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Montoro angeklagt wegen Steuerermäßigungen für Unternehmen
Ein Gericht in Tarragona erhebt Anklage gegen Cristóbal Montoro und sein Team wegen einer mutmaßlichen Absenkung der Unternehmenssteuern um 85 Prozent.
Ein Gericht in Tarragona, nicht der Nationalgerichtshof. Das ist das erste Detail, das verwirrt. Der Ermittlungsrichter Nummer 2 dieser Provinz erhebt Anklage gegen Cristóbal Montoro, den ehemaligen spanischen Finanzminister (PP), und die leitenden Angestellten seiner früheren Kanzlei, weil sie angeblich von Ministerium aus eine „kriminelle Organisation“ geleitet haben, um Gesetze und Vorschriften gegen wirtschaftliche Vorteile zu ändern. Die Benachrichtigung betrifft laut Beschluss 28 Personen und sieben Straftatbestände. Der Fall erstreckt sich über den Zeitraum von 2011 bis 2019.
Der im Aktenstück beschriebene Mechanismus ist kein Umschlag in einer Schublade. Es ist Gesetzgebung: Eine Norm ändern, damit ein Sektor weniger zahlt, und dabei kassieren.
Was der Finanzgruppe vorgeworfen wird
Der Ermittlungsrichter ordnet an, die Untersuchung ehemaligen hochrangigen Beamten des Ministeriums, den Leitern der Kanzlei Equipo Económico und mehreren Unternehmen mitzuteilen. Sieben Straftatbestände. Eine Struktur mit Abteilung, Beratern und Kunden, so der Beschluss, kein Einzelfall. Laut dem Bericht deckte der ABC-Journalist Javier Chicote dies auf; einige schätzen, dass 87 hohe PP-Funktionäre in Soto del Real ihre Haftstrafen verbüßen, auch wenn dieser Vergleich wenig hilft, wenn es darum geht, ob dieser Fall vor Gericht kommt.
Montoro erschien kürzlich vor dem Untersuchungsausschuss zur Operation Katalonien. Wer die Sitzung verfolgte, sagt, er habe den Saal verlassen wie jemand, der weiß, dass er außer Reichweite ist. Dieses Gefühl ist heute das Hauptargument der Skeptiker: die Überzeugung, dass ihm nichts passieren wird.
Die 85-prozentige Steuerermäßigung und die 679.000 Euro von Codere
Die Zahlen sind das Unangenehmste am Dossier. Die Gruppe soll die Steuern für die beteiligten Unternehmen um 85 Prozent gesenkt haben, basierend auf den Unterlagen des Falls. Codere, das größte Wettunternehmen Spaniens, zahlte 679.000 Euro an die von Montoro gegründete Kanzlei, während wichtige Vorschriften für Online-Glücksspiel verhandelt und angewandt wurden; laut dem Bericht fiel die Mehrwertsteuer nach dieser Beratung auf 0,10 Prozent. Damals war Rafael Catalá Vorstandsmitglied des Unternehmens.
Die aggregierte Auswirkung wird in Milliarden gemessen. Die mit dem Fall verbundenen Unternehmen hätten seit 2014 fast 1 Milliarde Euro durch steuerliche Vergünstigungen eingespart, die vom Finanzministerium errungen wurden. Allein die Stromsteuer ließ je nach Schätzung zwischen 50 und 136 Millionen Euro jährlich uneingezogen. Galizien, damals von Feijóo regiert, taucht in den Akten auf wegen der möglichen Forderungen der Regionen. Die vollständige Aufschlüsselung Posten für Posten sollte man ganz lesen: Die Summe wirkt dann nicht mehr wie eine buchhalterische Anekdote.
Sechzehn Briefkastenfirmen und Fonds nach Irland
Die Ermittlungen identifizieren 16 Instrumentalfirmen ohne Mitarbeiter, Tätigkeit oder bekannten Sitz, die mit den Partnern der Kanzlei verbunden waren. Sie hätten gedient, um Gelder aus der angeblich illegalen Tätigkeit nach Irland, Luxemburg oder Italien zu leiten und zu verstecken, und erhielten auch Einnahmen aus Kolumbien, Panama oder Großbritannien.
Die Staatsanwaltschaft sucht Strohmänner und stieß auf Immobilienvermögen: 543 Hektar Landgüter, erworben von Ricardo Romero de Tejada, dem ehemaligen Generalsekretär der PP in Madrid, der Protagonist des Tamayazo-Skandals war, dessen Tochter bei Equipo Económico arbeitete. Die spanische Steuerverwaltung behauptet zudem, Montoro habe seine Anteile an der Kanzlei zu einem unrealistischen Preis verkauft, und stellt fest, dass die Firmen seiner Partner keinerlei Aktivität hatten. Dies sind Indizien in einem noch laufenden Ermittlungsverfahren.
Das Formular 720 und das Gesetz, das die Schulden absicherte
Für viele liegt der Schaden nicht im Beschluss. Er liegt in zwei Normen. Die erste ist das Formular 720, die Erklärung ausländischer Vermögenswerte, mit einem als konfiskatorisch beschriebenen Sanktionsregime, das Steuerpflichtige nach Jahren von Prüfungen, Einsprüchen und Prozessen dazu trieb, das Land zu verlassen. Manche gewannen alle Verfahren beim TEAR (Tribunal Administrativo Regional) und mussten dennoch ihr Leben außerhalb Spaniens wieder aufbauen.
Der andere Text kam früher: August 2011, als PP und PSOE die Verfassung reformierten, um die Schuldentilgung über Renten, Beamtengehälter und Sozialausgaben zu stellen. Dies war der Rahmen für die härtesten Haushalte der jüngeren Geschichte, mit 50.000 Zwangsräumungen, dem Höchststand der Arbeitslosigkeit und einer Zahl, die Carlos Sánchez Mato zugeschrieben wird: 140 Milliarden Euro spanischer Gelder auf Konten in Liechtenstein, die damals unerklärt blieben.
Der harte Kern kehrt zur PP zurück
Feijóo hat den harten Kern von Montoro in sein Wirtschaftsteam zurückgeholt: Die ehemaligen Staatssekretäre Ferre, Fernández Currás und Nadal arbeiten an der Gestaltung des Steuerprogramms. In Madrid steht Ayuso im Fokus eines Berichts der Antikorruptionseinheit der Mossos d'Esquadra, der auf 2 Millionen Euro hinweist, die von einer Einrichtung der Autonomen Gemeinschaft Madrid an Montoros Firma gezahlt wurden, sowie auf ein Gehalt aus öffentlichen Mitteln für Catalás Sohn.
Der Beschluss spricht von einer Organisation innerhalb eines Ministeriums. Die politische Antwort war bisher ein Steuerprogramm, entworfen vom harten Kern des Ex-Ministers.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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