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Diese Geschichtsthemen nerven die Menschen am meisten
Hundert Antworten sind sich einig: Der Zweite Weltkrieg, der Spanische Bürgerkrieg und das vorrömische Hispanien führen die Liste der Geschichtsthemen an, die beim Lernen am meisten Ekel auslösen.
Diese Geschichtsthemen nerven die Menschen am meisten
Welches historische Thema würde dich eher dazu bringen, dir einen Zahn ziehen zu lassen, als stundenlang darüber zu lesen? Die Frage, in einem Geschichtsforum gestellt, hat rund hundert Antworten und ein überraschend klares Muster hervorgebracht: Nicht die fernen Epochen stoßen auf Ablehnung, sondern diejenigen, die in der Schule bis zum Überdruss wiederholt wurden. Der Zweite Weltkrieg, der Spanische Bürgerkrieg, das vorrömische Hispanien und das Alte Ägypten stehen ganz oben auf der Beschwerdeliste. Und hinter jeder Beschwerde steckt eine Kritik am Bildungssystem.
Die häufigste Diagnose lautet Schul-Aufguss. Mehrere Teilnehmer stimmen überein, dass das Geschichtsfach pro Schuljahr nur vier bis fünf Themen behandelte: das vorrömische Hispanien, die Römer, das muslimische Hispanien, die Renaissance und, mit etwas Glück, ein hastiger Sprung zur Industriellen Revolution. „Alle 2 oder 3 Jahre kamen dieselben Themen“, fasst eine der meistbewerteten Nachrichten zusammen. Das Ergebnis: Themen, die faszinieren sollten, werden durch Wiederholung zur Strafe.
Zweiter Weltkrieg und Spanischer Bürgerkrieg: zu oft durchgekaut
Der Zweite Weltkrieg ist der erste Name, der fällt. „Ich habe es satt“, stellt eine Antwort nüchtern fest. Ein anderer Teilnehmer ergänzt, das Thema sei „überall präsent und sehr mainstream, was mich ziemlich abstößt“. Einigkeit herrscht jedoch nicht: Für einen anderen behält der Konflikt sein Interesse, und erst der Spanische Bürgerkrieg löst Gähnen aus. „Schon wenn ich Queipo de Llano in einem Text lese, fange ich an zu gähnen“, gesteht er.
Auch der Putschversuch vom 23F kommt zur Sprache. Ein Teilnehmer erinnert sich, dass ihn als Jugendlicher faszinierte, dass es kaum ein Jahrzehnt zuvor einen Aufstand in seinem Land gegeben hatte, als Erwachsener ist er aber übersättigt: „Jedes Buch, jeder Dokumentarfilm, jeder Film und jede Miniserie dazu langweilt mich inzwischen.“ Er erwähnt sogar, Anatomie eines Augenblicks von Javier Cercas gelesen und sich nach 300 Seiten des Themas überdrüssig gewesen zu sein. Die Schlussfolgerung: Mediale Überexposition tötet das Interesse.
Vorgeschichte und Altes Ägypten: das Problem mit den Namen
Zum Alten Ägypten gibt es eine sehr konkrete Beschwerde: „Ich komme bei so vielen Dynastien und so vielen wiederholten Pharaonennamen völlig durcheinander.“ Denselben Überdruss löst China wegen der Namen aus. Ein Teilnehmer ordnet ein: Ägypten bis zur römischen Eroberung umfasst drei Jahrtausende, vergleichbar damit, die Geschichte Spaniens von der Bronzezeit bis heute zu studieren.
Auch das Neolithikum kassiert seinen Teil der Kritik. Der Einwand: Ohne Schrift lässt sich nicht genau wissen, was geschah oder welche Sprachen gesprochen wurden. Und die Vorgeschichte insgesamt wird als „fantastische Erfindung“ bezeichnet. Dagegen hält ein anderer Teilnehmer dagegen, dass die wissenschaftliche Beleglage reichlich sei: keltische Höhensiedlungen, Siedlungen, ganze Friedhöfe und erhaltene Münzen. Die Meinungsverschiedenheit ist total.
Das vorrömische Hispanien und die Debatte über Rom
Die Iberer, Kelten, Numantia und Viriatus lösen in mehreren Beiträgen Überdruss aus. Doch das Thema mündet in eine Diskussion darüber, ob Rom ein Gewinn oder eine Zwangsherrschaft war. Eine Position vertritt die Ansicht, die vorrömischen Völker kannten Schrift und Geld bereits durch den Kontakt mit Griechen und Phöniziern, und Rom habe nur weniger Freiheit gebracht. Die Gegenseite hält die Akkulturation für freiwillig und meint, ohne die Römer wüssten wir kaum etwas über die Iberer.
Der Gender-Bias und die Geschichte Spaniens
Ein umstrittener Beitrag behauptet, Frauen fühlten sich eher von historischen Romanen angesiedelt zwischen 1900 und 1950 oder vom viktorianischen England angezogen, und Geschichte ohne Autos und Städte stoße sie ab. Es ist eine Verallgemeinerung ohne Daten, die das Material nicht stützt.
Auch die spanische Geschichte nach 1714 kassiert ihre Kritik, und die peripheren Regionalismen sind Ziel heftiger Angriffe. Eine andere Strömung vertritt die Auffassung, Geschichte werde von den Siegern geschrieben und Quellen vor dem 19. Jahrhundert seien fragwürdig.
Am Ende scheint der Überdruss an Geschichte ein Symptom zu sein: Je öfter ein Thema in der Schule wiederholt und in den Medien ausgeschlachtet wird, desto weniger Lust bleibt, es zu lesen. So sind die Ironien der Pädagogik.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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