Erdgas oder Heizöl: Die 40 Prozent Ersparnis, die der Verkäufer verspricht

Ein Verkäufer verspricht 40 Prozent Ersparnis beim Wechsel von Heizöl auf Erdgas; im Forum raten Nutzer, Festgebühren, Wartung und Installation zu prüfen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Erdgas oder Heizöl: Die 40 Prozent Ersparnis, die der Verkäufer verspricht
Erdgas gegen Heizöl: die 40 Prozent Ersparnis, die der Verkäufer verspricht

Ein Verkäufer klopft an die Tür, zeigt einen Taschenrechner und nennt die magische Zahl: Der Wechsel vom Ölheizkessel zu Erdgas spare 40 Prozent. Das Versprechen klingt gut, bis man sich hinsetzt und prüft, was hinter diesem Prozentsatz steckt. Denn der Rabatt existiert, wird aber auf den Kilowattstundenpreis berechnet, nicht auf die Endabrechnung. Und die Endabrechnung enthält Dinge, die der Verkäufer verschweigt: monatliche Grundgebühr, Zählermiete, verpflichtende Wartung und eine Anfangsinvestition, die bei Kessel, Heizkörpern und Anschluss rund 6.000 Euro betragen kann.

Den Ausgangspunkt bildete ein Eigentümer mit Ölheizung, dem ein Verkäufer den Wechsel mit dieser 40-prozentigen Ersparnis als Köder anbot. Die überwiegende Antwort war im Wesentlichen einstimmig: Misstraue dem Verkäufer und rechne selbst nach.

Die Kilowattstunde: Heizöl bei 0,100 Euro und Erdgas bei 0,042

Die Zahlen der Branche deuten auf einen realen Unterschied hin. Eine seit 1993 im Installationsgewerbe verbreitete Rechnung besagt, dass Propan 20 Prozent günstiger ist als Heizöl, Erdgas 26 Prozent günstiger als Propan und insgesamt Erdgas 41 Prozent günstiger als Heizöl. Dieser Prozentsatz stimmt fast auf die Nachkommastelle mit dem überein, was der Verkäufer versprach.

Die Aufschlüsselung pro Energieeinheit ist aufschlussreicher. Erdgas aus dem Netz, im mittleren bis hohen Verbrauchstarif, kostet 10,08 Euro monatliche Grundgebühr plus 0,042 Euro pro Kilowattstunde. Heizöl, ohne Transport, liegt bei rund 0,871 Euro pro Liter, was bei 8,685 Kilowattstunden pro Liter 0,100 Euro pro Kilowattstunde entspricht. Propan liegt bei 0,0639 Euro pro Kilowattstunde. Strom mit 10 Kilowatt Leistung beginnt bei 17,19 Euro monatlicher Grundgebühr plus 0,14 Euro pro Kilowattstunde.

Bei einem monatlichen Verbrauch von rund 5.000 Kilowattstunden — ein kalter Wintermonat — sieht der Vergleich so aus: Erdgas aus dem Netz, 220 Euro; Propan, 319; Heizöl, 500; Strom, 717. Auf dem Papier kostet Heizöl mehr als doppelt so viel wie Erdgas. Die komplette Rechnung mit allen Annahmen und Einheitenumrechnungen gibt eine Weile zu tun.

Das Kleingedruckte: Festgebühren, Wartung und 6.000 Euro Investition

Hier beginnt das Problem. Erdgas zahlt man nicht nur nach Verbrauch. Es gibt eine monatliche Grundgebühr, Zählermiete und regelmäßige Wartung, die man auch dann zahlt, wenn der Kessel das ganze Jahr aus ist. Heizöl hingegen verursacht keine Mindestkosten, wenn es nicht genutzt wird.

Die Anfangsinvestition ist das andere große Hindernis. Ein in der Branche detailliert beschriebener Fall beziffert die komplette Installation von Gaskessel und Heizkörpern in einem Einfamilienhaus auf rund 6.000 Euro. Demgegenüber wurde eine Alternative mit stromsparenden Heizkörpern für 1.200 Euro zum Handwerkerpreis installiert. Mit diesen Zahlen lohnt sich das Gas nur bei intensiver Nutzung über viele Jahre.

