Guardia Civil deckt mit Chlor gewaschenes verdorbenes Fleisch auf

Die Guardia Civil griff ein, nachdem Mitarbeiter verdorbenes Fleisch mit Bleichmittel gewaschen hatten. Der Fall wird als Verstoß gegen die öffentliche Gesundheit geahndet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Guardia Civil deckt mit Chlor gewaschenes verdorbenes Fleisch auf
Mit Chlor gewaschenes verdorbenes Fleisch: Das Verbrechen, das die Guardia Civil aufdeckte

Wie kann man verdorbenes Fleisch verkaufen, ohne dass es jemand merkt? Laut den Ermittlungen der Guardia Civil ist die Antwort einfach: Man wäscht es mit Bleichmittel. Die Angestellten des untersuchten Unternehmens tauchten das Fleisch in chlorhaltiges Wasser, um Geruch und Farbe der Zersetzung zu verbergen, und verteilten es anschließend an Restaurants und Betriebe. Der Fall, der durch das Eingreifen der bewaffneten Behörde ans Licht kam, führte zur Anklage wegen eines Verbrechens gegen die öffentliche Gesundheit. Die ursprünglich am 3. April veröffentlichte und später wieder aufgegriffene Nachricht hat eine unbequeme Debatte neu entfacht: Wie oft passiert so etwas noch im spanischen Gastgewerbe?

Was geschah und warum es als Verbrechen gilt

Die Guardia Civil griff nach einer internen Anzeige ein. Dem Tathergang zufolge wuschen die Mitarbeiter des Unternehmens bereits verdorbenes Fleisch mit Bleichmittel, um es verkaufen zu können. Ziel war es, den Kunden zu täuschen: Den Geruch und das Aussehen der Fäulnis beseitigen, damit das Produkt genießbar wirkte. Die Operation fällt unter ein Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit, denselben Straftatbestand, der den Verkauf von verdorbenen oder verfälschten Lebensmitteln ahndet.

Dieser Fall ist laut Brancheninsidern kein Einzelfall. Manche behaupten, diese Praxis sei jahrzehntelang in Schlachthöfen und Wurstfabriken üblich gewesen. Ein Teilnehmer der Diskussion versichert, dies in den Achtzigern gesehen zu haben: Abfallstücke wurden zehn Minuten in Wasser mit einem Schuss Chlor getaucht und landeten schließlich als Aufschnitt, Burger oder Würste auf dem Teller. Hackfleisch wurde dafür nicht verwendet, da die Farbe ihn verraten hätte.

Der Badewannen-Trick und der Gestank der Fäulnis

Die beschriebene Technik ist nicht ausgefeilt. Es handelt sich um das Eintauchen von Longaniza- und Chorizo-Schnüren in chlorhaltiges Wasser, um den Zustand des Produkts zu verschleiern. Die Ware kostet nichts, wird in Sandwiches und Autobahnraststätten-Menüs verkauft, und alles ist Gewinn. Das Risiko, so warnen Branchenkenner, besteht darin, dass unterwegs Kunden vergiftet werden könnten. Bleichmittel beseitigt keine Toxine der Zersetzung: Es überdeckt nur den Geruch.

Die Diskussion wandte sich schnell der Rolle der Verwaltung zu. Einige Teilnehmer vertreten die Ansicht, der Privatsektor funktioniere gut und Regulierungen seien überflüssig; die häufigste Antwort lautet, dass die öffentliche Gesundheit Vorrang vor dem Recht auf Profit habe. Das liberale Argument, ins Extreme getrieben, lässt sich so zusammenfassen: Wenn sich der Markt selbst reguliert, wählen Kunden irgendwann Restaurants mit guter Küche. Die Erwiderung kam sofort: Wenn sie Kunden verlieren, werden diese als Futter missbraucht, und so reguliert sich der Markt von allein.

Warum der Firmenname nicht veröffentlicht wird

Eine der häufigsten Kritiken betrifft die verfügbaren Informationen. Laut mehreren Teilnehmern erwähnt die Meldung weder den Namen des Unternehmens noch die Betriebe, an die das Fleisch geliefert wurde, noch wer verantwortlich ist. Auch wird nicht dargelegt, welche Behörde grünes Licht gab. Diese Intransparenz nährt den Verdacht, dass der Fall mit Samthandschuhen angefasst wurde.

Der Vorfall ereignete sich am 3. April, und die Nachricht wurde später wiederbelebt, ohne dass der Name des untersuchten Unternehmens aktualisiert wurde. Die Guardia Civil griff ein, aber das Verfahren läuft weiter. Es gibt keine rechtskräftige Verurteilung und keine öffentliche Identifizierung der Verantwortlichen.

Der doppelte Maßstab bei Inspektionen

Ein weiterer Kritikpunkt zielt auf die Ungleichheit bei Kontrollen ab. Ein Restaurant mit Küche muss Inspektionen bestehen, die nahezu chirurgische Sauberkeit verlangen. Im Gegensatz dazu kann auf Volksfesten ein Straßenstand Fleisch von fünf Uhr nachmittags bis vier Uhr morgens im August in einer Kühlbox lagern, mit Glühbirnen voller Motten und einer zwischen den Sandwiches abgekratzten Grillplatte. Kommunale Kontrolleure gehen vorbei und sagen nichts.

Der Vergleich ist nicht aus der Luft gegriffen: Wenn die Kontrolle streng bei denen angewendet wird, die Räumlichkeiten haben, und lax bei denen, die einen Stand aufbauen, ist der perverse Anreiz offensichtlich. Wer sich hält, zahlt; wer nicht, schweift frei umher.

Das Geschäft mit billigem Fleisch

Der Preis ist der andere große Protagonist. Ein Menü für 12 Euro ist laut verbreiteten Berechnungen kein Schnäppchen: Wer montags bis freitags zweimal täglich außer Haus isst, gibt allein für Menüs 480 Euro pro Monat aus. Damit das Geschäft mit Qualitätsfleisch aufgeht, stimmen die Zahlen nicht. Die Schlussfolgerung lautet, dass billige Menüs auf billigen Rohstoffen basieren, und billige Rohstoffe sind manchmal Fleisch, das hätte weggeworfen werden müssen.

Manche erinnern sich daran, Fleisch bei Großhändlern für einen Euro pro Kilo gekauft zu haben, ein unmöglicher Preis für frisches Produkt. Die damalige Erklärung war, dass der Händler die Ware den Lieferanten im LKW übergab. Daran hat sich nichts geändert.

Bleichmittel als vermeintliches Heilmittel

Mitten in der Debatte tauchte eine Randnotiz auf: Jemand erinnerte daran, dass Bleichmittel Wasser und Gemüse desinfiziert und angeblich auch ELbichito heilt. Die Ironie verdeckt nicht das Grundproblem: Bleichmittel ist ein chemisches Haushaltsprodukt, kein Lebensmittelkonservierungsmittel. Fleisch mit Bleichmittel zu waschen macht es nicht essbar, sondern nur weniger offensichtlich verdorben.

Der Fall beschränkt sich bisher auf das Eingreifen der Guardia Civil und die Anklage wegen eines Verbrechens gegen die öffentliche Gesundheit. Es gibt keine Namen, keine Verurteilungen und keine Liste betroffener Betriebe. Die offene Frage bleibt die alte: Wenn dies schon immer praktiziert wurde, wie oft ist es noch geschehen, ohne dass jemand es aufgenommen hat?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (131 Antworten).

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