Marseille nach 70 Jahren 'Ndrangheta: der Abstieg einer Stadt

Die kalabrische Mafia ist seit 70 Jahren in Marseille aktiv und setzt 3,5 % des lokalen BIP um. Gewalt und sozialer Verfall sind nichts Neues: Sie reichen bis in die 1970er Jahre zurück.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Marseille: 70 Jahre 'Ndrangheta und ein unaufhaltsamer Verfall

Ende der 1990er Jahre kam eine junge Backpackerin nach Marseille, die die Stadt kennenlernen wollte. Eine pensionierte Nachbarin sprach sie an: Sie konnte nicht glauben, dass eine Frau allein die Stadt besichtigen wollte. Sie begleitete sie zu den Sehenswürdigkeiten. Am Hafen reichte der Blick einiger Passanten aus, um die Warnung zu verstehen. Diese Anekdote, aus einem Online-Thread hervorgeholt, passt zur Diagnose, die ein Bericht von La Provence im September 2025 schwarz auf weiß bestätigt hat: Die 'Ndrangheta, die kalabrische Mafia, ist seit mehr als 70 Jahren in Marseille ansässig und setzt einen geschätzten Umsatz von 3,5 % des lokalen BIP um.

Ein Erbe der Gewalt, das nicht von heute ist

Die Wahrnehmung Marseilles als gefährliche Stadt ist nicht neu. Zeitzeugen aus den 1970er Jahren beschrieben bereits ein feindliches Klima mit Mafia-Präsenz und Gewaltverbrechen. Die berühmte Eröffnungsszene von 'French Connection' mit Fernando Rey veranschaulicht diese dunkle Seite. Doch das eigentliche Problem ist nicht nur die Straßenkriminalität: Es ist die Durchdringung der Wirtschaft und der Gesellschaft durch die organisierte Kriminalität.

Magnolis Verurteilung und der Kampf gegen die 'Ndrangheta

Im März 2025 wurden Antoine Magnoli und sein Bruder vom Strafgericht in Marseille wegen Kokainhandels zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist ein weiteres Kapitel im Kampf gegen eine Organisation, die im 19. Jahrhundert in Kalabrien entstand, es geschafft hat, ihre Gewinne zu waschen, und sich in der Region festgesetzt hat. Der Bericht von Marine Stromboni für La Provence zeigt im Detail, wie die Erlöse des Drogenhandels in legale Aktivitäten gewaschen wurden und so ein scheinbar unbesiegbares Imperium gefestigt wurde.

Die Zahl macht sprachlos: Eine Mafia, die 3,5 % des BIP umsetzt, während die Stadt den schlechtesten Ruf trägt. Doch die Geschichte Marseilles zeigt, dass dieser Verfall nicht vorübergehend ist: Er ist strukturell und hat sich über Jahrzehnte entwickelt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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