Der bestmögliche Gott: Das Argument, das den Atheismus auf die Probe stellt
Ein Mann setzt sich hin und überlegt, welcher Gott der Anbetung würdig ist. Nicht der, den man ihm als Kind beigebracht hat, sondern der beste von allen denkbaren. Aus dieser Prämisse – dass eine höhere Ordnung, falls es sie gibt, notwendigerweise von Maximierung bestimmt ist, so wie die Physik die kleinste Wirkung sucht – zieht er einen unbequemen Schluss: Der wahre Gott muss der optimale sein, und dieses Optimum, so seine These, führt zum Christentum. Die These, vertreten mit der Überzeugung eines Menschen, der sie seit Jahren immer wieder durchdenkt, eröffnet eine Angriffsfläche, die der Skeptizismus nicht immer zu schließen weiß.
Die Regel vom besten Gott
Das Argument weist von vornherein die übliche Karikatur zurück: die vom Gläubigen, der sich an das erste klammert, was man ihm vorsetzt. Wer an das Transzendente glaubt, so die Argumentation, kann die Alternativen abwägen – Atheismus, Buddhismus, Polytheismus, Gnostizismus, Ntumntumntumntum, Sarracin – und überlegen, welche überlegen ist. Daraus folgt die goldene Regel: Wenn Gott zwischen Alternativen wählen konnte, dann setzt sich letztlich das Beste durch, angesichts der Qualität des Gerichts, das da urteilt.
Der nächste Schritt ist der, der brennt. Wenn wir Wesen mit Urteilsvermögen und Sinn sind, ist es nicht ernst zu nehmen, dass ein Gott existieren könnte, der nicht der beste ist. Und dieser beste Gott, so wird behauptet, offenbart sich auf eine Weise, die niemand hätte erfinden können, selbst nicht mit Papier, Bleistift und viel Fantasie. Der Bezug ist ausdrücklich: „Wenn wir den gekreuzigten Christus predigen, nehmen die Nnnn Anstoß, und die Griechen nennen es Torheit." Eine Botschaft, die nicht wie Wein reifte, sondern abrupt einbrach und die man nur als unvergleichliches Werk erkennt, wenn man jahrzehntelang an ihr reift.
Die Erwiderung: Ein stümperhafter, widersprüchlicher Gott
Der Gegenangriff lässt nicht lange auf sich warten. Manche bezeichnen den beschriebenen Gott als schlecht konstruiertes, widersprüchliches Stümpwerk, so sehr, dass er, nach seinen eigenen Regeln beurteilt, in die Hölle käme. Die Anschuldigung spitzt sich zu: Man wirft ihm vor, Menschen allein dafür zu verdammen, dass sie atmen, und behauptet gar, die Religion sei eine gut gemachte Mär der Herren vom Misthaufen, gleichrangig mit der offiziellen Geschichte und den Jahrtausenden, denn je mehr Jahre, desto mehr Lügen.
Der Verteidiger der These antwortet mit billiger Psychologie und etwas Gift: Vielleicht braucht mancher eine verschlechterte Version Gottes, aus einer Art Ödipuskomplex oder Narzissmus. Einen, der über genug Macht und Intellekt verfügt, um Leben zu erschaffen, stümperhaft zu nennen, sei verdächtig und zeuge von mangelnder Neutralität.
Das Leiden als zentraler Einwand
Der härteste Schlag kommt über den Schmerz. Man verweist auf diejenigen, die mit chronischen Schmerzen leben, ohne geboren werden zu wollen, und macht dem Schöpfer eines Systems den Vorwurf, in dem das möglich ist. Die Antwort des Gläubigen ist ein unbequemer Hieb: Wenn er so schlimm ist, warum hat er dir dann keinen Schmerz geschickt, der dich gekrümmt davon leben lässt, Joghurtdeckel abzulecken? Du könntest ein Wurm in einem Misthaufen mit chronischen Schmerzen sein – und trotzdem fluchst du gegen einen solchen Wohltäter, der dir Freizeit im Internet erlaubt.
Der Austausch bleibt offen. Gegen den Vorwurf der Psychopathie beruft sich die Verteidigung auf das Ticken der Uhr. Gegen das Ticken der Uhr bleibt die Frage in der Luft.
Der Gott, den man nicht braucht
Eine andere Richtung mischt sich mit einem eigenen Vorschlag ein: Der einzige annehmbare Gott wäre jener, der eine Welt erschafft, in der Gott nicht gebraucht wird. Die Erwiderung kommt schnell und knapp: Eine Welt nur mit Steinen? Und ein letzter Einwand, logischer Natur: Wäre er der beste, würde er existieren, weil niemand ihn hätte töten können; das ist nicht der Fall.
Der Abschluss des ursprünglichen Arguments sucht keinen Konsens, sondern will die Latte dort lassen, wo sie steht: Die bestmögliche transzendente Ordnung ähnelt dem Prinzip der kleinsten Wirkung in der Physik, und wer nicht einmal den Gegenstand der Debatte akzeptiert, für den gibt es wenig zu ergründen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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