Die Große Razzia: Spaniens Plan, Genozid profitabel zu machen

Der Plan von 1749 zur Deportation der Roma in Spanien sollte durch die Zwangsarbeit der Inhaftierten seine Kosten selbst decken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Große Razzia von 1749: Ein Genozid als Renditeobjekt

Im Jahr 1749 startete die spanische Krone eine Operation, die nicht nur darauf abzielte, die Roma-Bevölkerung des Königreichs festzunehmen und zu deportieren. Sie sollte zudem Geld mit ihnen verdienen. Der Plan, der dem marqués de la Ensenada zugeschrieben und von Fernando VI. unterstützt wurde, sah vor, dass die Zwangsarbeit der Inhaftierten die Kosten des Einsatzes selbst amortisieren sollte. Die Buchhaltung eines Genozids, im wahrsten Sinne des Wortes.

Was war die Große Razzia von 1749?

Die Große Razzia war der Einsatz, der in der Mitternacht des 30. Juli 1749 durch einen Überraschungsangriff die Zugänge zu den Roma-Vierteln in den wichtigsten Städten des Königreichs absperrte. In den ersten Tagen nahm die Krone mindestens 12.000 Personen fest und deportierte sie. Die Maßnahme war bereits ein Jahr zuvor, im Jahr 1748, ausgearbeitet worden, als Ensenada bereits als Premierminister amtierte.

Nach der Festnahme wurden die Familien nach Alter getrennt. Frauen, Mädchen und Kinder bis zu acht Jahren landeten in königlichen Textilfabriken, den Reales Fábricas. Männer und ältere Kinder über acht Jahren wurden zu den königlichen Werften deportiert. Beide Gruppen unterlagen demselben Regime: Zwangsarbeit, Misshandlung und Unterernährung, verschlimmert durch das Aufkommen von Krankheiten.

Der Einsatz dauerte fünf Jahre an. Die Schätzung der Todesopfer beläuft sich auf etwa 20.000 Menschen der Roma-Ethnien.

Warum der Plan sich selbst finanzieren sollte

Hier liegt das Detail, das alle Regeln bricht. Die Inhaftierung sollte nicht nur bestrafen oder zum Verschwindenlassen führen: sie musste Erträge liefern. Das Ziel des Arbeitsregimes war es, den Tod erst nachdem eine wirtschaftliche Rendite für die Staatskasse erzielt worden war, zu provozieren, um die Kosten des Einsatzes zu decken. Mit anderen Worten: Das Budget der Operation wurde durch die Arbeit derer gedeckt, die darin sterben sollten.

Der Sturz Ensenadas im Jahr 1754

Im Jahr 1754 wurde Zenón de Somodevilla y Bengoechea, der marqués de la Ensenada und seit 1748 Premierminister des Königreichs, um Mitternacht von einem Militärzug in Madrid festgenommen und inhaftiert. Die historische Überlieferung datiert dieses Ereignis 269 Jahre zurück. Mit seiner Festnahme verschwand der Architekt des Plans von 1749.



Von dem Verdacht auf eine Falle zum historischen Kern

Die Aufnahme des Themas verlief in zwei Phasen. Die erste war von Misstrauen geprägt: Es verbreitete sich die Idee, dass das Vorgehen selbst als Falle fungierte, um anfechtbare Kommentare zu provozieren. Die zweite Phase ging direkt zum Kern vor. Dort existierten frontal kritische Lesarten des Plans neben Forderungen nach der Maßnahme sowie Klagen darüber, dass sie unvollendet blieb, und Zweifeln an der Größenordnung der Zahlen.

Der Skeptizismus fand sein konkretestes Argument in der Wirtschaftslogik. Wenn die Inhaftierten die Kosten des Einsatzes amortisieren sollten, warum ließ man sie verhungern, gerade als sie zu arbeiten lernten? Dies ist eine berechtigte Frage, auch wenn sie das dokumentierte Design der Operation nicht entlarvt: Selbstfinanzierung erfordert nicht, dass das Geschäft effizient ist, sondern nur, dass jemand es versucht.

Auch eine Vergleichsperspektive tauchte auf. Es wurde darauf hingewiesen, dass ähnliche politische Maßnahmen in anderen europäischen Ländern gegen die Roma- oder jüdische Bevölkerung angewandt wurden, wobei auf den Fall der Sterilisierung von Roma-Frauen in Schweden oder Finnland zu Beginn des vorangegangenen Jahrhunderts verwiesen wurde.

Was sich die Leser fragen

Die beiden am häufigsten auftretenden Fragen lassen sich kurz beantworten. Die erste, wie viele Menschen insgesamt festgenommen wurden, stößt auf einen Wert, der nur als Minimum angegeben wird. Die zweite, warum Ensenada fünf Jahre später stürzte, bleibt ohne abschließende Erklärung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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