El Jueves: Milei und Trump auf 10-Euro-Titelseite

Die spanische Satirezeitschrift El Jueves sorgt mit einer 10-Euro-Ausgabe für Kontroversen. Kritiker bemängeln die selektive Darstellung politischer Figuren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

El Jueves und die 10-Euro-Titelseite: Die Abwesenden wiegen schwerer

Das Cover der aktuellen Ausgabe von El Jueves, das für 10 Euro erhältlich ist, hat ein schwieriges Kunststück vollbracht: Die Kontroverse dreht sich nicht um die abgebildeten Personen, sondern um die fehlenden. Auf der Illustration sind Milei, Trump, Ábalos und Errejón zu sehen, zusammen mit dem Partner von Isabel Díaz Ayuso. Die überwiegende Mehrheit der Reaktionen konzentrierte sich jedoch nicht auf diese, sondern auf die Abwesenden: Pedro Sánchez, Begoña Gómez, der Generalstaatsanwalt, Mazón und Abascal.

Wer ist dabei und wer fehlt auf dem Cover?

Die Auswahl der Charaktere wurde als politische Erklärung verstanden. Einige argumentieren, dass die Präsenz von Ábalos und Errejón – laut Kommentaren aus ihren jeweiligen Parteien ausgeschlossen – dazu dient, eine offensichtliche Voreingenommenheit zu verschleiern, während das Fehlen von Namen der aktuellen Regierung und ihres Umfelds dies bestätigt. Das Argument wird in verschiedenen Varianten wiederholt: Wäre das Magazin wirklich satirisch, gäbe es keinen Grund, die Protagonisten des letzten politischen Quartals auszublenden.

Auf der anderen Seite verteidigen einige Nutzer die Veröffentlichung als ausgewogen gegenüber allen Lagern und sehen die Kontroverse als übertriebene Reaktion. Diese Verteidigung kollidiert jedoch mit der Erinnerung an die ersten Jahrzehnte der Zeitschrift, als die Verteilung nach Meinung vieler Leser ausgeglichener war.

Verwirrung um die rechts platzierte Figur

Eines der meistdiskutierten Details war die Identität einer Person auf dem Cover. Mehrere Nutzer fragten, wer der Mann oben rechts sei, und die häufigste Antwort lautete, es handle sich um den Partner von Isabel Díaz Ayuso. Die Verwirrung – einige hielten ihn für andere Politiker – fügte der Debatte ein Element der Unsicherheit hinzu. Es ist nicht der einzige diskutierte Name: Auch das Fehlen von Abascal, dem Anführer von Vox, wurde kritisiert. Manche behaupten, die Redaktion habe die Vertreter der rechten Seite gezielt ausgewählt.

Subventionen und das Geschäftsmodell

Ein besonders verbreitetes Datum betrifft staatliche Beihilfen. Laut einem Teilnehmer gehört das Medium zur Verlagsgruppe RBA Editores, die El Jueves kaufte, und erhält seit mindestens 2011 Subventionen über das BOE (Staatsanzeiger), gemäß der Verordnung CUL/3078/2011 (BOE-A-2011-17960). Diese förderte die Buchherstellung und die Distribution in öffentlichen Bibliotheken. Das Magazin ist auch in öffentlichen Bibliotheken verfügbar, was laut mehreren Kommentaren die Wahrnehmung stärkt, dass sein Fortbestand teilweise von öffentlichen Geldern abhängt.

Der Bankrott von 2010 ist ein weiterer oft zitierter Punkt im Thread. Ein Nutzer berichtet, dass das Magazin pleiteging und nur durch eine Neuausrichtung überlebte. Seitdem hat sich das Modell verändert, so die Kritik: weniger Kioskverkäufe, mehr Abhängigkeit von Förderungen und einer gefangenen Leserschaft. Der Preis von 10 Euro pro Exemplar hilft nicht, die Basis der Leser zu erweitern.

Vom Glanz der 80er zum heutigen Pamphlet

Der Vergleich mit der Vergangenheit ist allgegenwärtig. Wer das Magazin in den 80er und 90er Jahren kaufte, erinnert sich an eine Publikation, die alle gleichermaßen attackierte, ohne sich mit jemandem zu verbünden. Damals gab es scharfe Kritik an der regierenden PSOE, während die PP kaum angegriffen wurde, weil sie als irrelevant galt. Dieser Ton ist laut den meisten kritischen Stimmen zugunsten einer redaktionellen Linie verloren gegangen, die nur in eine Richtung zielt.

Der Niedergang wird auf verschiedene Zeitpunkte datiert: Einige nennen 1994, als sie aufhörten, es zu kaufen; andere den Einstieg neuer Zeichner, die die alten Kollegen laut Kommentaren als sens und veraltet bezeichneten. Die Ironie liegt darin, dass diese Veteranen Seiten wie „Historias de la Mili“ oder die Comics von Ivà zeichneten, die heute als Beispiel dafür gelten, was das Magazin nicht mehr ist.

Die häufigste Kritik ist nicht ideologischer, sondern ästhetischer Natur: Das Magazin, so heißt es, hat seinen Witz verloren. Die Zeichnungen erreichen nicht mehr das Niveau früherer Zeiten, und die Witze beschränken sich darauf, Parolen zu wiederholen. Für eine Publikation, die vom Humor lebt, ist dies die schlechteste Diagnose möglich.

Der Fall Pablo Motos als Symptom

Die Karriere von Pablo Motos wird als Beispiel für die Wende genutzt. Laut einem Teilnehmer wurde der Moderator lange als pogre wahrgenommen, bis Teile des Feminismus ihn wegen angeblich unangemessenen Verhaltens gegenüber Frauen kritisierten. Danach wechselte seine öffentliche Wahrnehmung die Seite. Dieser Mechanismus – wer nicht der dominierenden Erzählung folgt, wird zum Feind – wird laut Kritikern auch auf das Magazin selbst angewendet: Es hat aufgehört, satirisch zu sein, und ist zu einem Pamphlet geworden, das sich nur über dieselben Zielgruppen lustig macht.

Das verbleibende Publikum

Die zentrale Frage lautet: Wer zahlt 10 Euro für ein Exemplar? Die häufigste Antwort ist: fast niemand – öffentliche Bibliotheken, treue Fans und sonst wenig. Die Zeitschrift, die man früher in Friseursalons und Wartezimmern sah, ist aus diesen Kreisen verschwunden. Einige Kommentare erwähnen japanische Mangaka als Referenz für Humor.

Im Thread bleibt am Ende die Zweifel, ob es überhaupt noch jemanden interessiert, genug zu kaufen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (208 Antworten).

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