José Miguel Contreras: Macher hinter dem neuen Sender La Séptima

Der einflussreiche Medienunternehmer José Miguel Contreras steht hinter La Séptima. Sein Privatleben und politisches Engagement im Porträt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

José Miguel Contreras, der Kopf hinter La Séptima, hat seinen medialen und politischen Einfluss durch sein Familienumfeld und wichtige Freundschaften aufgebaut. Seine Karriere ist geprägt von persönlichen Tragödien und starkem gesellschaftlichem Engagement.

José Miguel Contreras Tejera, ein Name, der in den spanischen Medien- und Politikkreisen stark nachhallt, ist der Architekt von La Séptima, einem neuen Fernsehsender, der die Informationslandschaft erschüttern soll. Geboren 1958 in Madrid, hat dieser Unternehmer, beschrieben als freundlicher Mann mit pogre Ideen, jahrzehntelang einen stillen, aber tiefgreifenden Einfluss ausgeübt, TV-Schulen gegründet und politische sowie soziale Trends gesetzt. Mit 68 Jahren wirft sich Contreras, weit davon entfernt, sich zur Ruhe zu setzen, erneut in die TV-Arena und beweist eine Energie und Vision, die man von jemandem mit seiner Laufbahn kaum erwartet.

Contreras ist kein Charakter, der öffentliche Aufmerksamkeit sucht. Er bevorzugt die Intimität seines Zuhauses, um seinen engsten Kreis zu empfangen, eine heterogene Gruppe, die sowohl bewunderte als auch kontroverse Figuren umfasst und seine ausgeprägte Ideologie widerspiegelt. Er selbst verbirgt seine Positionierung nach links nicht, eine Neigung, die laut eigener Aussage seine Arbeit definiert, ohne in Radikalismus abzugleiten. Die Frage stellt sich, wer dieser Mann ist, der so weitreichende Entscheidungen trifft und Denkströmungen formt kann. Wer ihn kennt, beschreibt ihn als charismatischen Führer im persönlichen Umgang, aber als unerbittlichen Chef in seiner Rolle. Sein Berufs- und Privatleben verweben sich oft und schaffen einen Nährboden, in dem Freundschaften und intime Feindschaften koexistieren.

## Ein bescheidener Ursprung und eine familiäre Tragödie

Die Geschichte von José Miguel Contreras beginnt in einer bescheidenen Siedlung der Eisenbahngesellschaft Renfe im Madrider Stadtteil Estrecho. Als Sohn eines Eisenbahners war seine Kindheit geprägt von der Notwendigkeit, mit Stipendien zu studieren, um zu Hause helfen zu können. Er war das mittlere Kind von drei Geschwistern. Seine Berufung zum Journalismus festigte sich an der Universidad Complutense, wo er Journalistik studierte. Doch das Leben hatte eine frühe und verheerende Prüfung für ihn bereit. Sein kleiner Bruder, der dieselbe Leidenschaft für den Journalismus teilte, starb in der Adoleszenz an Herzproblemen. Dieser irreparable Verlust hinterließ eine unauslöschliche Spur in der Familie, einen Schmerz, der bleibt.

1975, bei seinem Eintritt in die Universität, entdeckte Contreras seine Leidenschaft für die Politik. Anfangs träumte er davon, Radiomoderator zu werden, doch seine Professoren ermutigten ihn, die akademische Laufbahn einzuschlagen und schlugen ihm vor, eine Promotion anzustreben. Im universitären Umfeld lernte er **Piedad Sancristóval** kennen, die seine Ehefrau werden sollte. Sie war Studentin an der Fakultät, an der er 23 Jahre lang als Professor tätig war. Ihr Wiedersehen, Jahre später, auf den Terrassen der Castellana, besiegelte ihre Verbindung, die 1990 formalisiert wurde. Piedades Familie, mit tiefen konservativen Wurzeln und einem Vater, der Militär bei der Fallschirmjägerbrigade war, nahm José Miguel liebevoll auf und pflegte eine Beziehung des gegenseitigen Respekts, wobei sie vermieden, Themen politischer Uneinigkeit anzusprechen.

## Die Geburt eines gesellschaftlichen Engagements

Das Leben des Ehepaars Contreras Sancristóval nahm 1994 mit der Geburt ihres ersten Sohnes, **Antonio**, genannt **Toñete**, eine radikale Wendung. Ein ärztlicher Kunstfehler während der Entbindung führte dazu, dass der Kleine eine Hörbehinderung erhielt. Diese Umstände wurden zur persönlichen Ursache und zum Motor für José Miguel und Piedad. Von diesem Moment an widmeten sie ihre Bemühungen der Unterstützung von Menschen mit Hörbehinderungen und ihren Familien. Piedad, damals Drehbuchautorin erfolgreicher Serien wie "Médico de Familia" (Familienarzt) und "Siete Vidas" (Sieben Leben), pausierte ihre Karriere, um sich ganz der Pflege von Toñete zu widmen.

