Frau leert Konto des Partners nach dessen Tod: Haftstrafe gefordert

Die spanische Staatsanwaltschaft fordert 33 Monate Haft für eine Frau, die 21.500 € von den Konten ihres Partners zog, eine Stunde nach seinem Tod. Prozessbeginn in Madrid.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Frau leert Konto des Partners nach dessen Tod: Haftstrafe gefordert
Partner stirbt, Frau leert Kontostände binnen einer Stunde: Anklage auf Haft

Eine Stunde. Das ist der Abstand zwischen dem Tod eines Mannes in Madrid und dem Moment, als seine Partnerin, P. M. P. M. G., die beiden Girokonten leer räumte, auf denen sie als bevollmächtigte Zeichnungsberechtigte geführt wurde. Die Beute: 21.500 Euro. Die Staatsanwaltschaft Madrid fordert für sie 33 Monate Gefängnis wegen Unterschlagung, und der Prozess beginnt diesen Donnerstag vor dem Provinzgericht. Der Fall, veröffentlicht von ABC, hat alle Zutaten eines Melodrams: eine eheähnliche Beziehung von fast 45 Jahren, zwei Töchter des Verstorbenen aus einer früheren Ehe und Geld, das laut Anklage niemandem mehr gehörte, als sie es abhob.

Was das Gesetz sagt, wenn ein Kontoinhaber stirbt

Der juristische Punkt ist entscheidend und nicht auslegungsfähig. Die Vollmacht zur Verfügung über ein Konto — die Zeichnungsvollmacht oder die implizite Bankvollmacht — erlischt in dem Augenblick, in dem der Inhaber verstirbt. Ab dann hört das Geld auf, dem Toten zu gehören, und wird zum Nachlassvermögen, mit einer Ausnahme: Wenn das Konto ein Gemeinschaftskonto war, ist nur die Hälfte des Saldos betroffen, die unter den Erben verteilt wird. Der Rest bleibt Eigentum des lebenden Mitinhabers.

Das bedeutet, dass selbst wenn sie die einzige Erbin gewesen wäre, das Verschieben des Geldes vor Annahme der Erbschaft und Begleichung der Erbschaftssteuer weiterhin strafbar wäre. Der Nachlass darf erst angerührt werden, wenn er vor einem Notar geregelt ist. Die Bank ihrerseits weiß nichts davon: Sie erhält die Sterbeurkunde erst, wenn jemand sie informiert, weshalb die Transaktion ohne Hindernis ausgeführt werden konnte. Die Meldepflicht liegt bei den Angehörigen.

Erbschaftssteuer und die Hälfte, die ihr nicht gehörte

Es gibt eine zweite Front, die kaum jemand beachtet und die hier ausschlaggebend ist: Das Finanzamt prüft die Bewegungen des Verstorbenen bis sechs Monate vor dem Tod. Wenn Geld nach dem Tod vom Konto geht, ist es keine normale Auszahlung mehr: Es ist eine Operation, um der Erbschaftssteuer zu entgehen. Und wenn es als Schenkung gewertet wird, fallen Papierkram und Steuern an.

Die Kernfrage ist, wie viel von diesen 21.500 Euro tatsächlich ihr gehörten. In einer Lebensgemeinschaft von 45 Jahren, ob mit einem oder zwei Gehältern, vermischen sich die Ersparnisse. Die Verteidigung argumentiert, das Geld habe dem Paar gehört und die Töchter hätten verstehen müssen, dass dieser Fonds der Witwe zustand. Die Anklage kontert mit dem Zivilgesetzbuch: Der Pflichtteil (*legítima*) ist ein Recht der Kinder, und um ihn ihnen zu nehmen, muss man sie förmlich enterben. Zusammenleben allein reicht nicht.

Die Uhr der Bank und die unakzeptierte Erbschaft

Die Chronologie macht aus einem Familienstreit einen Strafprozess. Der Tod. Eine Stunde. Die Filiale. Der Nullsaldo. Die Anzeige kam nicht vom Finanzamt, das sich selten von Amts wegen bei Beträgen dieser Größenordnung einmischt, sondern von den Töchtern des Verstorbenen. Dieses Detail ist wichtig: Ohne Strafantrag der Erben gäbe es wahrscheinlich kein Verfahren.

Die vollständige Berechnung dessen, was jedem Teil zustand — der Güterstandanteil, der Pflichtteil der Töchter, die Steuerquote — ergibt eine Zahl, die überrascht, wer glaubt, das Problem löse sich durch Teilen durch zwei. Das tut es nicht.

Die Falle, Geld zu Lebzeiten abzuziehen

Es gibt eine Strategie, die manche als sauberen Ausweg sehen und die hier nicht angewandt wurde: Über das Geld zu Lebzeiten des Inhabers mit seiner Genehmigung verfügen und das Konto beim Tod fast leer hinterlassen. Das Problem ist, dass das Finanzamt die sechs vorhergehenden Monate prüft, und 100.000 Euro in diesem Zeitraum abzuziehen, ist zu auffällig. Die Grenze zwischen Steuergestaltung und Betrug liegt genau dort: im Zeitpunkt und in der Unterschrift des noch Lebenden.

Der Fall wird nun vor dem Provinzgericht Madrid verhandelt. Die Anklage fordert fast drei Jahre Haft für eine Operation, die Minuten dauerte. Und die unbequeme Frage schwebt weiter: Wenn das Geld dem Paar gehörte, warum hat niemand etwas schriftlich festgehalten?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (168 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver