Debatte über US- und spanische Hochschulen

Ein Professor vergleicht Campus, Musik und Nobelpreise; die Debatte umfasst ungeprüfte Zahlen und Beleidigungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Debatte über US- und spanische Hochschulen
Die bezahlte US-Hochschule versus die schleppende spanische

Ein spanischer Professor mit langjähriger Lehrerfahrung beschloss, seinen ehemaligen Schülern im Einschreibalter zu erklären, was sie erwartet. Er nutzte einen Rap-Song von Lil Wayne aus dem Jahr 2010, der später zum Hymne amerikanischer Campusse wurde, und eine schmerzhafte Vergleichsliste: Neugotische Campusse, Hörsäle in Mittelstädten, Marschkapellen und Stadien der Spitzenklasse gegenüber Fakultäten, die aus sowjetischen Nichts entstanden sind, und einem prominenten Absolventen namens Rodríguez Zapatero. Die Diagnose – „der Scheißdreck, den die spanische Universität ist“ – eröffnete eine Grube, die noch immer offen ist.

Was jedes System bietet und zu welchem Preis

Der Ausgangspunkt ist ökonomisch. Studiengebühren in den USA sind deutlich höher, und Befürworter des Modells argumentieren, dass die Mehrkosten sich in Einrichtungen, weltweit rekrutiertem Lehrpersonal und einer Liste von Alumni mit Nobelpreisen, Präsidenten und Olympiasiegern niederschlagen. Das häufigste Argument: Spanien stellt zwei oder drei Universitäten unter den Top 200 weltweit, während das US-System die Hälfte dieser Liste anführt, und das Uni-Stadion in einer mittleren Region des Südens bereits mit einem europäischen Top-Feld vergleichbar ist.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Manche erinnern daran, dass US-Studienkredite regelmäßig erlassen werden, und sehen darin eine soziale Zeitbombe. Auch die tatsächlichen Kosten für ein Studium in Spanien sind nicht null: Laut einer im Umlauf befindlichen Berechnung kostet jeder Student inklusive Gebühren und staatlicher Förderung etwa 6.000 Euro pro Jahr, und ein Fach wie Medizin schießt auf bis zu 20.000 Euro jährlich. Der billige Campus wird auch bezahlt, nur auf einem anderen Weg.

Der Nobelpreis als Maßstab und seine Fallstricke

Der Vergleich stützt sich auf Auszeichnungen. Spanien hat sieben Nobelpreise, fünf davon in Literatur; der letzte technische Preis ging 1959 an Severo Ochoa. Italien, mit weniger Einwohnern, zählt 21 Preise und hat in zwei Jahrzehnten drei technische Preise erhalten. Die Daten sind erschütternd, aber es gibt Einwände: Die Komitees vergeben mit anglo-germanischem Bias, Landsleute in der Jury helfen, und ein Land, das halb Europa und halb Asiens qualifizierte Talente zur Einbürgerung holt, konkurriert nicht unter gleichen Bedingungen.

Ist die spanische Hochschule ein Nest für Vetternwirtschaft?

Ja, hierin stimmen fast alle Stimmen überein, auch die Verteidiger des US-Modells. Die spanische Akademie funktioniert wie ein endogames Zirkuszelt: Kinder von, Partner von, Insider, Stipendiaten, die für Hungerlöhne arbeiten und auf eine Stelle warten, die oft nie kommt. Abteilungen wiederholen jahrelang dieselben Inhalte, Weiterbildung fehlt, und Fördermittel für Forschung und Entwicklung werden zwischen unmöglichen Projekten von Verwandten verteilt. Auch im angelsächsischen Raum gibt es Vetternwirtschaft – sogar mit eigenem Wikipedia-Eintrag –, aber dort wirkt sie am Eingang zur Universität, nicht bei der Vergabe öffentlicher Stellen.

Das System, das Köpfe importiert, und das, das sie exportiert

Die andere Seite der Medaille ist die Zusammensetzung der Studierendenschaft. Technische Abteilungen in den USA füllen sich mit asiatischen Studierenden, während lokale Studenten rar sind, und ein Großteil des Prestiges ruht auf importiertem Talent. Die Grund- und Sekundarschulbildung jenes Landes hätte durch ihr umfassendes Modell Anstrengung und Beständigkeit verwässert. Das Ergebnis ist ein Elitesystem, das von außen gestützt wird, während die Basis innen bröckelt.

Was bleibt, wenn die Marschkapelle verstummt

Das Endergebnis des Austauschs ist für beide Lager unbequem. Die Befürworter des US-Modells haben recht bei Einrichtungen, Talentakquise und früher Berufsfähigkeit: Man geht mit Schulden raus, betritt aber den Markt mit 25 und hat mit 30 Haus und Kinder. Die Kritiker haben recht bei den Schulden, beim Brain Drain und der Tatsache, dass der Glanz des Campus die Grundbildung nicht repariert. Und in Spanien koexistiert der billige Abschluss mit Arbeitslosigkeit, Gehältern auf rumänischem Niveau und dem höchsten Alter für Selbstständigkeit in Europa. Der Vergleich stockt genau dort: Niemand hat bisher bewiesen, dass man Campus, Kapelle und Nobelpreis haben kann, ohne die Rechnung anderswo zu zahlen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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