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Málaga: alle zwei Tage eine Vergewaltigung, Fälle versiebenfacht
In Málaga, Spanien, wird alle zwei Tage eine Vergewaltigung angezeigt: 40 Anzeigen im ersten Quartal, die Fälle haben sich in zehn Jahren versiebenfacht. Der Konflikt zwischen Tourismusboom und…
Málaga: alle zwei Tage eine Vergewaltigung, die niemand erklären kann
Die Zahlen sind hartnäckig und fragen nicht um Erlaubnis beim Werbeschild der Erfolgsstadt. In Málaga wird alle zwei Tage eine Vergewaltigung angezeigt, wie Diario Sur berichtet: allein im ersten Quartal 40 Anzeigen wegen sens Nötigung. In einem Jahrzehnt haben sich die Fälle versiebenfacht. Die Zahl schmerzt, zumal in einer Stadt, die Sonne, Tourismus und Sicherheit zugleich verkauft.
Vierzig Anzeigen in drei Monaten: die Statistik, die Málaga nicht erwartet hat
Das Ausmaß des Anstiegs erschließt sich erst im Vergleich. Eine Versiebenfachung in zehn Jahren ist keine kleine statistische Anomalie; das ist ein Sprung um eine Größenordnung. Und das zuletzt erfasste Quartal mit 40 Vergewaltigungen bestätigt den Schnitt von einem Fall alle zwei Tage. Die Zahl existiert jedoch neben der Erzählung einer Stadt, die sich im Eiltempo per Abschleppwagen und Billigflug neu erfindet.
Massentourismus, Politik und ein Schuldenschieben
Politisch konzentriert sich die Kritik auf die Stadtverwaltung der PP (Spaniens konservative Volkspartei), die das Rathaus seit Jahrzehnten führt: zwei Jahrzehnte Regierungszeit und ein Sicherheitsproblem, das nicht in den Griff zu bekommen ist. Am anderen Ende verweist ein Teil der öffentlichen Meinung auf die soziologische Umwälzung der Stadt: der Tourismusdruck, die Zuwanderung ausländischer Bewohner und ein Wirtschaftsmodell, das ganz auf den Besucher gesetzt habe, hätten das soziale Gefüge verändert. Die Daten erlauben vorerst keinen klaren Kausalzusammenhang. Niemand hat eine Analyse vorgelegt, die erklärt, warum der Anstieg so abrupt war – die Frage bleibt offen.
Die Statistik nährt auch ein größeres Unbehagen: Wenn sens Gewalt in diesem Tempo wächst, während die Stadt Vollbeschäftigung und Tourismusrekorde feiert, stimmt etwas nicht mit der Erzählung. Málaga ist nicht die einzige Hauptstadt mit diesem Problem, aber eine derjenigen, die es am besten kaschiert. Das institutionelle Schweigen sagt jedenfalls genauso viel wie die Zahlen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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