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Drei Viertel der jungen Erwerbstätigen leben noch bei den Eltern
Die Jugend-Emanzipationsrate in Spanien fällt auf 14,8 %, den niedrigsten Stand seit 2006, da die Mieten das junge Medianeinkommen übersteigen.
Mieten fressen 102 % des Gehalts junger Menschen in Spanien auf
Ein fester Job reicht nicht mehr aus, um von zu Hause auszuziehen. Das Observatorio de Emancipación des Consejo de la Juventud de España (Beobachtungsstelle für die Selbstständigkeit des spanischen Jugendrates) veröffentlichte seinen Bericht für das erste Halbjahr 2024 mit einer Kennzahl, die das Jahrzehnt zusammenfasst: Die Rate der Jugend-Emanzipation (der Auszug aus dem Elternhaus) fiel auf 14,8 %, den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006. Das bedeutet: Drei von vier jungen Erwerbstätigen im Alter zwischen 16 und 29 Jahren schlafen weiterhin in ihrem Kinderzimmer.
Der Grund ist weder Faulheit noch mangelnde Bildung, sondern eine Rechnung, die nicht aufgeht. Die durchschnittliche Miete stieg im Jahresvergleich um 13,6 % auf 1.072 Euro, während das Medianeinkommen junger Menschen bei 1.048,19 Euro netto (bei zwölf Monatszahlungen) lag. Eine alleinige Mietzahlung würde 102,3 % des Gehalts verschlingen. Die Banco de España empfiehlt, nicht mehr als 35 % des Einkommens für die Miete aufzuwenden.
Warum sinkt die Emanzipationsrate auf das Niveau von 2006?
Weil sich der Arbeitsmarkt gerade so weit verbessert hat, dass er die steigenden Wohnkosten nicht mehr ausgleichen kann. Der Bericht stellt einen Rückgang der Vollzeitbeschäftigung um 0,32 % fest, während die Zahl der Teilzeitverträge um denselben Betrag auf 821.841 Stellen anstieg. Davon sind 42,3 % unfreiwillig: Menschen, die eine Vollzeitstelle suchten, aber keine fanden.
Die Jugendarbeitslosigkeit sank nur minimal um 0,34 % auf 19,8 %, und das Durchschnittsgehalt stieg um 4 %. Dennoch sank die Emanzipationsrate im Vergleich zum Vorjahr um 1,47 Prozentpunkte. Die Erhöhung des SMI (Mindestlohn) und die Arbeitsmarktreform sind laut der Organisation unzureichend gegenüber dem Druck durch die Mietpreise.
Auch diejenigen, die ausziehen, können kaum aufatmen
Sich zu emanzipieren bedeutet nicht gleich Stabilität. Wer das Elternhaus verließ, tat dies im Durchschnitt im Alter von 30,4 Jahren. Von diesen sind 70,5 % überschuldet und wenden mehr als 40 % ihres Einkommens für die Miete auf. Unter den Arbeitnehmern im Alter von 25 bis 29 Jahren beansprucht die geteilte Miete (WG) 89,3 % des Gehalts; bei den 16- bis 24-Jährigen sind es 139,8 %.
Das Ergebnis ist, dass 27,9 % der emanzipierten Personen in Wohngemeinschaften leben und 375 Euro pro Zimmer zahlen, was 35,8 % ihres Gehalts entspricht. Ein im Bericht hervorgehobener Punkt: Drei von zehn jungen Spaniern sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.
Eine Diagnose, die über die Miete hinausgeht
In der tiefergehenden Analyse erscheint eine noch unangenehmere Ebene. Einige argumentieren, das Problem sei nicht nur der Preis, sondern ein gebrochener Gesellschaftsvertrag: Frühere Generationen konnten durch Anstrengung sozial aufsteigen; heute hingegen müsse man entweder erben oder man habe es extrem schwer. Die Folge sei ein mangelnder Anreiz zur Leistung, der Qualifizierte zur Emigration treibe und die Verbleibenden dazu bewirgt, entweder nach sicheren Beamtenstellen oder nach minimalem Aufwand zu streben.
Einige fügen den demografischen Faktor hinzu: Eine alternde Bevölkerung, die Wählerstimmen und öffentliche Ausgaben für Renten und das Gesundheitswesen konzentriert, während die in Spanien geborene Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen zwischen 2003 und 2024 um 4,57 Millionen Menschen geschrumpft sein soll – fast 36 %, laut einer kursierenden Berechnung. Die vollständige Kalkulation, gekreuzt mit der Zuwanderung ausländischer Bevölkerung, ergibt ein Bild, das jeder auf seine Weise interpretiert.
Die Rente als Spiegel des Generationenkonflikts
Die Diskussion verlagerte sich auf die Renten. Ein Selbstständiger berichtet, dass er monatlich 1.500 Euro an Beiträgen und etwa 8.000 Euro an IRPF (Einkommensteuer) zahlt, und fragt, ob ihm das nicht eine maximale Rente garantiere. Die Antwort, die er erhält, ist unangenehm: Die individuellen Beiträge würden nach den vorliegenden Berechnungen nur die ersten elf Jahre des Ruhestands decken; danach häuft das System Schulden an.
Die zynischste Zusammenfassung lieferte ein anderer Teilnehmer: „Mir wird über Steuern Geld weggenommen, um es meinem Vater zu geben, und dann gibt er es meiner Tochter in Form von Trinkgeld zurück.“ Die Kette funktioniert, aber nur, solange jemand sie aufrechterhält.
Angesichts dieser Zahlen sollte die Jugend-Emanzipation ein nationaler Notfall sein. Es bleibt eine Statistik, die alle sechs Monate veröffentlicht und dann wieder abgeheftet wird. Wie viele Berichte werden noch benötigt, damit dies nicht länger nur ein Datenpunkt, sondern ein echtes Problem ist?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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