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Israel: 53.000 € BIP pro Kopf und 2,9 Kinder pro Frau
Israel kombiniert ein Pro-Kopf-BIP von 53.000 Euro mit einer Geburtenrate von 2,9 Kindern pro Frau – einzigartig unter den Industrieländern und seit 1990 stabil.
Israel hält an 2,9 Kindern pro Frau fest, ohne dass das BIP darunter leidet
Israel ist das einzige entwickelte Land, das eine Fruchtbarkeitsrate nahe drei Kindern pro Frau bei einem Pro-Kopf-BIP von 53.000 Euro aufrechterhält – doppelt so hoch wie in Spanien und vergleichbar mit den skandinavischen Ländern. Es handelt sich weder um einen einmaligen Ausschlag noch um das Echo einer ländlichen Gesellschaft: Die Rate hat sich seit 1990 kaum bewegt. Zum Vergleich: Spanien liegt bei 1,1 Kindern pro Frau, die USA bei 1,6 und Japan bei 1,1. Der israelische Wert übertrifft die Bestandserhaltungsquote von 2 deutlich. Diese Daten widerlegen die Annahme, dass wirtschaftliche Entwicklung und hohe Geburtenraten per Definition unvereinbar seien – und zwar in einer fortgeschrittenen Volkswirtschaft, nicht in einem Land, wo Kinder billig sind.
Welches Industrieland hat fast 3 Kinder pro Frau und 53.000 Euro BIP pro Kopf?
Israel. Mit diesem Einkommen pro Einwohner übertrifft es Deutschland, Frankreich, Italien und Finnland, basierend auf den Zahlen, die im Zuge dieser Debatte verglichen wurden. Wir sprechen also nicht von einer verarmten Wirtschaft oder einer statistischen Ausnahme eines einzelnen Jahres. Es geht um ein Land mit einer starken Tech-Branche und einer Lebensqualität, die durch mehr Kinder nicht beeinträchtigt wurde. Das Argument, die niedrige europäische Geburtenrate liege an Kultur, Ökologie oder Ideologie, scheitert hier an den Fakten.
Wer bekommt diese Kinder tatsächlich: Die Aufschlüsselung nach Religionszugehörigkeit für 2024
Hier bricht die einfache Erzählung zusammen. Die Daten des israelischen Zentralamts für Statistik aus dem Jahr 2024, die in der Debatte zitiert werden, verteilen die Fruchtbarkeit wie folgt: Jüdische Frauen zwischen 3,06 und 3,10 Kinder; muslimische Frauen zwischen 2,68 und 2,75; christliche Frauen 1,62; drusische Frauen 1,64. Die Schlussfolgerung ist für beide Seiten unbequem: Jüdische Frauen haben heute mehr Kinder als muslimische Frauen. Die Erklärung, die alles auf den ultraorthodoxen Sektor und die arabische Bevölkerung reduziert, versagt zur Hälfte und greift auch bei der anderen Hälfte zu kurz.
Das wachsende Gewicht des ultraorthodoxen Sektors
Der Haredi-Sektor (Ultraorthodoxe) liegt weit über sechs Kindern pro Frau, deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Sein demografisches Gewicht ist explodiert: Von etwa 1 % der Bevölkerung auf nahezu 14 %. Ein Großteil dieses Kollektivs war zudem vom Militärdienst befreit, eine Situation, die in den letzten Jahren begonnen hat, korrigiert zu werden. Dies geht einher mit einer starken Abhängigkeit von staatlichen Subventionen und religiösem Studium, wobei Frauen die Last von Arbeit und Familie tragen.
Auch die säkulare Bevölkerung weist eine hohe Fruchtbarkeitsrate auf
Die Zahl, die jene am meisten ärgert, die alles dem religiösen Fanatismus zuschreiben: Der säkulare und traditionelle Sektor liegt im Durchschnitt zwischen 2 und 2,5 Kindern pro Frau. Nicht-religiöse israelische Frauen liegen bei etwa zwei Kindern, also genau bei der Bestandsersatzquote. Als Gründe werden sozialer Druck, ein Umfeld, das Kinderhaben nicht bestraft, und ein Gefühl kollektiver Überlebenssicherung angeführt, das in Europa verschwunden ist. Keines davon lässt sich mit einer einzigen statistischen Reihe verifizieren.
Von demografischen Daten zur geopolitischen Grabenkriegsführung
Nicht alle Analysen blieben bei der Demografie. Ein großer Teil der Diskussion wandte sich Israels Rolle in der Region, seinen internationalen Allianzen und der erhaltenen Auslandshilfe zu, mit stark gegensätzlichen Positionen und wenigen harten Zahlen. Auch Erklärungen tauchten auf, die den Fall Israel außerhalb des Rahmens der „Ersten Welt“ stellen und sein Einkommen externen Faktoren statt der eigenen Wirtschaft zuschreiben. Es sind Interpretationen im Umlauf, keine gesicherten Fakten.
Was kommt: Ein Land, dessen Zusammensetzung sich ändern wird
Mit dem Haredi-Sektor auf dem Weg zu 14 % und Raten von sechs Kindern pro Frau legt die Projektion für eine Generation nahe, dass Israel demografisch anders aussehen wird – religiöser und mit einem anderen Arbeits- und Militärprofil als heute. Niemand hat bisher bewiesen, dass dies die Geburtenraten stützen wird, ohne die öffentlichen Haushalte zu belasten. Ebenso wenig, dass es sie brechen wird. Die offene Frage ist nicht, wie viele Kinder geboren werden, sondern wer Schulen, Subventionen und Befreiungen bezahlt, während der Rest der entwickelten Welt erlischt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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