Maut am Guadarrama: 17,80 € zahlen oder über den Puerto del León fahren
Eine Hin- und Rückfahrt zwischen Salamanca und Madrid über die Autobahn AP-6 kostet 17,80 Euro. Das ist der Ausgangspunkt einer Diskussion, die unter Vielfahrern dieser Strecke seit Jahren schwelt. Die Alternative ist ein Umweg über den Puerto del León, eine Nationalstraße mit Kurven und Steigungen, die – so die gängige Rechnung – die Fahrt um etwa 20 Minuten verlängert, aber die Maut in der Tasche lässt. Die Ersparnis ist nicht nur die Maut: Auch der Kraftstoffverbrauch ändert sich. Mit 110 km/h auf der Schnellstraße liegt der Verbrauch bei rund 5,2 Litern auf 100 km, auf der Nationalstraße mit 90 km/h sinkt er auf 3,6 Liter. Die Frage ist, ob diese 20 Minuten 17,80 Euro wert sind.
Die Ersparnisrechnung: Maut gegen Kraftstoff
Die Rechnung der Befürworter des Passes ist einfach. Wenn die Maut für die gesamte Strecke 17,80 Euro kostet und der zusätzliche Kraftstoff für die Passfahrt und die Nationalstraße weniger ausmacht, ist die Nettopersparnis positiv. Der Verbrauch auf der Schnellstraße bei 110 km/h liegt bei 5,2 Litern auf 100 km, auf der Nationalstraße bei 90 km/h fällt er auf 3,6 Liter. Der Verbrauchsunterschied gleicht nach dieser Analyse den zusätzlichen Bremsverschleiß und die verlorene Zeit aus. Die Mautstelle San Rafael, mit rund 4 Euro, wird als Mittelweg dargestellt: Man nimmt die Autobahn nur für den Tunnel und umgeht das teuerste Kilometerstück Spaniens, so die Argumentation.
Manche rechnen weiter und kommen zu dem Ergebnis, dass diese 20 Minuten Differenz, umgerechnet in Arbeitsstunden, mehr kosten als die Maut. Der Vergleich ist direkt: Wie viele Stunden muss man arbeiten, um 17,80 Euro zu verdienen? Bei niedrigem Stundenlohn kippt die Waage zugunsten des Passes. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, ergibt eine überraschende Differenz, die sich in der Originalquelle nachvollziehen lässt.
Die Gefährlichkeit des Passes: Schnee, Eis und Lkw
Der Puerto del León ist keine Autobahn. Er hat Kurven, Steigungen und im Winter Schnee und Eis. Ein Bericht erinnert an eine Februarnacht mit -15 Grad, einen Unfall kurz vor dem Anstieg und einen eigenen Dreher bei zu schnicher Kurvenfahrt. "Das würde ich niemandem empfehlen", lautet das Fazit. Der Winterschnee wird immer wieder als Nachteil genannt. Auch die Lkw, wobei in diesem Fall angemerkt wird, dass auf der Hin- und Rückfahrt nur einer überholt wurde. Die Gefährlichkeit ist nicht nur wetterbedingt: Das Fahrverhalten anderer auf einer Nationalstraße ist weniger vorhersehbar als auf einer Schnellstraße.
Dem halten die Befürworter des Passes entgegen, die Straße sei in gutem Zustand, auf einigen Abschnitten mit drei Spuren, und das Risiko lasse sich mit Vorsicht beherrschen. Die Tunneloption rechtfertigt sich bei Schnee oder nachts, aber nicht als Regel. Die Entscheidung, so heißt es, hänge vom Wetter, der Uhrzeit und den Mitfahrern ab.
Die teuerste Maut pro Kilometer in Spanien
Der Abschnitt der AP-6 zwischen San Rafael und dem Guadarrama-Tunnel gilt als einer der teuersten pro Kilometer im Land. Der Vergleich mit dem Rest der Autobahn verstärkt diesen Eindruck: Dieselbe Strecke, einige Kilometer früher oder später, kostet proportional weniger. Die Konzession wurde bis 2050 verlängert, so die Behauptung, womit jede Hoffnung auf Mautfreiheit in ferne rückt. Die Autobahn wurde von einem Unternehmen gebaut, das sie bis zum Jahr 2000 betreiben sollte, wonach sie an den Staat übergehen und mautfrei werden sollte – doch in Wirklichkeit wurde die Konzession verlängert, und die Maut gilt weiterhin.
Die kostenlose Alternative ist die parallel verlaufende Nationalstraße. Wer sie regelmäßig nutzt, betont, dass der Umweg über San Rafael es erlaubt, die Autobahn nur für den Tunnel zu nutzen, und dabei rund 4 Euro statt der 8,90 Euro für die Gesamtstrecke zu zahlen. Diese Ersparnis von fast 4 Euro pro Strecke reicht vielen als Rechtfertigung für den Umweg.
Die Route über Ávila oder Tordesillas: Der Wegediskurs
Über die Maut hinaus dreht sich die Diskussion darum, welche Route zwischen Madrid und Zamora oder Salamanca die beste ist. Eine Option ist die Fahrt über Ávila, mit 170 Kilometern Schnellstraße von dort bis Zamora. Eine andere führt über Tordesillas, mit weniger Kilometern, aber mehr Nationalstraße. Die Rechnungen variieren je nach Start und Ziel. Die Route über Guadarrama und Tordesillas umfasst 256 Kilometer und 2 Stunden 45 Minuten, so eine Schätzung. Die Route über Ávila hat dagegen 270 Kilometer, aber mehr Schnellstraße. Der Unterschied liegt darin, ob man Zeit oder Kosten priorisiert.
Wer aus Segovia kommt, für den ist die alte Straße nach San Rafael und dann die Nationalstraße zum Pass die direkteste Option, mit 1 Stunde 32 Minuten. Die Alternative über Villacastín kostet 11 Minuten mehr und einen erheblichen Umweg. Das Fazit lautet: Es gibt nicht die eine Route – es hängt davon ab, woher man kommt und wohin man will.
Der Puerto de Navacerrada: eine weitere Option nach Madrid
Von Segovia aus ist der Puerto de Navacerrada ein weiterer Weg nach Madrid. Er führt an La Granja vorbei und steigt zum Pass hinauf, bevor er nahe Torrelodones oder Galapagar auf die Schnellstraße trifft. Es ist ein anspruchsvollerer Weg mit mehr Kurven, aber auch schöner. Er lohnt sich nur, wenn man die Landschaft genießen oder in La Granja anhalten will, so die Warnung. Für regelmäßige Fahrten bleibt der Puerto del León oder die Autobahn die effizienteste Option.
Die Verwechslung zwischen dem Puerto de Navacerrada und dem Puerto del León ist häufig. Der Puerto del León, auch Guadarrama-Pass genannt, ist der, den man auf der Fahrt von Segovia nach Madrid über die Nationalstraße passiert. Der Puerto de Navacerrada ist die landschaftlich schönere, aber unpraktischere Alternative.
Mit diesen Zahlen scheint die Entscheidung klar für alle, die ihre Zeit über Geld stellen. Aber die Ersparnis von 17,80 Euro pro Strecke, über ein Jahr summiert, ergibt einen keineswegs zu vernachlässigenden Betrag. Die offene Frage lautet: Wie viele Lebensminuten kauft man sich mit dieser Maut? Die Antwort hängt, wie fast immer, vom jeweiligen Gehalt ab.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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