Es gibt weitere Varianten. In einer Siedlung mit überwiegend Heizöl bestand das Angebot aus 50 Metern kostenloser Leitung, aber der Eigentümer musste die Installation von der Straße bis zum Kessel zahlen, rund 1.000 Euro inklusive Zähleranmeldung, plus neuer Kessel. Die Mitteloption: sechs Monate anmelden mit 4 Euro Mindestbetrag und Zählermiete, kündigen und die Vorinstallation für die Zukunft behalten.

Der gefangene Kunde und das Monopol, das den Preis festlegt

Das gewichtigste Gegenargument ist nicht rechnerischer, sondern struktureller Natur. Bei Erdgas schließt man einen Vertrag mit einem einzigen Versorger ab, der den Preis ohne echten Wettbewerb festlegt. Bei Heizöl gibt es dagegen Dutzende Händler und Spielraum zum Verhandeln. Heizöl kann man bei demjenigen kaufen, der den besten Preis bietet; LeitungsGas nicht.

Dazu kommt die Wahrnehmung, dass der Gaspreis nicht so stabil ist wie versprochen. Der Energiegehalt des Gases variiert je nach Förderfeld, mit Heizwerten zwischen 9,6 und 11,45 Kilowattstunden pro Normkubikmeter. Und die Abrechnung enthält verbrauchsunabhängige Gebühren, etwa für unterirdische Speicherung. Auf den Kanarischen Inseln, wo das Leitungsnetz nicht hinkommt, ist die meistgenannte Alternative Butan.

Die Alternativen: Brennholz, Butan, Wärmepumpe und Elektroheizkörper

Die Kostenrangfolge, wie sie die erfahrensten Nutzer sehen, vom günstigsten zum teuersten: Brennholz zum Dorfpreis, Kohle, Butan- oder Propanofen, Wärmepumpe mit einer Leistungszahl von 4, gepresste Sägespänebriketts, Erdgas und an letzter Stelle jede elektrische Widerstandsheizung, ganz gleich, welchen Markennamen sie trägt.

Brennholz und Biomasse gelten als günstigste Option, wenn ein naher Bezug existiert. Die Wärmepumpe — Klimaanlage mit Heizfunktion — punktet, weil sie mit demselben Gerät kühlt und heizt, schnell aufheizt und programmierbar ist. Ihre Achillesferse ist der Strompreis und die Tatsache, dass die Wärme nicht so lange anhält wie die eines Heizkörpers.

Stromsparende Elektroheizkörper spalten die Meinungen. Manche halten dagegen, dass sie nur im Niedertarif mit Zeitzonenzählung genutzt sehr günstig pro Kilowattstunde sind, ohne Wartung und ohne Störungen. Andere entgegnen, dass diese Rechnung Steuern und Leistungspreis ignoriert und der echte Preis näher an 0,08 Euro pro Kilowattstunde liegt. Die vollständige Rechnung mit der Abrechnung in der Hand ist das Einzige, was die Diskussion beendet.

Was tun, wenn man bereits Heizöl hat

Der meistgeäußerte Konsens: Wenn die Ölheizung gut funktioniert, lohnt sich ein Wechsel nicht allein wegen des Ersparnisversprechens. Heizöl erfordert die Lagerung des Brennstoffs, braucht Platz und verlangt aufwendigere Wartung, bindet aber an keinen Vertrag und verursacht keine Mindestkosten.

Wenn Erdgas bereits bis zur Tür führt, spricht die Waage für Gas, vor allem bei intensiv genutzten Wohnungen und Häusern. Wenn nicht, lautet die Empfehlung, zuerst in Dämmung zu investieren und dann das System zu wählen. Und in allen Fällen die verunsichernde Zahl: Die 40-prozentige Ersparnis wird auf die Kilowattstunde berechnet, aber die Endabrechnung bestimmen die Festgebühren, die Investition und die Jahre, die man für ihre Amortisation braucht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (55 Antworten).

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