Mafia-artiges Zweiparteiensystem: Spaniens nützliche Stimme verliert Glaubwürdigkeit

Von der taktischen Stimme zur verärgerten Enthaltung: Warum immer mehr spanische Wähler PP und PSOE als mafiaartige Organisationen sehen und auf Enthaltung oder Zynismus setzen

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mafia-artiges Zweiparteiensystem: Spaniens nützliche Stimme verliert Glaubwürdigkeit

Papo de luz' Vergleich ist kein Scherz: "Es wäre, als würden in Italien die Cosa Nostra, die 'Ndrangheta und die Camorra zur Wahl antreten und es als Bürgerpflicht gälte, für den minderen Übel zu stimmen." Die Metapher trifft, was ein wachsender Teil der Wählerschaft angesichts des PP-PSOE-Duopols empfindet. Die Vorstellung, beide Parteien seien zwei Seiten derselben Münze — eine mafiaartige Organisation, die zur Überleben braucht — findet bei denen Anklang, die das System als Farce betrachten.

Enthaltung als strukturelle Antwort

Ein Teil der Wähler hat sich für dauerhafte Enthaltung entschieden. "Ich wähle seit Äonen nicht mehr", heißt es in einem wiederkehrenden Kommentar, der die Teilnahme an jeder Wahl ausschließt, auch an Parlamentswahlen. Es ist kein Desinteresse, sondern eine Überzeugung: ein System, das sie für betrügerisch halten, nicht per Stimmzettel legitimieren zu wollen. Colmillo bringt es auf den Punkt: "Die Leute wählen, wissen, dass sie hereingelegt werden, wählen wieder, werden wieder hereingelegt und wählen weiter, Wahl um Wahl." Die Analogie zu Kuba — wo zwei Brüder als Optionen antreten würden — unterstreicht den Eindruck, dass es keine echten Alternativen gibt.

Die ideologische Kluft, die manche verteidigen

Gegen die These der mafiaartigen Gleichsetzung verweisen einige auf wesentliche Unterschiede. Survivor101 führt an, dass zwischen einem "Kommunisten im Stil Tsipras" und einem "guten Politiker im Stil Orbáns" eine "ideologische und verwaltungstechnische Kluft" bestehe. Dieses Argument, im Debate eine Minderheitenposition, besagt, dass die Wahl nicht zwischen gleichen Übeln, sondern zwischen gegensätzlichen Gesellschaftsmodellen liegt. Der allgemeine Ton jedoch verwirft diese Unterscheidung als irrelevant angesichts der systemischen Korruption.

Die Legitimierung eines Systems, das nicht funktioniert

SanMarcial zieht eine radikale Schlussfolgerung: "Spanien ist ein direkter und lebendiger Beweis dafür, dass die Demokratie NICHT FUNKTIONIERT." Der Vorwurf richtet sich an die Wähler — "langostos, charos, aliadme und defecasemen" — die "ein System legitimieren, das sie seit ihrer Geburt an der Nase herumführt". Es ist der roheste Ausdruck einer Politikverdrossenheit, die laut Daten des CIS (Spaniens offizielles Meinungsforschungsinstitut) mehr als 30 % der Bürger erfasst, obwohl die Wahlbeteiligung über 60 % bleibt.

Die offene Frage des Debattes lautet, ob eine korruptionsfreie nützliche Stimme überhaupt möglich ist oder ob das System so konstruiert ist, dass jede gewählte Option dieselbe Dynamik verewigt. Währenddessen gewinnt die Mafia-Metapher weiter Anhänger.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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