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Iglesias-Klage: elDiario.es droht Insolvenz
Julio Iglesias verklagt elDiario.es wegen Verleumdung und fordert laut Medienberichten 200 Millionen Euro. Chefredakteur Ignacio Escolar warnt vor der Schließung des Mediums.
Julio Iglesias verklagt elDiario.es – Escolar räumt Insolvenzgefahr ein
Ignacio Escolar formulierte es unmissverständlich: „Alles, was wir haben, alles, was wir aufgebaut haben, steht auf dem Spiel.“ Dieser Satz, am 3. März 2026 im eigenen Medium veröffentlicht, fasst den finanziellen und juristischen Erdbeben zusammen, das elDiario.es nach der von Julio Iglesias’ Anwälten eingereichten Vergleichsklage trifft. Der Sänger hat nicht den Zivilweg gewählt. Er entschied sich für eine Strafanzeige wegen Beleidigung und Verleumdung, die einzige Möglichkeit, neben einer Entschädigung auch Gefängnisstrafen für Journalisten zu fordern. Wie verschiedene Medien berichteten, verlangen seine Anwälte 200 Millionen Euro Schadensersatz. Eine Summe, die laut dem Chefredakteur selbst zur Schließung der Zeitung durch Insolvenz führen würde.
Hintergrund des Konflikts sind Berichte über zwei ehemalige Mitarbeiterinnen, die den Sänger sens Übergriffe beschuldigen. Escolar betont, dass die Recherche im Januar 2023 begann, die Beschwerdeführerinnen anderthalb Jahre lang befragt wurden, Iglesias elf Tage vor Veröffentlichung kontaktiert wurde und weder er noch seine Anwälte reagierten. Zudem hebt er hervor, dass 2025 das Team von Univision hinzukam, mit der Journalistin Federica Narancio und dem Pulitzer-Preisträger Gerardo Reyes, die jedes Detail überprüften. Die Staatsanwaltschaft beim Nationalen Gerichtshof (Audiencia Nacional) stellte die Voruntersuchungen mangels Zuständigkeit ein, nicht wegen mangelnder Glaubwürdigkeit, so die Darstellung des Mediums.
Was genau fordert Julio Iglesias und warum wählt er den Strafverfolgungsweg?
Die Vergleichsklage ist ein obligatorisches Verfahren vor Einreichung einer Strafanzeige. Iglesias verlangt von elDiario.es eine Entschuldigung, eine Richtigstellung und die Anerkennung, als Journalist versagt zu haben. Escolar antwortet mit kategorischer Ablehnung: „Wir haben nichts richtigzustellen.“ Das Medium hält an allen veröffentlichten Artikeln fest.
Die Wahl des Strafwegs ist kein Zufall. Zwischen Zivilklage und Strafanzeige hat der Sänger den einzigen Weg gewählt, auf dem neben einer Entschädigung auch Haftstrafen gegen Journalisten gefordert werden können. Als „künftige Angeklagte“ benannt sind der Chefredakteur Escolar selbst, Elena Cabrera, Ana Requena, María Ramírez und Juanlu Sánchez.
Die Klage enthält Behauptungen, die das Medium als falsch zurückweist. Es bestreitet, dass Journalisten an der Ausarbeitung der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft beteiligt waren – dies war die Entscheidung der Frauen, beraten durch ihre Anwältinnen – und lehnt ab, dass die Videoaussagen „gespielte Charaktere“ oder „eine Inszenierung mit professionellen Schauspielerinnen“ seien. Die Frauen vor der Kamera sind die Beschwerdeführerinnen selbst, deren Stimmen durch Synchronisation verändert und Namen zum Schutz ihrer Identität geändert wurden, wie das Medium seit dem ersten Tag kommuniziert hat.
Die Verteidigung des Mediums: Drei Jahre Recherche und ein Pulitzer-Team prüfte das Material
Der Bericht von elDiario.es betont die Sorgfalt. Der erste Hinweis kam im Januar 2023. Die Interviews mit den beiden Beschwerdeführerinnen dauerten anderthalb Jahre, um die Konsistenz ihrer Aussagen zu überprüfen. Dokumente wurden vorgelegt, darunter medizinische Nachweise sens übertragbarer Krankheiten. Mehr als ein Dutzend ehemaliger Angestellte aus den Anwesen des Sängers sowie Personen, denen die Frauen zuvor von ihren Erlebnissen berichtet hatten, wurden interviewt.
2025 stieß das Team von Univision hinzu. Ihre Journalisten überprüften jedes Detail erneut, führten neue Videointerviews mit den Frauen und lieferten zusätzliche Quellen. Das Medium hebt hervor, dass die Informationen nicht nur durch den internen Filter gingen.
Die Einstellung durch die Staatsanwaltschaft beim Nationalen Gerichtshof widerlegt die Informationen laut dem Medium nicht. Der Grund war eine Zuständigkeitsfrage: Es gibt keine Jurisdiktion, da die mutmaßlichen Delikte außerhalb Spaniens stattfanden, obwohl Iglesias Spanier ist. Der Sänger hat die Beschuldigungen zurückgewiesen und sie als „Inszenierung“ bezeichnet.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen: 200 Millionen und der Geist der Insolvenz
Die Zahl, die über der gesamten Angelegenheit schwebt, sind diese 200 Millionen Euro. Escolar erwähnt sie als Betrag, den die Anwälte des Sängers laut verschiedenen Medienberichten fordern werden. Der Chefredakteur von elDiario.es verschweigt die Schwere nicht: „Es ist nicht leicht, sich einem solchen Gerichtsverfahren zu stellen, auch wenn man wusste, dass es passieren könnte.“ Er räumt ein, dass es ihn um den Schlaf bringt, aber nicht den Willen nimmt, weiterzumachen.
Klar ist, dass das Medium ein „langes, teures und komplexes“ Verfahren vor sich hat, das im extremsten Szenario zum Ende der Marke führen könnte.
Im spanischen System wird immaterieller Schaden mit moderaten Beträgen entschädigt; nachgewiesener materieller Schaden treibt die Zahlen in die Höhe. Wenn der Sänger Konzertabsagen oder verlorene Verträge aufgrund der Berichte belegen könnte, sähe die Rechnung anders aus. Auf diesem Terrain wird sich der Prozess bewegen, so ein Teilnehmer der Debatte.
Ein wiederkehrendes Muster: Wenn unbequeme Exklusivmeldungen vor Gericht enden
Escolar ordnet die Klage in eine bekannte Logik ein: Je unbequemer eine Nachricht für jemanden mit Macht ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass am Ende die Journalisten vor Gericht stehen müssen. Dies sei nicht das erste Mal, sagt er, und auch nicht das letzte. Aber man gewöhne sich nie an diese Art von Druck.
Das Medium hält an allem Veröffentlichten fest und kündigt an, sich nicht zurückzuziehen. „Ich bereue absolut nicht, diese Nachricht veröffentlicht zu haben; es war unsere Pflicht“, schließt Escolar. Der Rechtsstreit hat gerade erst begonnen und der Ausgang ist zum Zeitpunkt dieser Diskussion weiterhin offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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