Deutschland beschließt ein Sparkonto für Kinder

Der deutsche Bundestag beschließt 10 Euro monatlich für Kinder von 6 bis 18 Jahren, rückwirkend ab 2020. Nach offiziellen Berechnungen sollen bis zum 67. Lebensjahr 54.000 Euro zusammenkommen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der deutsche Bundestag hat eine vorgezogene Rente beschlossen, bei der monatlich 10 Euro auf ein treuhänderisch verwaltetes Konto für jedes in Deutschland wohnhafte und eingeschulte Kind eingezahlt werden, rückwirkend für alle ab 2020 Geborenen. Das Geld darf erst mit dem Renteneintrittsalter von 67 Jahren angetastet werden.

Die Koalition von Kanzler **Friedrich Merz** hat das Kinder-Sparkonto im Bundestag durchgebracht: ein Rentenkonto, auf das der Staat für jedes Kind **10 Euro im Monat** einzahlt. Das Modell, sogenannte vorgezogene Rente genannt, wurde mit den Stimmen des konservativen Blocks und seiner sozialdemokratischen Partner verabschiedet. Die Gelder werden am Kapitalmarkt angelegt, die Erträge sind steuerfrei.

## Wer ein Konto eröffnen kann und wie es funktioniert

Anspruch auf die staatliche Zulage haben die Eltern oder Erziehungsberechtigten aller Kinder, die ab **2020** geboren wurden, rückwirkend. Die Zahlung erfolgt jedes Quartal auf ein Konto, das die Eltern eröffnen; dort können auch Beiträge von Eltern, Großeltern oder anderen Erziehungsberechtigten hinzukommen. Empfänger sind Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, die in Deutschland wohnen und zur Schule gehen.

Das angesparte Geld darf erst mit dem regulären Renteneintrittsalter, derzeit **67 Jahre**, angetastet werden. Nach der Volljährigkeit sollen die Betroffenen oder ihre Familien die monatlichen Beiträge weiterzahlen, damit das Konto weiter wächst – ähnlich wie bei einer privaten Altersvorsorge.

## Die Rechnung der Regierung

Die Regierung Merz rechnet damit, dass jeder Empfänger bei Volljährigkeit rund **1.400 Euro** angespart haben wird, zuzüglich der Einzahlungen der Angehörigen. Werden die anfänglichen Beiträge fortgeführt und eine geschätzte jährliche Rendite von **7 %** zugrunde gelegt, sollen bis zum Renteneintritt **54.000 Euro** entstanden sein.

Die Zahl von 7 % ist eine Schätzung, keine Garantie: Sie hängt davon ab, wie sich der Kapitalmarkt über Jahrzehnte entwickelt. Darin liegt das Risiko des Konzepts, denn das Konto wird in Aktien angelegt und das Endergebnis kann über oder unter dieser Berechnung liegen.

## Das Kleingedruckte der Reform

Das Sparkonto ist die freundliche Seite des Rentenreformpakets, das Merz als unverzichtbar für die Zukunft der Renten verteidigt. Der Rest des Pakets hat für Konflikte mit den Koalitionspartnern gesorgt. Die Spannungen entluden sich mit dem doppelten Rücktritt von **Bärbel Bas** als Sozial- und Arbeitsministerin und als Ko-Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei. Es war ein unerwarteter Rücktritt, eingebettet in die Vorwürfe, die die Ministerin gegen den konservativen Block richtete, den sie beschuldigte, sie während einer familiären Tragödie wegen angeblicher Abwesenheiten öffentlich kritisiert zu haben.

Ersetzt wurde sie wenige Stunden später durch ihren Parteikollegen und früheren Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, **Alexander Schweitzer**. Kaum war die Übergabe formell besiegelt, drängte Merz ihn, sich um die Herausforderungen des Ministeriums zu kümmern.

## Die offene Front im Osten des Landes

Merz' Reformen und Kürzungen stoßen nicht nur bei den Sozialdemokraten, sondern auch in Teilen der eigenen konservativen Reihen auf Ablehnung. Der umstrittenste Punkt ist das Vorhaben, die sogenannte Rente mit 63 abzuschaffen, die Bürger bisher nach **45 Beitragsjahren** ohne Abschläge in Anspruch nehmen konnten. Ein großer Teil des Unmuts und des Abstiegs der Konservativen in den Umfragen im Osten des Landes, wo die Renten unter dem Niveau des Westens liegen, wird diesem Plan zugeschrieben.

Die Reform kommt nur stockend voran, auch weil die Sozialdemokraten die drastischsten Kürzungen im Sozialbereich ablehnen. Das Kinder-Sparkonto dagegen schneidet nichts: Es verteilt ein kleines Anfangskapital und überlässt den Großteil der Anstrengung den Familien, die etwas beitragen können. Es ist eine Maßnahme zur Förderung der privaten Vorsorge, keine Lösung für das Nachhaltigkeitsproblem, das der Rest des Pakets angehen will.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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