Master ersetzt Beamtentests in Spanien

Spaniens Digitalministerium plant einen kostenlosen Master als Zugangsweg für höhere Beamtenstellen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Master ersetzt Beamtentests in Spanien
Der zweijährige Master, der die Prüfungen A1 und A2 ersetzen soll

Das von Óscar López geleitete Ministerium für Digitale Transformation schlägt einen kostenlosen zweijährigen Master vor, um Zugang zu den Stellen der Gruppen A1 und A2 der öffentlichen Verwaltung zu erhalten. Die besten akademischen Abschlüsse würden direkt eingestellt; der Rest bekäme einen Postgraduierten-Titel. Die Paradoxie ist unbequem: Dem System, das man ersetzen will, wird vorgeworfen, jahrelanges reines Auswendiglernen zu verlangen, während der Ersatz genau deshalb hinterfragt wird, weil er von Bewertungen abhängt, die jemand vergeben muss. Dort liegt der Knackpunkt.

Was die Regierung für den Einstieg in den öffentlichen Dienst vorschlägt

Der Ansatz wird mit Geld und Zeit begründet. Im Gegensatz zu den Jahren des Studiums ohne finanzielle Unterstützung, die heute die Vorbereitung auf eine Prüfung erfordert, sucht das Ministerium nach einem alternativen Weg: Ein kostenloser zweijähriger Master, der den besten Noten direkten Zugang zur Verwaltung gibt und dem Rest einen Postgraduierten-Abschluss. Es ist kein Gesetz, nicht einmal ein abgeschlossener Entwurf. Wer auswählt, nach welchen Kriterien und wie viele Stellen besetzt werden, sind Fragen, die weiterhin unbeantwortet bleiben.

Die Details sind wichtig, denn der Teufel steckt im Detail. Einen Master besteht man bei bestimmten Dozenten, nicht vor einer anonymen Kommission, und das verändert die Anreize für Bewerber um eine feste Stelle grundlegend.

Verdienst oder Schlupfloch: Der Verdacht gegen die Änderung

Die häufigste Kritik richtet sich nicht gegen den Master selbst, sondern dagegen, wer ihn verwalten wird. Es wird argumentiert, dass jede Reform des Zugangs zum öffentlichen Dienst, die von der Regierung initiiert wird, gegen Verdienst und Eignung verstößt und dazu dient, Gefolgsleute in Schlüsselpositionen zu bringen. Als Präzedenzfälle werden die Justiz, die Staatsanwaltschaft, staatliche Unternehmen und Aufsichtsbehörden genannt. Der Verdacht verdichtet sich in einer einfachen Frage: „Von wem hängt der Master ab?“.

Auf der anderen Seite behaupten einige, der Master sei das Subjektivste, was es gibt, vergleichbar mit aufgeblähten Noten in der Oberstufe, und dass durch reine Prüfungen das Wissen homogenisiert wird, auch wenn die Kommission Fehler macht. Gegen diesen Einwand wird entgegnet, dass auch Prüfungen nicht sauber sind: Kontakte und familiäre Beziehungen spielen ebenfalls eine Rolle.

Was es wirklich kostet, sich auf eine A1-Prüfung vorzubereiten

Hier liegt das wirtschaftliche Argument, das die Reform trägt. Ein Prüfling braucht Jahre des Lernens, einen Trainer, eine Akademie und vor allem jemanden, der ihn finanziell unterstützt. Deshalb wird darauf hingewiesen, dass Menschen zwischen 30 und 50 Jahren sich nur für Gruppe C1 bewerben, um Fuß zu fassen und dann intern in A2 aufzusteigen. Das aktuelle System neigt dazu, diejenige Person zu reproduzieren, die sich diese Pause leisten kann.

Das Gegenargument lautet, dass die Kosten, ob hoch oder nicht, immer noch niedriger sind als der Kauf eines Masters, und dass die Verlagerung der Auswahl auf akademische Noten sie in die Hände der öffentlichen Universität mit ihren eigenen Verzerrungen legt. Am Ende geht es nicht um Gedächtnis gegen Talent, sondern darum, wer den Schlüssel hat.

Das französische Beispiel und der Vorschlag von MIR-artigen Tests

Frankreich wird als Vorbild zitiert, allerdings nicht immer positiv. Dort erfolgt der Zugang zur ehemaligen ENA — heute INSP — und den großen Schulen über Prüfungen, es gibt fast überall Examen, und in Bereichen wie Notariat, Richterämtern oder Registerwesen zählen Berufserfahrung und Falllösung mehr als Auswendiglernen. Der Vergleich dient sowohl zur Verteidigung des Masters als auch zu seiner Ablehnung: In Frankreich sind die Stellen begrenzt und der Zugang erfolgt streng über Wettbewerbe.

Eine andere stark auftauchende Alternative sind Tests nach MIR-Art (Medizinische Reaccionariorztausbildung): Eine lange Prüfung, für alle gleich, mit Stellenwahl nach Rang. Befürworter des Masters antworten, dass im angelsächsischen Raum psychometrische Tests und die Auswahl nach Lernfähigkeit verbreitet sind.

Gewerkschaften, höhere Beamtengruppen und ein noch nicht existierendes Gesetz

Die höheren Beamtengruppen haben ihre Ablehnung gezeigt, und auch die Gewerkschaften — mit Nuancen — haben protestiert, obwohl angemerkt wird, dass die Ausbildung am Ende Geld bringt. Nichts davon ist festgelegt: Der Vorschlag wird als Testballon gelesen, und einige fordern, dass er nicht zum Gesetz wird und dass vorab Neuwahlen angesetzt werden. Die Angst, dass der Inhalt des Masters ideologische Fächer enthalten könnte, schwebt über vielen Vorbehalten.

Ob mit oder ohne Reform bleibt die unbequeme Frage offen: Wenn das Prüfungssystem bereits als verbesserungswürdig galt, warum sollte ein neues System mit weniger Schutzmechanismen besser abschneiden?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (226 Antworten).

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