Marokko-Warn-App für Supermärkte knackt 50.000 Nutzer

Das Browser-Tool, das im Supermarkt marokkanische Produkte kennzeichnet, hat in 24 Stunden 50.000 Nutzer erreicht und spaltet die Verbraucher wegen seiner Zuverlässigkeit

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Marokko-Warn-App für Supermärkte knackt 50.000 Nutzer
50.000 Nutzer in 24 Stunden, um Produkte aus Marokko zu umgehen

Einen Boykott gewinnt man nicht mit Code. Aber fünfzigtausend Anmeldungen an einem einzigen Tag – und das für eine Browser-Erweiterung – sind ein Gradmesser, den keine Supermarkt-Marketingabteilung ignorieren dürfte. Das Tool, das Produkte marokkanischen Ursprungs beim Online-Einkauf kennzeichnet, hat diese Marke in weniger als 24 Stunden überschritten – mitten im Nachhall der Migrationsauseinandersetzung um Ceuta vom 30. Juli.

Eine Erweiterung, keine App: So funktioniert sie

Das derzeit meistdiskutierte Werkzeug ist Mercabien, eine Erweiterung für Google Chrome des Designers Javier Cañada. Sie funktioniert nur auf der Einkaufswebsite von Mercadona. Jedes Produkt erhält einen Farbcodes: eine Farbe für Produkte ohne erklärten Bezug zu Marokko, eine andere für solche mit Bezug, und eine Zwischenstufe ist für „Verdächtige“ reserviert. Genau hier liegt der Streitpunkt: Das Tool unterscheidet nicht immer zuverlässig, manchmal rät es nur.

So mancher hat vergeblich nach einem Download-Button gesucht. Es gibt keinen. Es ist eine Desktop-Erweiterung, keine Smartphone-App – und diese Verwechslung erklärt einen Großteil des Lärms der ersten Stunden.

Von Oliven bis zu Dosen Thunfisch

Was löst die Warnung aus? Oliven, Obst und Gemüse – grüne Bohnen tauchen immer wieder auf –, Öle sowie Konserven mit Sardinen und Thunfisch. Die Liste ist weder vollständig noch offiziell. Und darüber schwebt der eigentliche Verdacht: dass ein großer Teil der Ware unverpackt ankommt und mit spanischem Ursprung verkauft wird. Dieses Misstrauen gegenüber der Etikettierung wiegt genauso schwer wie das Tool selbst.

Manche meinen, ein Blick auf den Strichcode genüge; andere, eine Chrome-Erweiterung könne keinen ganzen Agrarsektor bewegen. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Ich bezweifle, dass diese Erweiterung in einem Monat noch im Zentrum der Debatte stehen wird. Aber solange ein Verbraucher lieber scannt, als das Kleingedruckte zu lesen, bleibt das Problem im Regal – und kein Farbcodes wird es lösen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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