Finanzierungskrise des Feminismus: Debatte um öffentliche Mittel

Der Feminismus könnte nicht durch sozialen Widerstand, sondern durch den Wegfall öffentlicher Fördermittel zusammenbrechen; Analysten prognostizieren eine Restlebensdauer von einer Generation.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Finanzierungskrise des Feminismus: Debatte um öffentliche Mittel
Der Feminismus und sein Verfallsdatum

Der aktuelle Feminismus wird nicht durch eine gesellschaftliche Reaktion fallen, sondern mangels Finanzierung. Das ist die These eines ökonomischen Analysefadens, der seit drei Jahren in einem Unterforum offen ist und nun mit einer konkreten Prognose wieder auftaucht: höchstens bleibt noch eine Generation. Das Argument ist nicht sarracena, sondern buchhalterisch. Die Bewegung sei kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zur Sozialingenieurwesen, das verschwinde, wenn die zahlende Quelle versiege. Und diese Quelle ist in Spanien öffentliches Geld.

Der historische Vergleich im Kern der Analyse ist explizit: Auch die Jakobiner von 1789 und die Bolschewiki von 1917 waren keine Zwecke, sondern Instrumente der Auflösung. Sie zerstörten sich durch ihre eigenen Exzesse selbst, woraufhin eine neue Ordnung kam, um die Dinge zurechtzurücken. Revolutionen, so heißt es, fressen immer ihre Kinder. Der Feminismus sei in dieser Lesart der vorletzte auf der Liste.

Öffentliches Geld als einzige Lebensquelle

Der am häufigsten wiederholte Konsens besagt, dass der Feminismus auf öffentlichen Haushalten ruht. Eine Formulierung fasst die Idee zusammen: Die Lebensdauer der Bewegung entspricht der Dauer des öffentlichen Geldes. Eine andere konkretisiert: Es endet, wenn die Finanzierung eingestellt wird, sprich, wenn die Druckerpresse stoppt. Die praktische Schlussfolgerung lautet, dass niemand überzeugt werden muss; es reicht, nicht mehr zu zahlen.

Daraus ergibt sich eine zweite, unbequemere Ableitung. Wenn die Bewegung von Zuschüssen lebt, hängt ihr Überleben nicht davon ab, ob neue Generationen sie unterstützen, sondern davon, ob die administrative Struktur hält. Diese Struktur habe eigene Anreize: Sie erhalte ein Netzwerk von Organisationen, Beratungsfirmen und Programmen, die nicht von allein aussterben.

Warum vergleicht man Feminismus mit Jakobinern und Bolschewiki?

Weil die zentrale These lautet, dass Sozialingenieur-Projekte vorübergehend und selbstzerstörerisch sind. Die Prämisse ist, dass diese Bewegungen nicht auf Ewigkeit angelegt sind, sondern als Auflösungselemente einer Gesellschaft dienen und sich nach Erfüllung ihrer Funktion durch ihre Exzesse selbst auflösen. Danach beginnt eine neue Ordnung einen neuen Zyklus. Der schwerwiegendste Einwand gegen diese These kommt schnell: Der Bolschewismus war kein vorübergehendes Mittel, sondern ein Selbstzweck. Stimmt das, bricht die Analogie zusammen und die Prognose einer Generation entfällt.

Die Variante, die alles ändert: Transhumanismus und Sarracin

Die Analyse führt zwei Faktoren ein, die den Zyklus verändern würden. Der erste ist der Transhumanismus, der keinen Wechsel bedeute, sondern das Ende der Geschichte, mit entsprechender apokalyptischer Last. Der zweite ist demografisch: die Sarracinisierung Südeuropas und die Rückkehr zum Identitarismus im Norden. In keiner dieser Variablen habe der Feminismus Platz, da er nur in verfallenden Gesellschaften wachsen könne, die noch Festigkeit aus der Vergangenheit bewahren. Die Prognose ist eindeutig: Game Over.

Manche gehen weiter und behaupten, die nächste Generation werde Frauen stärker einschränken als der Sarracin selbst. Andere widersprechen, dass der Anteil radikalisierter Jugendlicher nicht ausreiche, um sich fortzupflanzen, ähnlich wie die Hippies keine Nachfolger hinterließen.

Überlebt der Feminismus als Sekte oder verschwindet er ganz?

Hier liegt der Riss in der Prognose. Ein Teil der Analyse glaubt nicht an das Verschwinden, sondern an die Degradation: Er werde als destruktive Sekte überleben, ohne dieselbe soziale Unterstützung, aber weiterhin vorhanden sein. Damit er stirbt, müsste man der Gesellschaft zeigen, was er wirklich ist, damit neue Generationen ihn ignorieren, plus Jahre der Umerziehung mit politischem Willen. Das sei, so geben sie zu, schwer zu erreichen.

Die skeptische Antwort lautet, dass die Gesellschaft keinen Spielraum von zwei Generationen hat. Es gibt drängendere, reale Probleme, die viel früher explodieren werden als dieses Sozialingenieurwesen. Die aggressivste Prognose setzt den Vorhang für 2030 herab. Eine andere bestreitet dies rundweg: Das Ende des Feminismus werden nicht einmal Enkelkinder erleben.

Der Einstiegspunkt: Die Kinder anderer

Der am meisten beunruhigende Mechanismus der Weitergabe ist das Schulsystem. Die Kritik konzentriert sich darauf, dass neue Generationen das Rahmenwerk in der Schule erhalten, nicht zu Hause, und Eltern die Schule nicht immer wählen können. Die Gegenreaktion ist, dass Kinder das Gehörte in der Schule oft nur durch ein Ohr rein und durch das andere raus geht. Der Mittelweg: Die Familie wiegt schwerer als das Klassenzimmer, aber das Klassenzimmer ist nicht neutral.

Der Wirt und der Parasit

Die am häufigsten verwendete Metapher ist biologisch. Der Feminismus tötet den Wirt, also die Gesellschaft, die ihn beherbergt. Deshalb, so wird argumentiert, brauche er junge Zuwanderer, um nicht an Altersschwäche zu sterben. Die Gegenfigur besagt, dass die Bewegung ihren Parasiten gewechselt hat: Früher parasitierte sie den Mann, jetzt parasitiert sie den Nanny-Staat, im Glauben, dadurch freier zu sein, ohne zu ahnen, dass der Staat sie nur ausbeuten und danach fallen lassen will.



Die Prognose unter Vorbehalt lautet: Wenn der Feminismus von öffentlichen Haushalten lebt, bemisst sich sein Horizont in Budgets, nicht in Generationen. Und dort wagt niemand, ein Datum festzulegen. Manche sprechen von einer Generation, andere von zehn Jahren, wieder andere sagen, nicht einmal Enkel werden es sehen. Die einzige Übereinstimmung ist, dass die Uhr nicht durch eine gesellschaftliche Reaktion gestoppt wird, sondern durch eine Buchungszeile.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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