Karol-G-Konzerttäter ist Schwiegersohn von Drogenboss 'El Pablo'

Der Mann, der nach dem Karol-G-Konzert in Madrid einen Menschen tötete, ist der Schwiegersohn des mallorquinischen Drogenbarons 'El Pablo' und war bereits wegen Rauschgifthandels verurteilt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Karol-G-Konzerttäter ist Schwiegersohn von Drogenboss 'El Pablo'
Karol-G-Konzerttäter ist Schwiegersohn von Drogenboss 'El Pablo'

Ein 33-jähriger Mann mit den Initialen J. A., festgenommen nach einem tödlichen Angriff im Anschluss an das Konzert von Karol G in Madrid, ist der Schwiegersohn von Pablo Campos, bekannt als 'El Pablo', ein historischer Drogenhändler aus dem Viertel La Soledat auf Mallorca. Der Täter hatte bereits zwei Jahre Haft wegen Drogenhandels verbüßt und wurde bei der 'Operation Nerón' im Jahr 2015 verhaftet, als mehr als 300 Beamte das Viertel durchsuchten und etwa zwanzig Mitglieder des Clans festnahmen. Das Opfer, ein 41-jähriger Mann aus Vigo, der in Madrid lebte und bei Bankinter arbeitete, starb nach einem Schlag gegen den Kopf. Der Beschuldigte wurde unter Auflagen freigelassen: Reisepass eingezogen und alle 14 Tage Meldepflicht, angeklagt wegen fahrlässiger Tötung.

Was geschah in der Nacht des Konzerts?

Die offizielle Darstellung sprach zunächst von einer «Abwehrbewegung» und Pech. Die Aussage des Täters selbst klingt anders: «Ich dachte, ich würde angegriffen werden, und habe versucht, mich zu wehren, indem ich ihm einen Schlag gegen den Kopf versetzte.» Inzwischen stellte sich heraus, dass das Opfer niemanden filmte, sondern gerade eine Videokonferenz mit seiner Freundin führte. Die drei Frauen, denen er angeblich genähert hatte, sagten aus, der Schlag sei überraschend und ohne Vorwarnung erfolgt.

Der Widerspruch zwischen der geleakten Version eines Abwehrschnäppers und dem vom Täter eingeräumten gezielten Faustschlag steht im Zentrum des Falls. Wer Boxen oder Kampfsport betreibt, weiß: Ein Schlag, der einen Erwachsenen sofort zu Boden reißt, ist selten nur eine Berührung. Wenn der Kopf ohne Reflexschutz auf den Boden aufschlägt, erledigt der Sturz den Rest. Daher wirkt die anfängliche Einstufung als fahrlässige Tötung für viele fragwürdig.

Wer ist 'El Pablo' und was war die Operation Nerón?

Pablo Campos kontrollierte jahrelang den Drogenhandel in La Soledat in Palma. In seiner Blütezeit wollte er von Emilio Rodríguez Menéndez verteidigt werden, einem Anwalt, der eher durch eigene Straftaten als durch erfolgreiche Verteidigungen bekannt ist, und machte jeden Prozess zur Show. Seine Strategie, die ihn untersuchenden Polizisten lächerlich zu machen, funktionierte eine Weile. Am Ende nicht: Die Richter addierten Verurteilungen aus scheinbar kleineren Fällen und wandten das volle Gewicht des Strafgesetzbuchs an.

Er nutzte einen Vollzugslockerungsaufenthalt im Gefängnis von Valencia zur Flucht mit Frau und Kindern und versteckte sich fünf Jahre lang in Málaga, bis er gefasst wurde. Nach seiner Entlassung kehrte er ins Viertel zurück und zum alten Geschäft. Im Jahr 2015 setzte die 'Operation Nerón' über 300 Beamte ein, durchsuchte rund fünfzig Wohnungen in den Straßen Teix, Ànimes, Dalles und Fornaris und nahm etwa zwanzig Clan-Mitglieder fest. Unter ihnen war J. A., der Ende 2017 vor dem Landgericht Palma wegen Drogenhandels verurteilt wurde.

Freiheit mit Reisepassentzug: Warum?

Der Beschuldigte kam frei und muss sich alle 14 Tage beim Gericht melden. Dies ist kein statistischer Ausreißer: Bei fahrlässiger Tötung, ohne Vorstrafen, die automatisch Untersuchungshaft auslösen, prüfen Richter soziale Bindungen, Fluchtgefahr und erwartete Strafhöhe. Das Problem ist jedoch, dass dieser Mann sich zuvor bereits der Justiz entzogen hatte, wie in den Unterlagen behauptet wird, was die Entscheidung umstritten macht.

Manche lesen die gesamte Abfolge — Festnahme, Freilassung, Meldepflicht — als Zeichen dafür, dass das Verfahren kaum weitergehen wird. Andere erinnern daran, dass die Familie des Opfers weniger Ressourcen hat als die des Beschuldigten, was praktisch zu einer schwer ausgleichbaren prozessualen Asymmetrie führt.

Mediale Asymmetrie: Zwei Namen, zwei Behandlungen

Tagelang kursierte ein Foto eines Mannes mit rosa Hut, der nicht das Opfer war. Der Getötete war ein Bankangestellter aus Vigo, der in Madrid lebte. Der Täter war ein Mann mit Vorstrafen wegen Drogenhandels und durch Heirat mit einem Boss verbunden. Diese Ungleichgewicht — voller Name des Toten, Schweigen über den Urheber — hat am meisten Empörung ausgelöst.

Die am häufigsten wiederholte These ist unbequem: In der Praxis gelten unterschiedliche Strafmaßstäbe je nachdem, wer das Opfer und wer der Täter ist. Es ist kein geschriebenes Gesetz, sondern ein Ergebnis. Und das Ergebnis hier ist: Ein Mann tot durch einen Faustschlag, der Täter auf freiem Fuß.

Der Präzedenzfall von Gata de Gorgos

Der Fall wird mit dem von Gata de Gorgos verglichen, wo der Angreifer ebenfalls nicht inhaftiert blieb. Der Vergleich ist nicht zufällig: Beide Fälle teilen das Muster — einziger Schlag, Sturz, Tod, milde Einstufung — und beide nähren den Verdacht, dass Fahrlässigkeit als Sammelbecken genutzt wird, um Fakten herabzustufen, die bei anderer Anklage vorsätzlicher Totschlag wären.

Es bleibt abzuwarten, welche Forderungen die Familie des Opfers stellt und ob das Verfahren eskaliert. Bislang liegt die Sache genau dort, wo sie begann: ein eingeräumter Faustschlag, ein Toter und ein Richter, der entschieden hat, dass der Täter zu Hause warten kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (176 Antworten).

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