Meine Brüste sind meine beste Waffe

Femen wurde 2008 in Kiew gegründet und nutzt Nacktheit als Protestform. Die Ukraine hat die höchste HIV-Rate Europas: 1,1 % der Bevölkerung sind infiziert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Femen ist eine Gruppe ukrainischer Aktivistinnen, die 2008 in Kiew gegründet wurde und Nacktheit als Protestmittel gegen Sens und Menschenhandel sowie für das Recht auf Abtreibung einsetzt. Ihre jüngste Aktion war ein Versuch, den in Kiew auf dem Unabhängigkeitsplatz ausgestellten EM-Pokal zu stehlen.

Die Gruppe **Femen** entstand **2008** in **Kiew**. Sie besteht überwiegend aus Frauen Anfang zwanzig, und ihr Motto lautet: „Die Ukraine ist kein Bordell, und ihre Frauen sind keine Huren." Sie beschreiben sich selbst als potenziell gefährlich und zögern nicht, sich auszuziehen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Ihre jüngste Aktion war ein Versuch, den EM-Pokal zu stehlen, der auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew ausgestellt war. Nach Angaben der Organisation wird die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine den Sens in beiden Ländern zusätzlich fördern.

## Prostitution, HIV und Menschenhandel in der Ukraine

Die französische Zeitung **Le Monde** berichtete unter Berufung auf den neuesten Bericht der französischen NGO **Alliance contre le VIH/SIDA**, dass die Ukraine das europäische Land mit der höchsten HIV-Quote ist: **1,1 %** der Bevölkerung tragen das Bicho. In Kiew sind **24 %** der Prostituierten infiziert. In **Donezk**, der zweitgrößten Stadt des Landes, liegt die Zahl bei fast **38 %**.

Die Aktivistinnen sind der Ansicht, dass die Politiker das Problem ignorieren, weil es ihnen nicht passt. Eine ihrer bekanntesten Mitglieder, **Inna Shevchenko**, erklärte am Telefon, sie vertreten all jene Frauen, die von den Dörfern nach Kiew kommen, von einer Mafia angelogen, sie würden in Hotels als Putzfrauen arbeiten, und in Wirklichkeit zur Prostitution auf der Straße gezwungen werden.

Shevchenko ist **22 Jahre** alt und studiert Journalismus. Sie ist sehr groß, fast **1,80**, mit langen platinblonden Haaren. Sie trägt ohne Zögern einen Blumenkranz, ein nationales Symbol der ukrainischen Frauen, und zeigt bei jedem Ausziehen ihr großes Tattoo an der linken Seite des Oberkörpers. „Ich weiß, dass mich Männer auf der Straße ansehen, ich bin wunderschön, und das weiß ich. Ich will Aufmerksamkeit erregen, und genau darum geht es", sagt sie. Sie macht deutlich, dass der Körper einer ukrainischen Frau viel Geld wert ist, warnt aber: „Niemand soll sich täuschen, ich bin nicht nur eine femme fatale, sondern ein topless warrior." Diesen Begriff hat die Organisation als ihr Markenzeichen geprägt.

## Wie sie sich vor jeder Aktion organisieren

Nicht alle Aktivistinnen wohnen in Kiew. Einige leben in anderen Städten wie **Lwiw** im Osten des Landes. Sie koordinieren sich mit zwei Handys und einem Computer, um ihren nächsten Coup vorzubereiten. Je nachdem, wo ein Ereignis stattfindet, treffen sich diejenigen, die am nächsten sind, Stunden zuvor, um ihre Brüste in den Farben der ukrainischen Flagge, Blau und Gelb, zu bemalen und mit Pinsel und schwarzer Farbe Parolen auf ihren Oberkörpern zu schreiben.

Wenn sie bereit sind, stellen sie sich auf die Veranstaltung, Zeremonie oder Feier, mischen sich unter die Anwesenden und ziehen im unerwartetsten Moment ihren Slip aus, unter den fassungslosen Blicken von Politikern, Polizisten oder Passanten. Das Ziel ist erreicht: Fünf Minuten nach ihrem Auftritt sind sie bereits ein Trendthema.

Femen ist für die ukrainischen Polizisten zum Albtraum geworden, weil sie immer in den unpassendsten Momenten auftauchen. Sie sind hineingeplatzt, während der ehemalige ukrainische Präsident **Wiktor Juschtschenko** aussagte, haben sich nur wenige Meter von **Wladimir Pilingui** während der russischen Wahlen entkleidet, sich an den Toren des russischen Gaskonzerns **Gazprom** angekettet, protestiert, als die neue rein männliche ukrainische Regierung vereidigt wurde, und sind auf den Glockenturm der **Sophienkathedrale**, einer der wichtigsten Kirchen der Ukraine, geklettert.

## Der Preis des Protests an einem Kultort

Diese letzte Aktion, gegen den Gesetzentwurf, den das ukrainische Parlament angenommen hat und der in den kommenden Monaten Abtreibungen im Land verbieten würde, hat ihnen ein Strafverfahren der Behörden ihres Landes eingebracht, weil sie illegal an einem Kultort demonstriert haben. Die Strafe, mit der sie rechnen müssen, beträgt **fünf Jahre** Haft.

„Die Ukraine ist ein sozial konservatives und sehr religiöses Land. Deshalb bringt das plötzliche Auftauchen einer Nackten, die nicht von der ukrainischen Patriarchatsgesellschaft kontrolliert wird, die Männer aus der Fassung", erklärt lachend eine andere Aktivistin, **Tatyana Zacerkovnaya**, eine **22-jährige** Malerin.

Von der politischen Klasse und der orthodoxen Kirche öffentlich kritisiert und von den Komikern des Landes parodiert, sind sie für die jüngeren Generationen Revolutionärinnen. „Sie kämpfen gegen die Prostitution und gegen jede Tyrannei, die die Frau unterdrückt", ist einer der tausenden Kommentare, die ihre fast **5.000** Twitter- und Facebook-Fans auf den offiziellen Seiten der Organisation schreiben.

Der mediale Erfolg hat Femen dazu gebracht, sich auch über die ukrainischen Grenzen hinaus zu mobilisieren. Sie haben ihre Forderungen gegen sens Gewalt in **Bulgarien**, der **Türkei** und **Brasilien** verbreitet und sind sogar bis zum **Vatikan** gereist, um von **Papst Benedikt XVI.** zu verlangen, sich öffentlich für die Rechte der Frauen auszusprechen. „Wir sind keine Wesen zweiter Klasse und keine Fleischstücke. Wir sind Frauen, die für ihre Unabhängigkeit und ihre Rechte kämpfen", schließt Inna Shevchenko.

Dieser Artikel behandelt Aktivismus und Rechte und stellt keine rechtliche oder medizinische Beratung dar. Wenden Sie sich bei Fragen zu Gesundheit oder einem Gerichtsverfahren an eine Fachkraft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

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