Empörung über 'Mejico' mit J in einer Sport-Grafik

Eine TV-Grafik mit 'Mejico' statt 'Mexico' löst eine Sprachdebatte aus. Die RAE akzeptiert beide Schreibweisen, doch nicht jeder sieht das so.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mejico mit J: Der Rechtschreibstreit, der während eines Spiels ausbricht

Eine Fernsehgrafik während eines Spiels zwischen Mexiko und Südafrika löste eine Welle von Reaktionen aus: Das nordamerikanische Land wurde als "Mejico" mit J geschrieben. Was für die einen ein Fehler ist, sehen andere als traditionelle Form des Spanischen, die von der RAE (Königlich Spanische Akademie) als Variante anerkannt wird.

Die Diskussion blieb nicht bei einem simplen Patzer. Wer das J verteidigt, führt an, dass "Mejico" jahrhundertelang die vorherrschende Schreibweise war und sie noch viele Sprecher —darunter Mexikaner selbst— verwenden. Die RAE erkennt in ihrem Diccionario panhispánico de dudas an, dass beide Formen gültig sind, empfiehlt jedoch "Mexico" als bevorzugte Schreibweise. Auch die Parallele zu "Suráfrica" gegenüber "Sudáfrica" wurde diskutiert, mit Kritik am Gallizismus der letzteren.

Auf der Gegenseite bezeichnen Sprachpuristen das J als veraltet und unschön. Es wurde gewitzelt, man könne "Girona" mit J schreiben oder "Curazao" in "Corasón" verwandeln. Die kurzlebige, vom Fußball befeuerte Kontroverse zeigte, dass Rechtschreibung selbst dann ein Schlachtfeld ist, wenn der Ball rollt. Am Ende zeigte die Grafik eine gültige, wenn auch nicht die offizielle Schreibweise; die RAE macht die Tür nicht zu, doch das Ohr des modernen Sprechers knirscht.

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