Italien schlägt Anti-Woke-Maßnahme vor: dauerhafte Sommerzeit

Die italienische Regierung will, dass Europa die Uhren nicht mehr zweimal im Jahr umstellt und dauerhaft zur Sommerzeit übergeht. Wir erklären, was das bedeutet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Italien will in Europa die dauerhafte Sommerzeit durchsetzen, damit die Uhren nicht mehr zweimal im Jahr umgestellt werden müssen. Der Vorschlag kommt nach jahrelanger EU-interner Debatte über die Abschaffung der jahreszeitlichen Zeitumstellungen.

## Was Italien vorschlägt und warum gerade jetzt

Die italienische Regierung will nach Brüssel eine Idee tragen, die in den Gängen der EU seit Jahren kursiert: die Uhren nicht mehr zweimal im Jahr zu verstellen und dauerhaft bei der Sommerzeit zu bleiben. Der Vorschlag, der von **El Mundo** gemeldet wurde, zielt darauf ab, dass Europa eine feste Zeitzone einführt, die das Tageslicht am Abend das ganze Jahr über erhält.

Das ist kein Einzelfall. Die Europäische Kommission hatte bereits **2018** vorgeschlagen, die Zeitumstellungen abzuschaffen, nachdem sich an einer öffentlichen Konsultation Millionen Bürger beteiligt hatten. Die Sache wurde dann auf Eis gelegt, weil sich die Mitgliedstaaten nicht einigen konnten, welche Zeit gelten soll: die Winterzeit oder die Sommerzeit.

## Das eigentliche Problem: Jedes Land schaut auf sich selbst

Der Kern der Debatte ist nicht, ob die Uhren umgestellt werden, sondern welche Zeit bleibt. Die Länder des Südens mit mehr Sonnenstunden bevorzugen die dauerhafte Sommerzeit. Die des Nordens mit dunkleren Wintern fürchten, dass eine feste Sommerzeit im Dezember zu sehr späten Sonnenaufgängen führen würde.

Italien stellt sich damit auf die Seite der Staaten, die mehr Licht am Abend wollen. Die Maßnahme würde alle EU-Bürger betreffen, die seit Jahrzehnten ihre Uhren im **März** und **Oktober** umstellen. Die Zeitumstellung ist durch eine europäische Richtlinie geregelt, die die Mitgliedstaaten zur Koordination verpflichtet, um den Binnenmarkt nicht zu stören.

## Was wäre, wenn der Vorschlag angenommen würde

Wenn der Vorschlag umgesetzt würde, behielten Spanien und andere Länder des Südens die Sommerzeit das ganze Jahr über. Das bedeutete, dass es im Dezember später hell würde, dafür aber am Abend mehr Licht gäbe. Schlafexperten warnen, dass ein Rhythmus, der nicht zum Sonnenzyklus passt, den Schlaf beeinträchtigen kann, auch wenn es keinen wissenschaftlichen Konsens darüber gibt, welche Option die beste ist.

Der italienische Vorschlag müsste die Kommission und das Europäische Parlament durchlaufen und würde die Zustimmung aller siebenundzwanzig Mitgliedstaaten erfordern. Das ist kein schnelles Verfahren. Bis dahin bleibt die Zeitumstellung im EU-Kalender.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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