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Fracaloser und der Patentkrieg um den Wortschatz des Internets
Fracaloser, taluec, burbumori: Mehrere Menschen beanspruchen die Urheberschaft am Internet-Wortschatz, ohne einen einzigen Beweis vorzulegen. Das unmögliche Patent eines Wortes.
Wer hat fracaloser erfunden: die unmögliche Schlacht um das Patent auf die Internetsprache
Ein Teilnehmer behauptet, den Begriff fracaloser geprägt zu haben – und gleich nebenbei fast den gesamten Wortschatz, der in seiner digitalen Community verwendet wird. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Ein anderer behauptet, er sei es gewesen, ein dritter meldet Anspruch auf burbumori an, ein vierter auf taluec. Keiner legt auch nur einen Beweis vor. Alle haben einen Cousin, der es gesehen hat. Es ist die klassische Szene des Worterfinders: Der Anspruch kommt immer nach dem Gebrauch, nie davor, und das kollektive Gedächtnis funktioniert als ein ziemlich kreatives Eigentumsregister.
Die Diskussion beginnt mit einer Warnung, die wie eine Prophezeiung klingt: "Später sagen die, es war nicht ich, und dann klauen sie mir das." Der Verfasser der Nachricht beansprucht nicht nur fracaloser, sondern auch die nvtris und die Züge, und hält fest, dass fast der gesamte Wortschatz dieser Community von ihm stamme. Die ehrlichste Antwort des Ganzen kommt in einem Wort: "Beweis es." Kein Screenshot, kein Link, kein Datum. Nur die innere Gewissheit dessen, der weiß, dass er zuerst da war.
Die Kette der Ansprüche: von fracaloser bis derroido[SIZE]
Danach entbrennt eine Versteigerung der Urheberschaften. Der eine sagt, er habe burbumori erfunden. Ein anderer schreibt sich fracaloser, taluec und eine in die Länge gezogene Entschuldigungsformel zu und fügt mit einem Grinsen hinzu, dass darüber ja niemand sprechen möchte. Ein dritter erklärt, der wahre Urheber sei ein anderer gewesen, und setzt nach: "Nicht Sie." Die Konversation dreht sich nicht mehr um Wörter, sondern um Prestige. Wer einen Begriff geprägt hat, besitzt ein symbolisches Kapital, das an keiner Börse notiert ist, aber mit Händen und Füßen verteidigt wird.
Die Aufteilung endet als kleines Chaos des geistigen Eigentums. Ein routinierter Autor wird für die nvtris ins Spiel gebracht, es wird gestritten, ob die Züge eine eigene Erfindung sind oder eine Leidensfabrik des Bahnunternehmens, und ein derroido schleicht sich mit Großbuchstaben und göttlicher Anrede herein. Die einzige Figur, die einigermaßen Konsens erhält, ist ein gewisser Dodoria, dem der älteste Wortschatz zugeschrieben wird und dem man vorwirft, einen Spitznamen mit mehr Geschichte aufgegeben zu haben als den heutigen.
Warum niemand das Patent auf ein Wort gewinnen kann[SIZE]
Das technische Problem ist einfach: Ein Wort entsteht in einer Nachricht und vermehrt sich in hundert. Der genaue Zeitpunkt der Erfindung wird nirgendwo festgehalten, und das Datum einer Nachricht beweist nicht die Urheberschaft des Konzepts. Der Anspruch stützt sich immer auf das Gedächtnis, das manipulierbarste Register, das es gibt. Deshalb ist das "Beweis es" keine Unhöflichkeit: Es ist die einzig mögliche Antwort.
Manche verlagern die Sache auf institutionelles Terrain und schlagen vor, dass jemand mit sprachlicher Autorität den Begriff in einem Glossar des Spanischen patentieren lässt. Die Idee hat ihren Reiz und ihre Logik: Gibt es kein offizielles Register, wird der Erfinder immer der sein, der am lautesten schreit. Derweil ist der einzige Beweis, der in der gesamten Diskussion vorgelegt wird, ein Zeugenbeweis – und der Zeuge ist stets jemand, der nicht anwesend ist.
Die Beleidigung als Theorie: was die Etymologie von fracaloser verrät[SIZE]
Der beißendste Beitrag bestreitet nicht die Urheberschaft, sondern den Ursprung. Es wird angedeutet, dass der Begriff aus der persönlichen Biografie dessen entstand, der ihn für sich beansprucht, und diese Berufung, eine eigene Sprache zu schaffen, wird mit einer maßgeschneiderten Realität verknüpft. Es ist eine Anschuldigung ohne Beweis, von derselben Art wie alle anderen. Aber sie lässt einen interessanten Punkt zurück: Die Wörter, die in solchen Umgebungen Erfolg haben, beschreiben meist diejenigen, die sie benutzen – nicht diejenigen, auf die sie gemünzt sind.
Den Abschluss bildet eine Tatsache, die alles durcheinanderbringt. Von allen Ansprüchen ist der solideste der von niemandem: Die Züge hat kein Autor erfunden, in Umlauf gebracht hat sie ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten Beschwerden produziert. Das heißt: Der einzige Begriff mit überprüfbarem Ursprung ist genau der, den niemand für sich beanspruchen will.[/SIZE][/SIZE][/SIZE]
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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