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Nacho Duato: Sexuelle Übergriffe mit 17, jahrzehntelang verschwiegen
Der Choreograf Nacho Duato berichtet von einer sexuellen Attacke durch einen verstorbenen Schauspieler. Der Täter wurde nie identifiziert.
Nacho Duato schildert sens Übergriffe im Alter von 17 Jahren
Nacho Duato war 17 Jahre alt und gerade in Madrid angekommen, um Vorsprechen zu besuchen, als ihm zufolge ein bereits verstorbener berühmter Schauspieler ihn verprügelte und versuchte, ihn sens zu missbrauchen. Er erzählte dies erst Jahrzehnte später, zusammengefasst in einem Satz, der das ganze Problem beschreibt: „Zu dieser Zeit konnte ich darüber nicht sprechen.“ Die Geschichte nennt den Namen des Täters nicht, löst aber eine Debatte aus, die weit über den konkreten Vorfall hinausgeht.
Was Nacho Duato berichtete und in welchem Kontext es geschah
Der Choreograf datiert die Ereignisse auf seine Ankunft in Madrid, als er ein Teenager war, der an Vorsprechen teilnahm. Laut seiner Darstellung bot der Schauspieler an, ihn nach Hause zu fahren, wobei die Situation unterwegs in einen Übergriff mündete. Duato betont, dass dieser Vorfall kein Einzelfall war: Er beschreibt ein Ökosystem, in dem „der Produzent, oder sonst ein Techniker, oder sonst jemand... dich haben wollte“. Ein Muster, das in seinem Bericht für alle, die sich auf der Bühne einen Weg bahnen wollten, eher die Regel als die Ausnahme war.
Warum der beschuldigte Schauspieler nicht identifiziert werden kann
Der mutmaßliche Täter war zum Zeitpunkt der öffentlichen Aussage bereits verstorben, und sein Name ist nie bekannt geworden. Das macht jede Liste möglicher Kandidaten zu reiner Spekulation. Das Fehlen einer Identifikation hat alle möglichen Gerüchte über Schauspieler jener Ära genährt, doch keine davon wird durch Beweise gestützt. Ohne Namen, ohne Anzeige und ohne eine lebende Person, gegen die sich die Anschuldigung richten könnte, bleibt der Fall bei der Zeugenaussage: entscheidend für das Verständnis eines Klimas, aber unmöglich vor Gericht zu bringen.
Das Madrid der Vorsprechen: Gefälligkeiten, Macht und Schweigen
Die Erzählung passt zur Beschreibung einer Branche – der Unterhaltungsindustrie der Siebzigerjahre –, in der der Zugang zu Rollen durch das Filtern der Entscheidungsträger lief. Es wird behauptet, das Ballett habe eine wenig eingestandene Tradition des Mäzenatentums mit sich getragen, bei der wohlhabende Herren junge Tänzerinnen aus bescheidenen Verhältnissen patronierten. Der Unterschied hier ist doppelt: Das Opfer war ein 17-jähriger Junge und der Täter, stets laut seiner Version, jemand mit der Macht, über seine Zukunft zu entscheiden. Das Schweigen war nicht nur Scham; es war Kalkül.
Warum es jetzt erzählt wird und nicht früher
Hier beginnt das Unbequeme. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass eine Anzeige Jahrzehnte später, wenn der Täter bereits tot ist, der Glaubwürdigkeit des Zeugnisses schadet und den Beschuldigten vor jeglichen Konsequenzen bewahrt. Die wiederkehrende Antwort lautet, dass das Schweigen der Opfern seinen eigenen Regeln folgt und dass man, wer spät spricht, damit reproduziert denselben Mechanismus, der sie zum Schweigen gezwungen hat. Die Parallele zu anderen späten Anzeigen gegen verstorbene oder hochbetagte Persönlichkeiten ist unvermeidlich. Der Maßstab scheint je nachdem, auf wen er angewandt wird, nicht derselbe zu sein.
Der doppelte Standard, der diskutiert wird
Eine der am häufigsten genannten Linien weist darauf hin, dass öffentliche Ächtung besser funktioniert, wenn der Beschuldigte dem Profil des üblichen Räubers entspricht. Wenn die Anschuldigung zwischen Männern erfolgt und zudem in einem Sektor, der durch Mäzenatentum und Gaiität geprägt ist, wird derselbe Mechanismus unbequem. Die Frage, warum Duato den Namen nicht nennt, hat eine wiederkehrende Antwort: Wer zeigt, setzt sich der Gefahr aus, dass der Schlag zurückkommt.
Ob legitim oder verspätet, glaubwürdig oder verdächtig, das Zeugnis bleibt genau dort stehen, wo die Geschichte ins Stocken gerät. Ohne Namen, ohne Verfahren und ohne jemanden, der antworten kann. Ein halbes Jahrhundert später ist die einzige Gewissheit, dass das System, das er beschrieb, weiterhin keine Rechenschaft ablegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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