1.600 Euro monatliches Hosting: Eine Zahl, die niemand nachvollziehen kann
Eine Website, die hauptsächlich Text und Bilder ausliefert. Kein gehostetes Video, keine rechenintensiven Prozesse, kaum Funktionen. Und eine Serverrechnung, die laut Administrator bei
1.600 Euro pro Monat liegt. Diese Summe löste Skepsis aus: Manche behaupten, es sei mindestens eine Null zu viel.
Während der Diskussion wurden Zahlen von 998 verbundenen Mitgliedern und 1.613 Gästen genannt.
Knapp über 2.600 gleichzeitige Besucher für eine Webpräsenz auf PHP-Basis, die laut mehreren Kommentaren problemlos in jeder Linux-Umgebung läuft. Mit diesen Voraussetzungen erscheinen die 1.600 Euro zumindest fragwürdig.
Was steckt wirklich hinter einer Rechnung von 1.600 Euro?
Der Administrator lieferte den entscheidenden Hinweis. Vor Jahren kontaktierte er das Unternehmen, das die Software entwickelt, um das Projekt als Managed Service hosten zu lassen. Die Antwort war ein Enterprise-Plan für
1.400 US-Dollar pro Monat zzgl. MwSt., inklusive Migration, für eine Datenbank, die bereits fast 200 GB umfasste.
Dieser Detailpunkt verschiebt den Fokus. Man bezahlt nicht einfach nur Hardware, sondern einen verwalteten Dienst. Damit wirkt die Summe nicht mehr absurd, sondern diskutabel. Eine vergleichbare Architektur, manuell aufgebaut – Load Balancer, mehrere Anwendungsknoten, replizierte Datenbank – wurde im Diskurs auf etwa
300 Euro monatlich geschätzt, exklusive Traffic, basierend auf Cloud-Plattformen.
Warum die Hardware-Kosten oft nebensächlich sind
Das stärkste Argument für die Rechnung bezieht sich nicht auf die Hardware, sondern auf die Services. Wartung, Patching, kontinuierliche Überwachung, Disaster-Recovery-Pläne und rund um die Uhr verfügbares Personal. Ein Anbieter, der dieses Paket mit Garantien bietet, kann allein dafür zwischen
12.000 und 15.000 Euro jährlich berechnen, so die im Gespräch genannten Kalkulationen.
Unter diesem Blickwinkel wäre die monatliche Gebühr kein Missbrauch, sondern ein Freundschaftspreis. Die eigentliche Frage lautet: Braucht eine Seite, die primär Text liest und schreibt, dieses Maß an Absicherung? Die häufigste Antwort war Nein, obwohl einige argumentierten, dass ein Projekt dieser Größe genau diesen Servicestandard erfordert.
Das Gewicht des historischen Archivs und der Bilder
Ein Faktor, der die Rechnung tatsächlich erhöht: zwei Jahrzehnte angesammelter Nachrichten. Ein Archiv mit Beiträgen seit
2005, eingebetteten Bildern und einem Volumen, das sich nicht einfach komprimieren lässt. Die Datenbank lag bei rund 200 GB, manche schätzen sie inzwischen auf 300 GB.
Daraus entstanden verschiedene Vorschläge. Eigene Bildhosting-Funktionen streichen und nur externe Links zulassen. Upload-Quotas pro Konto einführen. Lebende Inhalte vom Historischen trennen, alte Beiträge auf Lesemodus setzen, um Wartungskosten zu senken und den Hauptserver zu entlasten.
Die vorgeschlagenen Alternativen
Das Spektrum war breit. Von europäischen Anbietern, bekannt für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis, bis hin zu reinen dedizierten Servern mit fast einem Terabyte RAM und 96 Threads. Auch eigene Infrastruktur auf SSD-Speicher, mit replizierten Datenbank-Clustern und vorgelagerten Load Balancern wurde angeboten.
Der am häufigsten genannte Vergleich:
- 1.600 €/Monat: Vom Administrator angegebenes Managed Hosting
- 1.400 $/Monat: Angebot für Managed Hosting, zzgl. MwSt.
- 800 €/Monat: Hochleistungs-Server laut einer Schätzung
- 300 €/Monat: Modular aufgebaute Cloud-Architektur
- 200 €/Monat: Dedizierter Server, der 40 Bestellungen pro Minute in einem Online-Shop bewältigt
Was es kosten sollte, laut den gängigsten Berechnungen
Konvergierende Schätzungen legten die Untergrenze bei
400 bis 800 Euro monatlich. Dass der Administrator die Aufschlüsselung nicht veröffentlicht, angeblich wegen Sonderkonditionen beim Anbieter, nährt die Zweifel.
Niemand bestreitet, dass das Hosten einer Community mit jahrelanger Geschichte und internationalem Traffic Kosten verursacht. Was nicht zusammenpasst, ist das Verhältnis dieser Kosten zu einem Dienst, den viele Teilnehmer für deutlich günstiger erbringbar halten. Wenn Managed Hosting 1.600 Euro kostet, warum gibt es dann keine öffentliche Kostenaufstellung, die dies belegt?