Katholischer Heiligenkalender: Die Tradition, die das Konzil nicht bewegen konnte

Der 30. August behält ein Fest, das das Zweite Vatikanische Konzil auf den 23. verlegt hatte. Die Tradition gewinnt weiter, auch im Internet. Daten und Kontext.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Katholische Liturgie hält sich im Internet, über den römischen Kalender hinaus

Die Kirche verlegte das Fest 1969 auf den 23. August, doch der Brauch feiert es weiterhin am 30. Und dieser Widerstand hat nun ein neues Schlachtfeld: das Internet.

Jeden Sonntag erhält eine Online-Community für Wirtschaftsdiskussionen die vollständige Liturgie des Tages. Die Sendung umfasst die erste Lesung aus Jeremia (20, 7-9), den responsorischen Psalm 62 —mit seinem bekanntesten Vers: „Meine Seele dürstet nach dir, Herr, mein Gott“—, den Heiligenkalender und die Predigt von Pater Santiago Martín. Keine Meinung: nur der Ritus.

Ein Datum, das nicht einmal Rom ändern konnte

Der Heilige des Tages erklärt eine dieser Besonderheiten des katholischen Kalenders. Am 30. August wird ein Heiliger geehrt, der von Papst Clemens X. kanonisiert wurde. Der 24. August war bereits durch den Heiligen Bartholomäus vergeben, also suchte man ein anderes Datum. 1969 ordnete das Zweite Vatikanische Konzil an, dass die Feste auf den genauen Todestag zurückkehren sollten, was die Feier auf den 23. August legte. Die Tradition hielt jedoch in weiten Teilen der Welt am 30. fest. Liturgiker nennen dies sensus fidelium: den Sinn des Gottesvolkes, der nicht immer mit dem offiziellen Verlautbarungsbulletin übereinstimmt.

Andacht im Streaming

Die Veröffentlichung beschränkt sich nicht auf den Text. Sie umfasst die Krone der Göttlichen Barmherzigkeit, mit dem Hinweis, sie um 15:00 Uhr zu beten; die Heilige Messe live um 12:30 Uhr sowie die Apophthegmata der Wüstenväter, zusammengestellt vom Jesuiten Heribert Rosweyde im 17. Jahrhundert. Der katholische Glaube hat im Internet einen Kanal gefunden, den die Synoden nie vorhergesehen haben: Der Ritus wird auf dem Bildschirm abgespielt und unter Menschen geteilt, die sich nicht kennen.

Am nächsten Sonntag wird die Tradition erneut auf den Bildschirm blicken. Das Dekret von 1969 steht noch in den Büchern; der Brauch lebt im Netz. Wer einen liturgischen Kalender gesehen hat, weiß, wer gewinnen wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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