Libertäre geben zu: Einwanderung drückt die Löhne

Ein prominenter libertärer Vordenker räumt ein, dass Einwanderung die Löhne nach unten drückt. Der Euphemismus „Lohnverzicht“ löst eine interne Debatte in der…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Einwanderung und Löhne: Wenn Libertäre zugeben, was sie immer geleugnet haben

Die libertäre Theorie hat stets behauptet, dass Einwanderung den Löhnen einheimischer Arbeitnehmer nicht schadet. Bis ein Kanadier namens Juan Pina, eine prominente Figur der Bewegung, dies offen zugab. Das Eingeständnis hat ein Erdbeben unter den eigenen Anhängern ausgelöst, die nun zwischen ideologischer Kohärenz und ökonomischer Realität schwanken.

Vom Dogma zum Pragmatismus: der „Lohnverzicht“

Der Begriff „Lohnverzicht“ (wörtlich: „sich salarisch die Hörner ablaufen lassen“) ist zum modischen Euphemismus geworden, um zuzugeben, dass die Ankunft von Migranten die Lohnerwartungen einheimischer Arbeitnehmer senkt. Eine Analyserichtung weist darauf hin, dass in Branchen wie dem Bauwesen die Ersetzung einheimischer Arbeitskräfte durch Migranten zu einem Verlust des Fachwissens und einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen führt.

Die Kritik richtet sich auch gegen die Politik des Salario Mínimo Interprofesional (SMI, der spanische gesetzliche Mindestlohn). Es wird argumentiert, dass die Erhöhungen des SMI in Kombination mit dem Einfrieren aller übrigen Löhne die Lohnskala zusammenquetschen. Manche Analysen vermuten, dass viele Arbeitnehmer bei anhaltendem Trend am Ende ihres Erwerbslebens nur noch den Mindestlohn verdienen werden.

Die Schizophrenie der libertären Bewegung

Das Auffälligste an der Debatte ist der innere Widerspruch, den sie erzeugt. Auf der einen Seite die kompromisslose Verteidigung der Freizügigkeit, auf der anderen das Eingeständnis, dass diese Freiheit den einheimischen Arbeitnehmern schadet. Sogar innerhalb der libertären Bewegung selbst erheben sich Stimmen, die den Respekt vor den Einheimischen über die Freiheit der Neuankömmlinge stellen – eine protektionistische Wende, die mit den klassischen Prinzipien kollidiert.

Die Ironie entgeht niemandem: Dieselben, die die „offizielle Wissenschaft“ als reine Induktion verurteilen, sehen sich nun mit unbequemen empirischen Beweisen konfrontiert. Die Österreichische Schule, der viele anhängen, wird aus den eigenen Reihen sogar als Pseudowissenschaft bezeichnet, wenn die Daten dem Dogma widersprechen.

Was ist künftig zu erwarten?

Das Phänomen ist nicht neu, aber dass es ein libertärer Vordenker öffentlich anerkennt, verändert das Spielfeld. Wahrscheinlich hört die Debatte über Einwanderung und Löhne auf, ein Tabuthema im rechten Lager zu sein, und rückt in den Vordergrund. Die Frage ist, ob die Bewegung in der Lage sein wird, ihr Idearium mit einer Realität zu versöhnen, die keine Euphemismen duldet. Die Zukunft wird zeigen, ob dies ein Wendepunkt ist oder nur eine Anekdote im langen Kulturkampf.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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