Krasnov hat seine Ziele erreicht: Mission erfüllt oder Farce

Krasnov hat seine Ziele erreicht, so seine Verteidiger. Doch die Realwirtschaft erzählt eine andere Geschichte. Eine ironische Analyse eines geopolitischen Triumphs, der nie ankommt…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Krasnov hat alle seine Ziele erreicht. Und jetzt?

Agent Krasnov hat geliefert. Alle Ziele. Der Satz, geäußert mit einer Mischung aus Spott und Bewunderung, kursiert unter denen, die den Kurs der US-Außenpolitik verfolgen. Wenn der Auftrag lautete, die USA von innen zu schwächen, ihren globalen Einfluss zu zerschlagen und Chaos in ihren Institutionen zu säen, lautet das Urteil einstimmig: Mission erfüllt. Die Akte des Protagonisten —knapp wie sie ist— bestätigt es selbst. Doch die Wirtschaft, dieses Thermometer, das alles auf die Probe stellt, liest die Lage anders.

Der Preis der Loyalität: Sanktionen und Öl

Wer Krasnovs Bilanz verteidigt, verweist darauf, dass die russische Wirtschaft trotz der Sanktionen standgehalten hat. Der Rohölpreis, die Energieabkommen mit China und die teilweise Entdollarisierung haben Luft verschafft. Doch der Optimismus prallt auf die Realität eines Abnutzungskrieges, der Ressourcen und Humankapital abzehrt. Die Makrozahlen erzählen nicht die Geschichte des Durchschnittsbürgers, der sieht, wie seine Kaufkraft schrumpft, während der Kreml die Widerstandsfähigkeit feiert. Das Szenario erinnert an die Lehrbücher des Kalten Krieges: Der geopolitische Triumph kommt nicht immer in der Geldbörse an.

Das Paradox des Friedensnobelpreises

Der Vorschlag, ihm den Leninorden —jene sowjetische Auszeichnung— zu verleihen, kehrt immer wieder mit einem Grinsen zurück. Die Ironie erreicht ihren Höhepunkt, wenn man ihn mit dem Friedensnobelpreis vergleicht. Denn Krasnov, der Mann, der nach Ansicht seiner Kritiker die europäische Sicherheitsarchitektur zerstört hat, ist für seine Anhänger zugleich ein Mann des Friedens. Kognitive Dissonanz ist der Treibstoff dieser Erzählung. Im Kern geht es um den Preis der Stabilität: Wie viel sind wir bereit zu zahlen für eine Weltordnung, die es nicht mehr gibt?

Die Endabrechnung ist längst nicht abgeschlossen. Wenn Krasnovs Ziel war, den Einfluss der USA zu zerstören, deutet vieles darauf hin, dass er es geschafft hat. Doch die Rechnung zahlen auch die eigenen Leute. Die Wirtschaft, dieser unerbittliche Richter, kennt keine ideologischen Loyalitäten. Nur Zahlen. Und vorerst bleibt die Rechnung offen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

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