

Der Ausgangspunkt der Diskussion war jenes erste Kommuniqué: Nasrallah lebe. Von dort ausgehend argumentierten die genannten libanesischen Medien, dass das Attentat einen Bruch darstelle und dass ab diesem Moment Netanyahus Leben in Gefahr schweben würde. Dies ist das Argument des unbegrenzten Schlagabtausches: Bisher bewegte sich die israelische Führung in einem Bereich, den der Gegner nicht erreichen konnte; nach dem Angriff auf Beirut wird diese Asymmetrie infrage gestellt.

Parallel setzte sich eine weniger epische Idee durch: Die Befehlskette der Hisbollah endet nicht bei einer Person. Fällt der Führer, rückt ein anderer nach. Was sich nicht durch eine Ernennung ersetzen lässt, sind Raketen und Munition, die weiterhin unterirdisch lagern. Und neben der Dramatik fehlt auch der reine Skeptizismus nicht: die Prognose, dass dies alles nur Feuerwerk und Schlagzeilen bleiben werde, wie so oft.

Wird es eine Bodenoffensive im Libanon geben?

Das Vorbild, das die Vergleiche dominiert, ist das Jahr 2006. Damals marschierte Israel ein und zog sich aufgrund der Verluste zurück. Das jetzt wiederholte Argument lautet, dass die Hisbollah heute stärker sei und über deutlich mehr und bessere Waffen verfüge als die Hamas. Unter dieser Prämisse wäre eine Bodenoffensive ein totaler Krieg mit hohen Kosten an israelischem Leben, sehr unterschiedlich zu einer Luftkampagne über einem blockierten Gebiet.

Der Unterschied zum Gazastreifen läge nicht in der Methode, sondern im Maßstab: Dort wurde die Operation nach Meinung eines Teils der Beobachter zu einer Art Vernichtungsfeldzug mit relativ wenigen israelischen Opfern; hier ist der Gegner besser ausgerüstet und operiert auf vertrautem Terrain. Fast alle Analysen nutzen dieses Vorbild als Warnung, nicht als Prognose.

Die wirtschaftlichen Kosten: Moody's stuft Israel herab

Moody's stufte am 27. September das Kreditrating Israels um zwei Stufen von A2 auf Baa1 herab und behielt den negativen Ausblick bei. Die Agentur war deutlich: „Der Haupttreiber der Herabstufung ist unsere Einschätzung, dass das geopolitische Risiko erheblich gestiegen ist, auf sehr hohe Niveaus, mit materiellen negativen Folgen für die Zahlungsfähigkeit Israels sowohl kurz- als auch langfristig.“

Zu dieser Bewegung kam die luftfahrttechnische Warnung: Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) forderte einen Flugstopp für den Libanon und Israel wegen der Eskalation des Konflikts. Für eine Wirtschaft, die vom ausländischen Kapital lebt, ist die Sperrung des Luftraums ein ebenso beredtes Signal wie jedes offizielle Kommuniqué. Die Aufschlüsselung, wie sich dies auf die Risikoprämie des Landes auswirkt, ist die Art von Rechnung, die man mit konkreten Zahlen vor Augen lesen sollte.

Ablehnung, Unterstützung und eine gespaltene Debatte

Ein Teil der Diskussion applaudierte der Operation ohne Nuancen, mit dem Argument, dass die Eliminierung eines bewaffneten Führers sich nicht von anderen Antiterror-Maßnahmen unterscheide. Ein anderer Teil bezeichnete sie als unverhältnismäßig und betonte, dass die Zivilisten die Kosten tragen. Eine dritte Strömung fragte, warum das Thema in Spanien so viel Interesse wecke: Ob Israel ein Verbündeter sei, ob es Feinde mit Marokko teile, was Madrid gewinne, wenn es Richtung Beirut blicke.

Es kursierte auch die These, dass Israel die Hamas und die Hisbollah finanziert habe, um seine Nachbarn zu schwächen – eine Behauptung ohne Beweis, die von anderen Stimmen widerlegt wird, die an die iranische Unterstützung der libanesischen Gruppe erinnern. Am Rande überschritten einige Meldungen die Grenze zur Lobpreisung von Diktatoren und zu antisemitischen Diffamierungen, Positionen ohne Grundlage, die durch keine Daten gestützt werden. Die aufgeheizte Stimmung erklärt, warum der Ton so schnell entgleist.

Was jetzt passieren kann

Mit identifizierter Leiche des Führers und im Aufbau befindlicher Führung ist das Szenario, das viele Analysen zeichnen, weder Ruhe noch totaler Krieg, sondern eine eskalierende Etappenstrategie: Schläge, Vergeltung und ein Kräftemessen, das sich gleichermaßen auf den Märkten wie an der Front entscheidet. Die eigentliche Ungewissheit ist, wie lange Iran braucht, um seinen Zug zu machen. Niemand, nicht einmal jene, die applaudieren, wagt es, ein Datum festzulegen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (355 Antworten).

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