Zu jener Zeit hatte Contreras bereits bedeutende Positionen bei Canal+ und Telemadrid erreicht und war einer der Gründer von **Globomedia**, zusammen mit **Daniel Écija**, **Emilio Aragón** und **Andrés Varela**, letzterer sein Hauptpartner bei La Séptima. Diese Gruppe von Fachleuten konsolidierte sich als sein Vertrauenskreis, ein loyales Team, das ihn bei seinen späteren Projekten begleitet hat. Die Situation seines Sohnes Toñete trieb die Contreras dazu, die Integrationsgrundschule für gehörlose Kinder **Tres Olivos** zu gründen und zu finanzieren. Heute arbeitet Toñete, nachdem er Audiovisuelle Kommunikation studiert hat, als Journalist bei Infolibre, einem Portal, dessen Mehrheitsaktionär sein Vater ist. Contreras hat seine Großzügigkeit unter Beweis gestellt, indem er seinen Kindern zu Lebzeiten sein Erbe übertrug und ihnen Wohnungen im selben Gebäude kaufte, in dem er mit seiner Frau wohnt.

## Ein familiäres und berufliches Vermächtnis

José Miguel und Piedad haben eine weitere Tochter, **Blanca**, 30 Jahre alt, die ihnen zwei Enkelinnen geschenkt hat: **Vera** und eine weitere, die unterwegs ist. Blanca ist zur rechten Hand ihres Vaters bei La Séptima geworden und leitet die Abteilung Newsmedia, die sozialen Medien und andere strategische Inhaltsbereiche des Senders, nachdem sie eigene Erfolge in der Marketingwelt gefeiert hat. Diese solide Familienstruktur, geprägt von der Überwindung von Widrigkeiten, ist der wahre Pfeiler, auf dem der Produzent ruht.

Jahre lang kombinierte Contreras seine Führungsaufgaben in großen Gruppen wie Prisa und Atresmedia, wo er eine Schlüsselrolle bei der Gründung von La Sens spielte, mit seiner Arbeit für die NGO **Save The Children**. Seine Verbindung zu seiner Mutter, die mit 97 Jahren bester Gesundheit genießt, und zu seinem Bruder, der in den USA lebt, ist tief. Contreras, ein Stammgast in Denia, wo er seit drei Jahrzehnten Urlaub macht, besitzt auch ein Haus in Washington. In den USA absorbierte er die Techniken der TV-Produktion, die er später nach Spanien importierte; Formate wie "El club de la comedia" (Der Comedy-Club) und "Al rojo vivo" (Rotglühend) sind Beispiele für seine Vision.

## Einflussreiche Freundschaften und ein politischer Schlagabtausch

Die Freundschaften von José Miguel Contreras, oft als "gefährlich" beschrieben, waren ein bestimmender Faktor in seiner Laufbahn und dem Bild, das er projiziert. Obwohl er nie Mitglied der PSOE (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei) war, war seine Nähe zur Partei konstant. Seine Beziehung zur spanischen Politik festigte sich in den Jahren, in denen er als stellvertretender Vorstandsvorsitzender die institutionellen Beziehungen von Atresmedia leitete. Er lernte **Felipe González** über **Miguel Barroso** kennen, einen einflussreichen Berater der PSOE, der ihn empfahl, um bei der TV-Debatte gegen **Aznar** zu helfen. Seitdem verweben sich familiäre und politische Beziehungen.

Durch Barroso knüpfte er auch Kontakt zu **José Luis Rodríguez Zapatero**, eine Beziehung, die sich nach dessen Ausscheiden aus dem Amt des Regierungschefs stärkte. Contreras hegt ein tiefes Vertrauen in die Unschuld Zapateros und betrachtet ihn als Opfer der "Hetze" gegen den aktuellen Präsidenten, **Pedro Sánchez**. Zwar ist seine Beziehung zu Sánchez nicht so eng, doch es wird angenommen, dass La Séptima die aktuelle Regierung im Wahlkampf unterstützen wird, eine Abkehr von der redaktionellen Linie von La Sens, wo sein alter Freund **Antonio Ferreras** die Sendung "Al rojo vivo" leitet. Der Bruch dieser Freundschaft bereitet ihm laut nahestehenden Quellen tiefe Trauer. Contreras strebt danach, einen linken Fernsehsender zu schaffen, der für alle Zielgruppen akzeptabel ist, sogar für seine Schwiegermutter, und lehnt dogmatische politische Sichtweisen ab.

## Ein Innovator in der Kommunikation

José Miguel Contreras wird von vielen Kollegen weithin anerkannt und gelobt, insbesondere von denen mit ähnlicher ideologischer Affinität. Dennoch hat er, wie im Medienbereich üblich, auch Kritiker, besonders in konservativen Medien. **Jesús Maraña**, Chefredakteur von Infolibre, einer Tageszeitung, deren Mehrheitsaktionär Contreras ist, hebt seinen Respekt vor der redaktionellen Linie hervor, trotz gelegentlicher Differenzen in der Auffassung. Maraña bewundert seine Entscheidung, in dieser Phase seiner Karriere ein neues TV-Projekt zu starten, anstatt sich zurückzuziehen.

Seinerseits beschreibt **Luis Arroyo**, ein politikwissenschaftlicher Berater nahe der PSOE, Contreras als "großen Innovator" sowohl in der politischen Kommunikation als auch in der strategischen Beratung und im Entertainment. Arroyo unterstreicht seine Rolle bei der Einführung der Moderne in Spanien durch verschiedene TV-Formate und bezeichnet ihn als eine der kreativsten Personen, die er kennt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (8 Antworten).

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