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Madrid: Gerichtsurteil kippt ZBE, neue Verordnung rettet sie
Das TSJM hebt die regionale Umweltzone auf, doch die städtische bleibt dank einer neuen Verordnung von 2026 bestehen. Bußgelder annulliert.
Die Umweltzone, die nicht starb: Urteil hebt Beschränkungen auf, aber Rathaus hat bereits neue Regeln
Ein Madrider Fahrer hatte 27 Bußgelder angesammelt, weil er mit einem Fahrzeug ohne Umweltplakette durch Madrid Central fuhr. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs von Madrid (TSJM), das Teile der regionalen Beschränkungen für ungültig erklärte, legte er ein Überprüfungsrechtsmittel ein und alle 27 Sanktionen, die sich auf 18.000 Euro beliefen, wurden zurückgenommen. „Ein Fehler“, sagte das Rathaus. Aber die Geschichte endet hier nicht.
Was tatsächlich gekippt wurde, ist die Niedrigemissionszone (ZBE) der Autonomen Gemeinschaft Madrid, die Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern betraf und das Fahren zwischen den Ortschaften im Ballungsraum verhinderte. Die kommunale Verordnung von Madrid – die das ursprüngliche Madrid Central in Madrid 360 umwandelte – bleibt in Kraft. Innerhalb der M-30 haben Motorräder ohne Plakette weiterhin eine Zeitbeschränkung von 7:00 bis 22:00 Uhr. Das Zentrum von Madrid hat sich also nicht unkontrolliert für den Verkehr geöffnet, wie einige zu früh feierten.
Zwei Niedrigemissionszonen, zwei unterschiedliche Schicksale
Die Verwirrung entsteht durch die Überschneidung zweier Vorschriften. Auf der einen Seite die regionale ZBE, geschaffen von der Comunidad de Madrid, die Fahrzeugen ohne Umweltkennzeichen das Fahren zwischen den Gemeinden des metropolitanen Gürtels verbot. Diese wurde vom TSJM aufgehoben, da ihr wirtschaftlicher Einfluss nicht bewertet und keine ausreichenden Alternativen angeboten wurden. Auf der anderen Seite die kommunale ZBE, die das gesamte Stadtgebiet von Madrid umfasst und 2021 vom Rathaus genehmigt wurde (und später 2024 und 2026 überarbeitet). Diese wurde durch das Urteil nicht berührt.
Der Schlüssel liegt in der neuen Verordnung für nachhaltige Mobilität, die gemäß dem Diario de Madrid im März 2026 endgültig genehmigt wurde. Das TSJM stürzte die vorherige Regelung, aber das Rathaus unter Bürgermeister Almeida hatte bereits eine korrigierte Version vorbereitet, die die von den Richtern beanstandeten formellen Mängel behob. Eine Maßnahme, die manche als „juristische Falle“ bezeichnen: Das Urteil kommt, wenn es bereits eine neue Norm gibt, die die Beschränkungen aufrechterhält.
Kosten der Sanktionen und Abschreckungseffekt
Der Fall der 27 annullierten Bußgelder ist kein Einzelfall. Mehrere Fahrer haben ihre Sanktionen erfolgreich angefochten, aber die Mehrheit zahlte, ohne zu wissen, dass sie diese anfechten konnten. Wer sein Auto wechselte, um die Plakettenanforderung zu erfüllen, fragt sich, ob er Geld verschwendet hat. „Das sind Idioten, die zwei Jahre früher aufgestanden sind, um einen Haufen Schrott mit kleinen Bildschirmen zu kaufen“, ironisiert jemand, der mit seinem Diesel ohne Plakette widerstanden hat.
Währenddessen setzt das Rathaus weiter Bußgelder aus. Die Müllabgabe, die auf durchschnittlich 141 Euro pro Haushalt stieg, kompensiert dies nicht. Und der Vergleich mit Frankreich, wo Städte wie Paris ihre ZBEs wegen Diskriminierung abgeschafft haben, schürt Unmut. „Dort geht es, hier zwingt uns die EU“, klagen die Skeptiker.
Politik und gebrochene Versprechen
Almeidas PP versprach im Wahlkampf, Madrid Central abzuschaffen. In der Regierung hielt es nicht nur daran fest, sondern erweiterte es auf die gesamte Stadt. Das Urteil des TSJM wurde von Vox, die die Rechtsmittel eingelegt hatte, als Sieg dargestellt. Aber die neue Verordnung lässt das Bild fast unverändert. Die Opposition sieht darin einen „Wahlbetrug“: Es wird eine Norm aufgehoben, die ohnehin nicht mehr gilt, und der Durchschnittsbürger merkt es kaum.
Die Frage in der Luft ist, ob diese Klagewelle anhält oder ob, wie manche andeuten, „Almeida nicht dumm ist: Er hat bereits eine neue Norm ausgearbeitet, um die Verurteilung zu umgehen“. Bis jetzt bleibt das Zentrum von Madrid eine Sperrzone, und wer mit einem Auto ohne Plakette einfährt, riskiert ein Bußgeld. Der Unterschied ist, dass es nun vielleicht mehr Spielraum für Einsprüche gibt.
Das verwirrende Detail: Während Fahrer ohne Plakette das Urteil feiern, hat das Rathaus bereits eine Verordnung genehmigt, die faktisch das gleiche Regime beibehält. Das „Madrid Central existiert nicht mehr“ in der Schlagzeile ist eher eine propagandistische optische Täuschung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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