Geigendiebstahl in London: 1740er Carcassi im Wert von sechsstelligen Summen

David López Ibáñez, Musiker des London Symphony Orchestra, verliert eine seltene Carcassi-Geige aus dem Jahr 1740. Der Diebstahl wirft Fragen zur Versicherung auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Geigendiebstahl in London: 1740er Carcassi im Wert von sechsstelligen Summen
Gestohlene Geige von 1740 in London: Sechsstelliger Wert und ein fataler Fehler

Wie verliert man eine im florentinischen 18. Jahrhundert gefertigte, sechsstellige Geige, die einem deutschen Unternehmer gehört, während man gemütlich in einem Pub im Norden Londons sitzt? David López Ibáñez, 30 Jahre alt, aus Castillo de Locubín (Jaén) stammend und Bratschist beim London Symphony Orchestra, weiß es genau: Er stellte den Koffer neben sich auf den Boden, legte seinen Hut darauf, und jemand nahm ihn unter einem Mantel versteckt mit. Das Instrument, ein Werk von Lorenzo Carcassi, gehörte ihm nicht. Es war geliehen.

Der Bericht, den er der BBC gab, beschreibt einen verzweifelten Mann: „Mein Leben ist zerstört“, sagte er. „Ich fühlte, wie mein Herz zerspringen würde.“ Die Geige ist versichert, aber López besteht darauf, dass das Instrument unbezahlbar sei. Die Metropolitan Police ermittelt und wird wahrscheinlich die Überwachungskameras des Lokals prüfen. Das Stück hat ein einzigartiges Merkmal: einen kleinen herzförmigen Schnitt auf der Rückseite des Pergaments am oberen Rand.

Was genau im Pub geschah

Der Musiker selbst beschrieb den Ablauf gegenüber der BBC: „Ich stellte sie direkt neben mich.“ Sein Hut lag auf dem Koffer und fiel herunter. Jemand im Pub hob ihn auf, dachte, er gehöre zum vermeintlichen Dieb, und rannte hinter ihm her, um ihn zurückzugeben. Erst als die Geige nirgends zu sehen war, dämmerte ihnen, dass der Mann sie unter seinem Mantel versteckt hatte. Keine Gewalt, kein Gerangel, keine Drohung: nur ein Sekundenbruchteil der Unachtsamkeit.

Genau dieser Detailgrad hat viele empört. Ein Diebstahl ohne Gewalt erschwert die Versicherungsansprüche, und mehrere Analysen kommen zu dem Schluss, dass die Police kaum den echten Wert eines einzigartigen Stücks decken wird. Die Frage, ob die Versicherung zahlt oder nicht, ist inzwischen ein Hauptthema des Falls, noch wichtiger als die Identität des Diebs.

Kann man so eine Geige auf dem Schwarzmarkt verkaufen?

Höchst unwahrscheinlich. Geigen dieser Kategorie sind leicht identifizierbar, und der Markt ist winzig: Entweder gibt es einen Vorbestellungsauftrag, oder das Instrument taucht irgendwann wieder auf. Das ist die Hypothese der Branchenkenner. Das herzförmige Zeichen im Pergament macht jeden Versuch, es legal zu platzieren, praktisch unmöglich.

Einige gehen weiter und behaupten, der Dieb habe gar nicht gewusst, was er mitnahm. Eine andere, kleinere Strömung vermutet einen Auftragsdiebstahl mit bereits wartendem Käufer. Gegen diese These spricht ein praktischer Umstand: Sechsstellige Beträge ohne Verdacht einzustreichen, erfordert eine Infrastruktur, die ein Gelegenheitsdieb nicht besitzt.

Die Verantwortung des Musikers: Die nie endende Debatte

Die zentrale Frage der Diskussion lautet: Warum nimmt ein Profi-Instrumentalist ein fremdes, wertvolles Instrument zum Abendessen mit? Der häufigste Vergleich: Niemand trägt 100.000 Euro Bargeld in der Tasche herum, aber viele haben bedenkenlos ein 1.000-Euro-Smartphone dabei. Gewohnheit tötet das Wertgefühl.

Dem halten einige entgegen, dass Orchestermusiker vertraglich verpflichtet sind, stets dasselbe Instrument zu spielen, mit dem sie bei den Aufnahmeprüfungen angetreten sind. Kein Caprice, sondern eine berufliche Notwendigkeit. Und der Markt für italienische Instrumente dieser Epoche bewegt sich in diesen Sphären, weil Sammlerleidenschaft und Mäzenatentum die Preise bis zu Grenzen getrieben haben, die moderne Geigenbauer nicht erreichen können.

Die Geige, die Versicherung und das Leihgeschäft eines deutschen Unternehmers

Das Instrument gehörte dem Musiker nicht. Ein deutscher Unternehmer kaufte es und überließ es ihm zur Förderung seiner Karriere. Dieser Aspekt verändert die Natur des Schadens grundlegend: Es geht nicht nur um Vermögensverlust, sondern um den Bruch eines Vertrauensverhältnisses zu demjenigen, der seine Karriere finanzierte. Manche sehen darin den Grund, warum der Fall über die Anekdote hinausgewachsen ist.

Die Geige ist versichert, aber López besteht darauf, dass sie unersetzlich sei. Die Diskussion darüber, was die Police genau abdeckt, wenn keine Gewalt im Spiel war, bleibt offen; abschließende Antworten fehlen in den verfügbaren Materialien.



Ein junger Musiker verliert in einem Pub etwas, das er nicht ersetzen kann, eine Versicherung, die vermutlich nicht den vollen Wert erstattet, und ein Stück, das aufgrund seines herzförmigen Zeichens kaum abzusetzen ist. Alles wegen eines Huts, der auf den Boden fiel. Die Fahrlässigkeit wird diskutiert; die Geige ist vorerst verschwunden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (167 Antworten).

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