Mormonen bieten kostenlose Englischkurse als Werbestrategie an

Die Mormonen bieten kostenlose Englischkurse an, um neue Mitglieder zu gewinnen. Eine Strategie mit katholischen Vorbildern aus den 90er Jahren, die Sprache gegen Glauben tauscht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kostenlose Englischkurse: die neue Anwerbetaktik der Mormonen

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, umgangssprachlich als die Mormonen bekannt, hat eine Kampagne mit kostenlosen Englischkursen gestartet. Das ist keine philanthropische Neuheit: Es ist eine Missionierungsstrategie mit jahrzehntelanger Tradition. In den 1990er Jahren nutzten katholische Gemeinden in Großbritannien denselben Köder, um Einwanderer und ausländische Studierende anzuziehen. Die Formel ist einfach: eine hochwertige Dienstleistung (Englischkenntnisse öffnen berufliche und gesellschaftliche Türen) im Austausch für einen ersten Kontakt mit der Lehre.

Der wirtschaftliche Wert einer Sprache
Englisch zu können ist kein Luxus: Es ist eine funktionale Notwendigkeit auf dem globalen Arbeitsmarkt. Wer es nicht spricht, verliert Gehalts- und Mobilitätschancen. Deshalb sind kostenlose Kurse für viele ein unwiderstehliches Einstiegstor. Die mormonische Organisation verbirgt ihr Ziel nicht: Die Teilnehmenden landen am Ende bei der Messe oder bei Gemeindeaktivitäten. Es ist ein Tauschgeschäft: Wissen gegen religiöse Konfrontation.

Ein sich wiederholendes Muster
Die Taktik ist nicht auf die Mormonen beschränkt. In den 1990er Jahren boten katholische Pfarreien in britischen Universitätsstädten Englischkurse im Austausch für die Teilnahme am Gemeindeleben an. Das Ergebnis war ähnlich: Gewinnung von Gläubigen unter der fluktuierenden Bevölkerung aus Studierenden und Saisonarbeitern. Der Unterschied heute sind die Größenordnung und der Einsatz von Werbeanzeigen in sozialen Medien, in denen junge Menschen auftreten.

Die Rechnung ist kalt: Die Kosten für einen Lehrer und einen Raum sind minimal verglichen mit dem Ertrag eines neuen Mitglieds, das jahrzehntelang den Zehnt zahlt. Die Frage ist, ob sich der durchschnittliche Teilnehmer des Tauschhandels bewusst ist oder ob das Bedürfnis, Englisch zu lernen, jede Vorsicht trübt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (38 Antworten).

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