Die These, die dem Wohlfahrtsstaat die Prostitution von Frauen zuschreibt

Ein Argument besagt, dass Frauen ohne Sozialleistungen sich für ein Linsengericht verkaufen würden. Der Gegenargument: Die Rechnung ist dieselbe wie die des ewigen Leistungsempfängers.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die These, die dem Wohlfahrtsstaat die Prostitution von Frauen zuschreibt
Die Rechnung, die aus dem Wohlfahrtsstaat einen Zuhälter macht

Die These beginnt mit einer Provokation: Wo es keine Sozialleistungen gibt, verkauft die Frau sich für ein Linsengericht. Das Argument besagt, dass der Wohlfahrtsstaat die Not dämpft und dass, sobald dieses Polster wegfällt, eine elementare ökonomische Rechnung hervorkommt: denjenigen heiraten, der die volle Kasse hat, statt zu arbeiten. Die Diskussion drehte schnell Richtung Sens auf Kuba, in der Karibik, in Thailand oder auf den Philippinen und Richtung dem, was man den Verkauf von Inhalten im Internet nennt.

Das Einkommensgefälle als Erklärung

Die schärfste Antwort in dem Austausch zerlegt die sarracena Überlegenheit der Diagnose. Wenn sich die Frau an den Scheich hängt, der schon drei weitere Ehefrauen hat, so das Argument, rechnet sie genau dasselbe wie der ewige Leistungsempfänger oder derjenige, der seit fünfzehn Jahren einen Stuhl in einer Gewerkschaftsstelle wärmt: keine Kosten, gesichertes Einkommen. Faulheit ist keine Geschlechtseigenschaft, sie ist eine Reaktion auf Anreize. Und das Simping, wird ergänzt, ist eine Erfindung des Durchschnittsmannes, nicht eines Erlasses.

Sens wird buchhalterisch gelesen: Einkommensgefälle, Angebot und Nachfrage. Die genannten Ziele sind nicht exotisch, es sind Märkte, wo die Kasse den Besitzer wechselt. Derselbe Mann, der in seinem Land feilscht, fliegt mit seinem Geld um halbe Welt und kommt mit einer Partnerin zurück, die dreißig Jahre jünger ist. Niemand ist schlauer. Es wechselt nur, wer zahlt.

Der Einwand der Biologie und des Verdienstes

Gegen den ökonomischen Determinismus kommt die biologische Erwiderung: Der Mann bringt Sicherheit und Versorgung mit, die Frau Jugend und reproduktive Gesundheit. Das, so die Behauptung, sei Biologie aus der Unterstufe, alles andere ein junges soziales Konstrukt. Das Gegengebot ist nicht weniger deutlich: Wenn das Problem die Sozialleistung ist, dann wird derjenige, der sich nie um Geld an jemanden hängen wird, der sein können, der uns alle weiter ausnimmt, ohne sich an jemanden zu hängen.

Das Gespräch spitzt sich zu, als ein konkreter Fall auftaucht. Eine Teilnehmerin erklärt, sie würde sich nie um Geld an jemanden hängen oder sich prostituieren, und merkt an, dass ihre jetzige Lage nicht die beste ist. Die Antwort ist eine Verlagerung des Fokus: Es gibt auch Männer, die das tun. Die Diskussion über die Rechnung anderer wird plötzlich zu einem Austausch persönlicher Erfahrungen, den niemand prüfen kann.

Der Wohlfahrtsstaat und die Geburtenrate

Der bitterste Ausflug kommt über die Demografie: behauptet wird, der Wohlfahrtsstaat sei die Ursache des Geburtenrückgangs und ohne Sozialleistungen und Renten für Frauen würden sie sich vermehren wie die Kaninchen. Die Behauptung kommt ohne eine einzige statistische Reihe aus. Es ist eine in die Luft geworfene Hypothese, und als solche bleibt sie.

Der Thread endet mit einer Kneipenszene: In Marokko, so heißt es, könne man in jeder normalen Kneipe die ganze Nacht mit einer normalen Frau verbringen für 50 Euro umgerechnet. Die Zahl ist nicht überprüfbar, aber sie zeigt den Kern der Sache. Die Diskussion geht nicht um Sarracena. Sie geht darum, wer die Kasse hat und was das Linsengericht kostet.

Und wenn das Problem gar nicht das Fehlen von Sozialleistungen wäre, sondern der Verdacht, dass alle – mit Geld oder ohne – dieselbe Rechnung anstellen?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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