Madrid-Gesetz gibt Jägern Vorrang auf öffentlichen Wegen

Neues Jagdgesetz in Madrid gewährt Jägern an Wochenenden und Feiertagen Vorrang auf öffentlichen Wegen und schränkt Radfahrer sowie Wanderer ein.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Neues Jagdgesetz in Madrid sperrt Radfahrer und Wanderer aus

Die Regierung von Isabel Díaz Ayuso hat eine Reform des Jagd- und Fischereigesetzes verabschiedet, die kollektiven Treibjagden an Wochenenden und Feiertagen Vorrang vor jeder anderen Nutzung auf öffentlichen Wegen einräumt. Die Regelung erlaubt es Jägern, Schießstände auf diesen Wegen zu errichten und den Zugang für Außenstehende zu verbieten, was unter Nutzern der ländlichen Gebiete heftige Kontroversen ausgelöst hat.

Was genau besagt das Gesetz?

Das Gesetz beschränkt sich nicht nur auf die Großwildjagd. Dem Text zufolge ist die Aufstellung von Ständen auf öffentlichen Wegen für Treibjagden (Monterías) und Drückjagden auf Großwild vorgesehen, aber auch für Ansitzjagden auf Tauben, Drosseln und andere Formen der Kleintierjagd, die als kollektiv gelten. Artikel 5 erstreckt diese Priorität auf solche Jagden, und Artikel 24.6 erlaubt die Genehmigung des Waffengebrauchs in der Nähe öffentlicher Wege. In der Praxis ist der Zugang zu Dutzenden von Wegen an Jagdtagen – meist an Wochenenden und Feiertagen – eingeschränkt, oft mit Schildern „Zutritt verboten“ und gelegentlich bewacht durch die Jäger selbst oder Forstbeamte.

Vergleich mit Kastilien-La Mancha

Die Kontroverse ist nicht auf Madrid beschränkt. In Kastilien-La Mancha, regiert vom Sozialisten Emiliano García-Page, wurde im Juli 2024 eine ähnliche Änderung genehmigt, die das Aufstellen von Ständen auf öffentlichen Wegen während Treibjagden erlaubt. Kritiker weisen darauf hin, dass beide Regelungen gleich restriktiv sind, obwohl die Auswirkungen in Madrid aufgrund der Bevölkerungsdichte und der intensiven Wegnutzung größer sind. Befürworter argumentieren hingegen, es handle sich um eine Sicherheitsfrage: Spaziergänger sollen nicht in Schusslinien geraten. Zudem erinnern sie daran, dass viele dieser Wege Durchgangsrechte über Privatgrundstücke sind, die von Jagdrevieren instand gehalten werden.

Konflikt zwischen verschiedenen Landnutzungen

Der Konflikt spiegelt einen langjährigen Kampf um den ländlichen Raum wider. Einerseits fordern Jäger, die Lizenzen und Gebühren zahlen, ihre Aktivität ohne Störungen ausüben zu können. Andererseits nutzen immer mehr Radfahrer, Wanderer und Läufer an Wochenenden öffentliche Wege, oft ohne Kenntnis der Durchgangsrechte. Das Gesetz lässt wenig Spielraum für Verhandlungen: Wenn gejagt wird, hat die Flinte das Sagen. Für viele kommt dies einer verdeckten Privatisierung öffentlichen Gutes gleich.

Das Paradoxon besteht darin, dass in einer Region, in der ländlicher Tourismus und Outdoor-Sport Einkommen und Arbeitsplätze generieren, die Regel Tausende regelmäßiger Nutzer vertreiben könnte. Doch vielleicht ist das zweitrangig: Letztlich bringt die Jagd auch Stimmen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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