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Gaza: Krater passt nicht zu JDAM-Bomben
Israel macht einen Jihad-Islam-Raketenangriff für den Einschlag im Gaza-Krankenhaus verantwortlich. Die Größe des Kraters nährt Zweifel an der offiziellen Darstellung.
Die Größe des Kraters am Gaza-Krankenhaus ist umstritten
Die Autos standen noch auf ihren Parkplätzen. Dieses Detail taucht immer wieder auf, wenn die offizielle Version zum Einschlag in der Nähe des Gaza-Krankenhauses angezweifelt wird: Fahrzeuge waren zwar ausgebrannt, aber – so die Argumentation der Kritiker – durch die Druckwelle nicht verschoben worden. Der Krater war bescheiden und das Gebäude stand noch. Auf diesen drei Punkten – dem Krater, den Autos und der Struktur des Gebäudes – basiert ein großer Teil der Debatte darüber, wer das Projektil abgefeuert hat. Bisher hat keine der beiden Seiten eine unabhängige Überprüfung vorgelegt.
Die israelische Version wurde mit Audio untermauert.
Einheit 8200 und die Aufnahmen, die Israel seinen Gegnern zuschreibt
Die militärische Nachrichteneinheit 8200, im Hebräischen als shmone matayim bekannt, behauptet, Funksprüche zwischen Mitgliedern des Sarracinischen Dschihad in ihrem Besitz zu haben. In einer dieser Aufnahmen gesteht einer der Sprecher, dass eine eigene Rakete im Bereich des Krankenhauses eingeschlagen sei. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) verbreiteten dieses Material als Beweis dafür, dass der Angriff nicht von ihnen stammte, mit der Aufforderung, sich selbst davon zu überzeugen, indem man den Beteiligten lauscht. Dies ist das Kernstück der offiziellen Erzählung: ein zugeschriebenes Audio ohne bekannte öffentliche Beweiskette und ohne Bestätigung seiner Echtheit durch eine unabhängige Stelle bis heute.
Parallel dazu wurde berichtet, dass ein von Premierminister Netanyahu benannter digitaler Sprecher den Bombenangriff auf das Krankenhaus zugegeben und die Nachricht Minuten später gelöscht habe. Zudem kursiert eine Erklärung, die einem Sprecher der israelischen Botschaft zugeschrieben wird, wonach Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen wegen darunter liegender Tunnel gerechtfertigt seien. Diese zwei unbequemen Fakten stehen im Zentrum der Fälle derer, die die Verantwortung des hebräischen Staates betonen.
Warum die Größe des Kraters zum Schlüsselargument wurde
Die technische Debatte reduziert sich auf einen Vergleich der Kräfte. Wie im Diskussionsverlauf argumentiert wurde, trägt eine gelenkte Bombe vom Typ Mark 84 (JDAM) etwa tausend Kilogramm Sprengstoff und würde einen Krater hinterlassen, der groß genug für ein olympisches Schwimmbecken wäre, sowie alles in einem weiten Radius zerstören. Davon fehlt jede Spur: Die Bilder zeigen begrenzte Schäden und Autos, die, obwohl verbrannt, mehr oder weniger an ihrem Platz blieben.
Der Einwand gegen diese Logik ist konkret und nicht unbegründet: JDAMs können so konfiguriert werden, dass sie in der Luft detonieren, sodass das Fehlen eines großen Kraters ihren Einsatz nicht ausschließt. Die Gegenreaktion ist ebenfalls konkret: Es gibt einen Krater, aber er ist lächerlich klein für die Waffe, die der israelischen Luftwaffe zugeschrieben wird.
Das grundlegende Problem ist, dass auch eine handwerklich hergestellte Rakete schlecht zum Ergebnis passt. Im Verlauf der Debatte wurde behauptet, dass ein Benzinflaschen-Explosivsatz mehr Zerstörungskraft habe als viele der aus dem Gazastreifen abgefeuerten Projektile. Dies lässt beide Erklärungen mit offenen Fragen zurück.
Die 500 Todesopfer, die niemand übernimmt
Die Anfangszahl der Opfer hat sich als unzuverlässig erwiesen. Es war von 500 Toten die Rede, eine Schätzung, die die israelische Seite entschieden ablehnt und die auch von unabhängigen Gesundheitsquellen nicht bestätigt wurde. Parallel dazu kursierte ein spanischsprachiger Bericht, der die Zahl auf 6.000 Tote erhöhte und Israel die Schuld für die Rakete gab. Dies passt weder zur ersten Zahl noch zur Größe des Gebäudes.
Hier liegt der zweite Reibungspunkt: die Beschreibung des Objekts. Es wurde behauptet, das Krankenhaus habe acht Stockwerke gehabt, obwohl in der Gegend meist nur zweistöckige Bauten üblich sind. Hätte ein solches Gebäude eine Fliegerbombe getroffen, wäre das sichtbare Ergebnis anders ausgefallen. Auf diesem Widerspruch basiert zudem ein unbequemes Argument: Wenn im Komplex Sprengmaterial gelagert worden wäre, würden einige sagen, dass der Ort damit zum militärischen Ziel würde, was wiederum eine größere Detonation erklären würde, als das Projektil allein rechtfertigen könnte.
Wer profitiert von welcher Erzählung?
Die Berechnung der Anreize ist das häufigste Argument zugunsten der israelischen These: Ein Staat, der erstmals seit Jahrzehnten die internationale öffentliche Meinung auf seiner Seite hatte, gewinnt nichts durch einen Angriff auf ein Krankenhaus, sondern verliert viel. Die Symmetrie funktioniert auch umgekehrt: Eine bewaffnete Gruppe, die Märtyrer und internationalen Druck braucht, profitiert von jedem Bild der Zerstörung, selbst auf Kosten ihrer eigenen Bevölkerung.
Aber die Anreizberechnung ist kein Beweis. Niemand bestreitet, dass Armeen Fehler machen, und Zielgenauigkeitsfehler existieren in allen Kriegen. Was messbar ist, sind die politischen Kosten des Vorfalls: Es wurde darauf hingewiesen, dass der Einschlag die Normalisierung mit Saudi-Arabien und die Reise des US-Präsidenten durch arabische Länder torpediert hätte, sowie jede Verhandlungslösung für die von der Hamas gehaltenen Geiseln erschwert hätte.
Mit diesen Fakten auf dem Tisch bleibt der Fall offen: Es gibt keine unabhängige Verifizierung vor Ort, und die Aufnahmen, die die offizielle Version stützen, sind per Definition Geheimdienstmaterial. Der Krater ist so groß wie er ist. Das Krankenhaus steht noch. Und die Todeszahlen, ob 500 oder andere, wurden nicht von Quellen außerhalb des Konflikts bestätigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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