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Der Sinn des Lebens: sehr reich werden und den Nachkommen etwas vererben
Familienvermögen bleibt über Generationen hinweg bestehen: Die Rothschilds tun dies seit über zwei Jahrhunderten. Ist Geld der einzige Glaube, der wirklich funktioniert?
Die Vorstellung, der Sinn des Lebens bestehe darin, Reichtum anzuhäufen und ihn an die Nachkommen weiterzugeben, hat eine reale historische Grundlage: Große Vermögen verschwinden selten, und moderne Finanzinstrumente sind darauf ausgelegt, dass sie unangetastet bleiben. Doch diesen Befund mit einer wahren Religion zu verwechseln, führt die Metapher zu weit.
Es gibt eine Denkrichtung, die behauptet, Religionen hätten als Trost für diejenigen funktioniert, die nichts haben: die Distanz zum Materiellen, die Verheißung von Belohnungen im Jenseits, die Idee, dass ein Reicher kaum in das Himmelreich kommen wird. Demgegenüber lautet die These: Der wahre Sinn des Lebens ist, so reich wie möglich zu werden und dieses Erbe den Kindern zu hinterlassen, damit sie sozial aufsteigen und sich in einer Klasse einrichten, aus der sie nicht mehr herunterkommen.
## Vermögen, die Jahrhunderte überdauern
Das Argument hat Beispiele, die einer Prüfung standhalten. In England stammt ein großer Teil des bedeutenden Grundbesitzes aus Landverteilungen nach der normannischen Eroberung von **1066**, als Wilhelm der Eroberer Ländereien an seine Adligen verteilte. In Spanien gibt es Familien mit enormem Reichtum, deren Vermögen bis in die Zeit **Philipps II.** im 16. Jahrhundert zurückreicht. Und die **Rothschilds** verwalten und vermehren ihr Kapital seit mehr als zwei Jahrhunderten.
Der Glaube, dass Erben das Erbe verschwenden, ist etwas Mythos. Es gibt Ausnahmen, aber in der Regel bleibt das Vermögen erhalten und wächst sogar. Dafür gibt es Instrumente wie **Family Offices**, Strukturen, die das Familienvermögen verwalten, und **Trusts**, Rechtskonstrukte, mit denen sich Vermögen schützen und die Nachfolge regeln lässt. Das sind keine neuen Erfindungen: Sie folgen einer sehr alten Logik.
## Der soziale Aufstieg hat konkrete Namen
Um die familiäre Dynamik zu ändern, muss man kein historischer Magnat sein. Ein Dermatologe mit eigener Praxis, dessen Eltern keine Ärzte waren, ein Informatiker bei einem großen Tech-Konzern, ein Spitzensportler wie **Messi** oder **Cristóbal** — Entschuldigung, **Cristiano Ronaldo** — oder ein junger Mensch, der in Luxemburg **10.000 Euro netto im Monat** verdient: Das sind alles Fälle von Menschen, die die Decke ihrer Herkunft durchbrochen haben. Ihre Kinder starten bereits von einer anderen Position.
Selbst ein Beamtenpaar in der Provinz, das diese Niveaus nicht erreicht, prädisponiert seine Nachkommen, höher hinauszufliegen. Manche beobachten deutliche Unterschiede zwischen Kindern von Beamten und Kindern von Nichtbeamten im provinziellen Umfeld. Entscheidend ist nicht der absolute Betrag, sondern der Sprung in der sozialen Position, der innerhalb einer einzigen Generation gelingt.
## Geld als Glaube hat ein Kleingedrucktes
Das Geld als einzige wahre Religion darzustellen, ist eine Provokation mit teilweiser Berechtigung. Es stimmt, dass Reichtum den Zugang zu Wohnraum, Bildung und Beziehungen bestimmt und dass große Vermögen dazu neigen, sich zu vererben. Es stimmt auch, dass Religionen oft Resignation angesichts der Armut gepredigt haben.
Doch die historische Evidenz zeigt etwas anderes: Vermögen gehen auch durch Kriege, Inflation, Steuern und falsche Entscheidungen verloren. **Trusts** und **Family Offices** existieren gerade deshalb, weil Kontinuität nicht garantiert ist. Und wer den Sinn des Lebens auf das Anhäufen von Vermögen reduziert, lässt alles aus, was sich nicht in Euro messen lässt. Als Hypothese darüber, wie der soziale Aufstieg funktioniert, ist die These reizvoll. Als Religion hat sie dieselben Probleme wie alle anderen: Sie verspricht etwas, das nicht immer eingelöst wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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