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Murcia: Schließbefehl für abgebrannte Clubs seit 2022 ignoriert
In Murcia starben 13 Menschen bei Bränden in den Clubs Teatre und Fonda Milagros. Ein behördliches Nutzungsverbot aus dem Januar 2022 war nie durchgesetzt worden.
Murcia ordnete 2022 die Schließung der lizenzlosen, abgebrannten Clubs an
Es gibt ein Dokument vom 10. Januar 2022. Darin befiehlt ein Stadtplanungsstadtrat von Murcia die Einstellung des Betriebs einer Diskothek, da die Umbaumaßnahmen als wesentlich gelten und eine neue Lizenz erfordern. Achtzehn Monate später füllte sich dieser Laden – und der nebenan – an einem Samstagabend und brannte. Mindestens dreizehn Menschen kamen ums Leben. Die Anordnung war immer noch nicht vollzogen.
Hier liegt der Kern der Sache. Nicht dass es eine Diskothek ohne Lizenz gibt – wie im Thread behauptet wird, gebe es tausende –, sondern dass die Verwaltung Bescheid wusste, dies schriftlich festgehalten hatte und keinen Finger rührte, um sie zu schließen. Teatre und Fonda Milagros liefen normal weiter; laut Teilnehmern mit Werbung für „Remember“-Partys in der ganzen Stadt und in einem Vergnügungsviertel, das jedes Wochenende von der Stadtpatrouille kontrolliert wird. Wer behauptet, niemand habe etwas gewusst, hält alle für Dummköpfe.
Der Schließbefehl vom Januar 2022, den niemand ausführte
Das Verfahren beginnt am 10. Januar 2022. Der damalige Stadtplanungsstadtrat ordnet die Betriebseinstellung an, weil die Änderung des Lokals als wesentlich eingestuft wurde und eine neue Lizenz erforderlich machte. Monate später leitet das Unternehmen Schritte zur Legalisierung seiner Situation ein. Und dort verliert sich die Spur im administrativen Labyrinth, das mit dreizehn Toten endete.
Niemand prüfte erneut, ob das Lokal geschlossen hatte. Kein Besuch. Keine Versiegelung. Keiner der grundlegenden Checks, die man bei einer Bar machen würde, die vier Tische zu viel auf dem Bürgersteig stellt. Das Papier wurde bearbeitet, archiviert und man servierte anderthalb Jahre lang weiter Getränke.
Die Schließung nur telefonisch und ohne Vor-Ort-Kontrolle mitgeteilt
Hier kommt das Detail, das verwirrt: Laut einem im Umlauf befindlichen Bericht im Thread kommunizierte der Inspektor die Schließungsanordnung telefonisch oder per E-Mail mit der Diskothek. Er akzeptierte die Erklärungen des Lokals, das angab, sich im Prozess der Legalisierung zu befinden. Kein städtischer Inspektor kam vor Ort vorbei, um zu prüfen, ob der Laden noch offen war.
Das Rathaus bestätigte später, dass das Verfahren hätte durchgeführt werden müssen, auch wenn der Inhaber parallel andere Schritte eingeleitet hatte. Das heißt: Das Gesetz ließ keine Abkürzung zu, aber jemand nahm sie. Wie viele weitere Lokale wurden mit einem Anruf und einem Versprechen geschlossen?
Beamte suspendiert und vier Versiegelungen in zwei Tagen
Die Reaktion kam mit der Geschwindigkeit, die zuvor gefehlt hatte. Das Rathaus suspendierte vorsorglich die Beamten, die am Verfahren beteiligt waren, und ordnete eine Überprüfung der administrativen Situation aller Vergnügungslokale der Gemeinde an. Die Stadtpolizei versiegelte vier Nachtklubs innerhalb weniger Stunden. Der Vertreter eines davon beteuerte, dass die Stadtplanung zwei Tage zuvor mitgeteilt habe, sie könnten ihren Betrieb fortsetzen.
Der Dominoeffekt war sofort: Madrid kündigte an, zu überprüfen, ob Lokale ihre Schließungsanordnungen befolgen. Das heißt, bis dahin hatte man dies nicht überprüft. Laut Kommentaren im Thread schlossen sich Valencia, Barcelona und Sevilla der Überprüfung an. Am Ende fasste ein Teilnehmer zusammen: „Kein Unglück, das nicht auch sein Gutes hat.“
Wer zahlt die Entschädigungen für die Opfer?
Die dreizehn Todesopfer hatten die nicaraguanische, kolumbianische und ecuadorianische Staatsangehörigkeit. Was das Geld angeht, so behaupten einige im Thread, dass keine Versicherung einen Betrieb, der gegen eine Betriebseinstellungsanordnung verstieß, normal decken werde, und dass die Rechnung voraussichtlich beim Steuerzahler in Murcia als subsidiär Haftendem landen wird. Die Stadträte werden sie nicht zahlen und wahrscheinlich auch nicht die Inhaber.
Über die Eigentümer kursieren unbestätigte Versionen: Es wird spekuliert, dass einer der Verantwortlichen nicht mehr in Spanien sei und ein anderer ins Gefängnis gegangen sei, nachdem er seine Zahlungsunfähigkeit erklärt hatte. Keine dieser Aussagen ist öffentlich belegt, aber das Muster, auf das einige Teilnehmer hinweisen – Geschäft ohne Lizenz, kein sichtbares Vermögen – ist typisch dafür, dass die Opfer niemanden haben, an den sie sich wenden können.
Wie viele Lokale arbeiten in Murcia ohne Lizenz?
Das Rathaus selbst gab später zu, dass es in den Gebieten Atalayas und Mariano Moreno, letzteres die „After-Hours-Meile“, mehr Vergnügungslokale ohne Betriebslizenz oder mit Schließungsanordnung gibt; dort treffen sich um neun Uhr morgens Kunden des Supermarkts und Partygänger, die aus der Nacht kommen. Die Frage, wie viele es genau sind, bleibt offiziell unbeantwortet.
Und es ist kein Problem, das nur Murcia betrifft. Wie einige Teilnehmer betonen, verzögern Rathäuser Genehmigungen über Jahre hinweg, was ihnen ermöglicht, für nichts verantwortlich zu sein, und Inspektionen finden erst statt, wenn die Katastrophe passiert ist. Brandschutzvorschriften in angebauten Hallen sind teuer und schwer einzuhalten; der Anreiz, sie nicht einzuhalten, ist dagegen billig.
Anderthalb Jahre Telefonverfahren und achtundvierzig Stunden TV-Versiegelungen. Die Frage ist nicht mehr, warum Teatre und Fonda Milagros brannten, sondern wie viele Lokale heute Abend in Spanien noch geöffnet sind, während eine Schließungsanordnung in einer Schublade liegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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