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Marokko: Naturreichtum, keine Sanktionen – und ein Wachstum, das nicht abhebt
Marokko kontrolliert 70 % des weltweiten Phosphats, hat keine Sanktionen und internationale Unterstützung. Der Aufschwung bleibt dennoch aus. Wo liegt der Engpass?
Marokko: Naturreichtum, keine Sanktionen – und ein Wachstum, das nicht abhebt
Ein Land mit 70 % der weltweiten Phosphatreserven, Atlantik- und Mittelmeerküste, genug Sonne, um halb Europa zu versorgen, und gewichtigen Verbündeten. Marokko hat ein volles Schaufenster. Mit dem Regal hapert es eher.
Die unbequeme Frage, die durch die wirtschaftlichen Analysen zieht, lautet: Warum kommt ein Land mit einer solchen natürlichen Ausstattung und ohne internationale Sanktionen einfach nicht in Schwung? Während Venezuela 1.200 Sanktionen und über 50 Milliarden Dollar eingefrorener Vermögenswerte angesammelt hat, agiert Marokko ohne jede Sanktion und mit US-Finanzierung. Der Kontrast könnte kaum krasser sein: Das eine wirkt wie ein sanktioniertes Land, das andere nicht. Und trotzdem kommt die marokkanische Entwicklung nicht recht in Gang.
Ressourcen, die keine Entwicklung bringen
Die Zahlen lügen nicht: knapp 70 % der weltweiten Phosphatreserven, ausgedehnte Fischgründe, landwirtschaftlich nutzbare Flächen und ein enormes Potenzial bei Solar- und Windenergie. Dazu kommen Minen mit Silber, Blei, Zink, Kupfer, Kobalt und Baryt. Das Land kontrolliert zudem die Westsahara, ein Gebiet, das reich an natürlichen Ressourcen ist. Es ist also kein Rohstoffproblem.
Es ist auch kein Bündnisproblem. Die USA, Israel, Frankreich und Saudi-Arabien unterstützen Marokko mit Investitionen und politischem Rückhalt. Das Geld fließt. Wo liegt also der Fehler?
Die Erklärungsansätze: intern oder extern?
Zwei Hauptströmungen stehen sich gegenüber. Die erste, interne, hält die marokkanische Monarchie, verankert in einer korrupten und klientelistischen Machtstruktur, für eine gläserne Decke: Das Wachstum erreicht die Eliten, nicht das ganze Land. Die zweite, geopolitische, verweist darauf, dass Marokkos Rolle in den regionalen strategischen Projekten – mit der israelischen Verbindung und der Beteiligung von Beratern wie Jared Kushner – nicht auf eine echte Industrialisierung abzielt, sondern darauf, einen militärischen und diplomatischen Partner zu sichern. Die wirtschaftliche Entwicklung bliebe da hinten an.
Manche fügen einen demografischen oder kulturellen Faktor hinzu – ein kaum belegtes Argument, das eher Vorurteil als Datenlage entspringt. Dem hält man das Beispiel Libanon entgegen – unter ständigem äußeren Druck und mit weniger Ressourcen – als Beleg dafür, dass die entscheidende Variable nicht die Geografie ist, sondern das politische Management.
Die verblüffende Zahl: Marokko hat keine Sanktionen, keine eingefrorenen Vermögenswerte und erhält Finanzierung von den wichtigsten Mächten. Mit diesem Spielraum hätte der Sprung nach vorn offensichtlich sein müssen. War er nicht. Und eine Erklärung, die wirklich alles zusammenpasst, gibt es bislang nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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