Irene Montero im viralen Video mit Ringlicht und Designer-Trainingsanzug

Ein Video der spanischen Politikerin Irene Montero mit Ringlicht und Designer-Trainingsanzug löst Vergleiche mit TikTokerinnen und Kritik an ihren politischen Privilegien aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Irene Montero im viralen Video mit Ringlicht und Designer-Trainingsanzug
Montero tauscht das Rednerpult gegen Ringlicht und Designer-Trainingsanzug

Irene Montero erscheint in einem Video, das mit Ringlicht gedreht wurde: Sie schminkt sich und trägt ein Outfit, das einen Trainingsanzug mit einem teuren Marken-Schlafanzug kombiniert. Der Clip kursiert als Einladung zu einer Party und hat genügt, um Vergleiche mit Zwanzigjährigen Influencerinnen auszulösen. Die Szene hat es in sich: Dieselbe Politikerin, die einst Wirtschaftslehren verkündete, taucht nun im hausgemachten TikTok-Format auf, mit dem Wohnzimmer als Studio und dem Handy als Kamera.

Vom Ministerium ins Wohnzimmer: der neue Lebenslauf

Das Video ist kein Versehen. Es ist ein weiteres Stück einer Kommunikationsstrategie, die Persönliches und Politisches vermischt. Das Ringlicht geht nicht zufällig an: Es ist das Grundwerkzeug für alle, die außerhalb des Amtes eine eigene Marke aufbauen wollen. Die Verwandlung zur Schickeria-Dame mit teurem Trainingsanzug und bunten Accessoires passt in jenen natürlichen Schritt vom Lachen über das System zum Kassieren der Provision.

Der Auftritt gehört allerdings vor Gericht. Die Jacke scheint in der falschen Größe zu sein, unmöglich schmal geschnitten, und die Hose könnte in einem Farbmix, der nie so richtig aufgeht, für einen Rock durchgehen. Manche verteidigen das Ganze als bequeme, stylische Kleidung; die meisten tun es als eine Lächerlichkeit ab, die mit jedem Grad an Schickim-Attitüde wächst.

Die Leibwache, das Penthouse und die 300 Euro des Europaparlaments

Die Garderoben-Kontroverse überdeckt eine ältere: die der angesammelten Privilegien. Im Hintergrund schwebt die Liste der Annehmlichkeiten, die der ehemalige Ministerin zugeschrieben werden: eine Leibwache, die ihr Auto eine halbe Stunde vor der Abfahrt vorheizte, damit ihr auf dem Weg ins Ministerium nicht kalt wurde, besondere staatliche Schulen, Privatschulen, exklusive Hypotheken, Penthäuser im Madrider Stadtteil Prosperidad und Reisen mit Freundinnen nach New York. Dazu kommt das Detail mit den 300 Euro, die es gab, wenn man sich im Europaparlament einstempelte und dann zum Frühstück verschwand.

Das einfache Volk schaut unterdessen das Video und zieht Vergleiche. Die Schminkszene ist nur die Spitze eines Eisbergs einer Erzählung, in der Nähe zum einfachen Leben mit einem Ringlicht inszeniert und mit dem Bankkonto widerlegt wird.

Die Lächerlichkeit als politische Marke

Es geht nicht um eine Hose. Es geht um einen ästhetischen Glaubenswechsel: Wo früher Gitarre im Sommerlager und Sonntagsmesse waren, gibt es jetzt Demonstrationen und Schminktutorials. Die Mode verlangt heute, sich selbst zu filmen, und die Politik bleibt davon nicht verschont. Das Ergebnis ist ein Video, das mehr wegen des Spotts geteilt wird als wegen der Botschaft, und ein öffentliches Bild, das mit jeder neuen Einstellung leidet.

Manche behaupten, all das sei eine bedeutungslose Anekdote. Dagegen steht das Argument, dass eine Anekdote, oft genug wiederholt, eine Figur erschafft. Und die Figur bleibt am Ende übrig, wenn das Ringlicht erlischt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

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