DNA-Studie stützt galicischen Ursprung von Kolumbus

Neue Analysen verbinden Christoph Kolumbus mit Pedro Álvarez de Sotomayor. Hinweise sind Galizismen, Landbesitz und eine 93-prozentige DNA-Übereinstimmung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kolumbus war kein Genuese: Er war der galicische Adlige Pedro Álvarez de Sotomayor

Die These ist nicht neu, gewinnt aber an Kraft, wenn Dokumentationen die DNA des Admirals untersuchen. Befürworter des galicischen Ursprungs von Christoph Kolumbus behaupten, der Seefahrer und der Adlige Cristóbal Pedro Álvarez de Sotomayor, Vizegraf von Tuy und Graf von Caminha, seien dieselbe Person gewesen. Das Kernargument: Pedro Madruga verschwindet aus den historischen Aufzeichnungen genau dann, als Kolumbus am kastilischen Hof auftaucht. Die Katholischen Könige hätten ihm angeboten, seine Identität zu ändern und auf Titel sowie Besitztümer zugunsten seiner Kinder zu verzichten, oder ihn für seine Zugehörigkeit zur Verliererseite im Kastilischen Erbfolgekrieg zu bestrafen.

Das graphologische Gutachten, das in dem Material zitiert wird, deutet darauf hin, dass es sich um dieselbe Person handelte. Die Theorie stützt sich zudem auf ein Detail, das schwer durch andere Hypothesen zu erklären ist: Kolumbus vererbte seinen Erben Landgüter in Porto Santo de Poio, in der Ría de Pontevedra. Dies passt weder zur genuesischen noch zur katalanischen These.

Die 500 Galizismen in Kolumbus' Schriften

Kolumbus schrieb auf Kastilisch mit galicischen Wendungen. In seinen Briefen findet sich keine Spur von Italienisch, selbst wenn er sich an seine Brüder oder an genuesische Bankiers wandte, von denen er Finanzierung verlangte. In seinen Schriften zählen Experten mehr als 500 Galizismen und atlantische Seemannssprache, aber keinen Italianismus und keinen Bezug zum Mittelmeer. Zudem benannte er über hundert geografische Merkmale mit Toponymen, die exklusiv für die Rías Baixas sind, wie Punta Lanzada oder den Fluss Miño.

Die Bildung der Figur passt ebenfalls nicht zu der eines einfachen Wollhändlers. Kolumbus beherrschte Latein, Geografie und die Heilige Schrift, Kenntnisse, die er laut zeitgenössischen Biografen bereits in der Kindheit erworben hatte. Pedro Madruga, ein legitimierter unehelicher Sohn, wurde zum Kleriker erzogen, bevor er Erbe der Sotomayor wurde. Der genuesische Händler Cristoforo Colombo hingegen hinterließ ein Dokumentencorpus ohne Bezug zur Entdeckung und ohne jegliche Anzeichen dieser Kultur.

Das Alter, das nicht stimmt, und italienische Zeugen

Kolumbus starb 1506, als Zeitgenossen ihm mehr als 70 Jahre zuschrieben. Der genuesische Händler Cristoforo Colombo war 1451 geboren, was ihm 55 Jahre gegeben hätte. Pedro Madruga wurde 1432 geboren: Er wäre 76 gewesen. Die Rechnung geht nicht auf.

Ein Italiener, Toscanelli, hielt ihn für einen Portugiesen. Die wichtigsten spanischen Historiker der Epoche — Fernández de Oviedo, Andrés Bernárdez und Bartolomé de las Casas — leugneten, dass er Italiener sei, und behaupteten, er habe seine Herkunft absichtlich verdunkelt. Der Kaplan der Katholischen Könige, der Italiener Lucio Marineo Sículo, der ihn persönlich kannte, nannte ihn Pedro Colón.

Unterstützer, Verwandte und der Prozess der Colón

Die wichtigsten Förderer von Kolumbus waren Verwandte von Pedro Madruga. Seine Ehefrau, Felipa Moniz de Perestrelo, war Adlige und Cousine von Teresa de Távora, die ihrerseits mit Madruga verwandt war. Ein Bürgerlicher heiratete keine Adlige und wurde auch nicht am Hof empfangen. Kolumbus gab an, von vier Admirälen von Kastilien abzustammen, was auch auf Pedro Madruga zutraf.

Als es nach dem Tod des letzten männlichen Nachkommen zu dem langwierigen Erbstreit zwischen 1579 und 1796 kam, tauchte kein Verwandter von Kolumbus in Genua auf, noch jemand, der Nachrichten über diese Familie hatte, obwohl intensiv gesucht wurde. Die Katholischen Könige betrachteten ihn stets als Untertanen und forderten nie von ihm, sich einzubürgern oder ihnen Loyalität zu schwören, wie es beim Florentiner Amerigo Vespucci geschah.

Was sagt die DNA über den Ursprung von Kolumbus?

DNA-Tests zwischen Nachkommen von Pedro Madruga und Kolumbus in Puerto Rico zeigen laut den Verteidigern der These eine Übereinstimmung von 93 %. Die Studie wird über akademische Repositorien verlinkt. Der technische Einwand ist bekannt: Die Kolumbus zugeschriebenen Überreste enthalten kaum verwertbares genetisches Material, und die Studie der Dokumentation, die auf einen aragonischen und sephardischen Ursprung hinweist, wurde nicht veröffentlicht.

Die Diskussion wandte sich einem grundlegenderen Thema zu: der Existenz oder Nichtexistenz eines spezifisch jüdischen genetischen Markers, vergleichbar mit einer vermeintlichen buddhistischen oder muslimischen DNA. Die kurze Antwort lautet: So etwas gibt es nicht. Was existiert, ist eine historiografische Debatte mit zwei Jahrhunderten Tradition, die von Celso García de la Riega initiiert und später von Alfonso Philippot weiterentwickelt wurde.



Mit der degradierten DNA und ohne begutachtete Veröffentlichung wird die galicische Hypothese weiterhin durch Dokumentation gewinnen, was sie durch Genetik verliert. Falls jemals saubere Sequenzen der Knochenreste erstellt werden, wird die Frage nicht mehr rhetorisch sein. Bis dahin wird jede Dokumentation ihre Version verkaufen und jedes Archiv seine eigene bewahren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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