Das Video, das Hyperüberwachung und Social Engineering voraus sagte

Ein seit Jahren kursierendes Video sagte die digitale Hyperüberwachung und Social Engineering voraus. Die Debatte dreht sich darum, wie viel davon stimmte und wer wirklich die Fäden zieht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Video, das die Welt von heute beschrieb

Ein Video, das seit Jahren kursiert, kehrt immer wieder in die Aktualität zurück, sobald die Realität zuschlägt. Was damals als futuristische Dystopie daherkam — Kameras überall, Gesichtserkennung, Social Credit, Gesundheitskontrolle — liest sich heute, so diejenigen, die es in der Debatte verteidigen, wie eine Anleitung, die Punkt für Punkt umgesetzt wird. Nicht die Frage, ob das Video clever war, steht zur Debatte, sondern wie viel von dem, was es ankündigte, bereits eingetreten ist.

Die Zusammenfassung, die sich in der Diskussion durchgesetzt hat, reduziert alles auf drei Blöcke: digitale Hyperüberwachung, gerechtfertigt mit Sicherheit oder öffentlicher Gesundheit, massives Social Engineering — Neudefinition der Familie, Sensual von Kindern, Transhumanismus — als Werkzeug der Entwurzelung, und eine Wirtschaftselite, die den Prozess von außerhalb des staatlichen Rahmens vorantreibt. Um den dritten Punkt entzünden sich die Streitereien.

Was das Video richtig vorhersagte und wo es irrte

Die Treffsicherheit in technischen Fragen lässt sich kaum bestreiten, so die Teilnehmer. Kameras, Gesichtserkennung und Bürgerbewertungssysteme sind längst keine Science-Fiction mehr, sondern haben sich — zuerst unter dem Vorwand der Sicherheit, dann der Gesundheitskrise — im Alltag eingenistet. Da hat das Video die Windrichtung exakt getroffen.

Mit den regionalen Kriegen sieht es anders aus. Das Video verortete sie in Afrika; die Realität hat sie in die Ukraine und in den Bogen des Nahen Ostens verlegt, so ein Teilnehmer. Auch bei der Zeitrechnung lag es falsch: Die Ereignisse folgten nicht dem geplanten Kalender, sie verzögerten sich und beschleunigten sich ruckartig. Das eine ist der Plan, das andere seine Umsetzung, wie ein Beitrag zusammenfasst: Die Pläne lagen seit Jahrzehnten auf dem Tisch, aber ihre Ausführung hängt von den Umständen ab.

Am meisten gestritten wird über den Kontrollmechanismus. Gegen den Untermikrochip halten manche, das Zeichen werde genetisch sein, unmöglich zu entfernen oder zu fälschen, und die Massenimpfkampagne habe als Testfeld für diese Art von Technologie gedient. Es ist eine Hypothese, die ohne Belege kursiert und als das behandelt werden sollte, was sie ist: ein Verdacht, keine Tatsache.

Der Staat als Opfer: die unbequeme Kritik

Der unbequemste Einwand richtet sich nicht gegen das Video, sondern gegen die, die es feiern. Wenn alles das Werk verborgener Mächte ist, bleibt der Staat automatisch schuldlos und wird zum Opfer höherer Kräfte erklärt, so diese Argumentation. Es ist derselbe Mechanismus, der der offiziellen Erzählung zugeschrieben wird, nur umgekehrt: In beiden Fällen kommt die konzentrierte Macht ungeschoren davon.

Das Gegenargument hat Zahlen auf seiner Seite. Von den hundert größten Volkswirtschaften der Welt sind mehr als die Hälfte Privatunternehmen, so eine Rechnung, die in der Debatte kursiert. Ein multinationaler Konzern antwortet vor keiner konkreten Rechtsordnung: Er produziert dort, wo Arbeitnehmerrechte fehlen, und tauscht den Vorstandsvorsitzenden aus, sobald der Skandal ihn erwischt, so die Vertreter dieser These. Demgegenüber bleibt die Enteignungsmacht des Staates auf einen Wirkungsradius beschränkt, der von den eigenen Grenzen gezogen wird — Grenzen, die er zudem überschreitet, wenn es ihm passt.

Die Schlussfolgerung, die sich durchsetzt, ist weniger episch, als sie klingt: Der Feind ist nicht einer, es sind zwei Seiten derselben Münze, so diese Strömung. Die nichtstaatliche Wirtschaftsmacht und der Staat teilen sich eine Struktur und befeuern sich gegenseitig. Gegen eine diffuse Elite zu mobilisieren ist unmöglich; das staatskapitalistische Paradigma abzubauen, sei die einzige echte Schützengrabenposition, so die Aussage.

Von Orwell bis zu den vedischen Schriften: die Liste der Propheten

Das Gespräch driftet bald zu den Klassikern ab. 1984 ist nach wie vor das Standardwerk: 1949 veröffentlicht, beschrieb es eine Welt totaler Überwachung, als in halb Europa Hunger herrschte und es kaum Strom gab, so ein Teilnehmer. Die Frage, die über allem schwebt, lautet, ob Orwell und Huxley Visionäre und Propheten waren oder einfach das Drehbuch schrieben, das bestimmte Machtgruppen beschlossen auszuführen.

Die Liste der Unheilsverkünder reicht weiter zurück. Manche führen hinduistische Schriften an, die über 4.000 Jahre alt sind, Erben noch älterer mündlicher Überlieferungen, die das Szenario bereits vorher sahen. Andere erinnern daran, dass man in den 90er-Jahren schon über diese Dinge sprach, was darauf hindeutet, dass der Plan lange existierte, bevor es Technologie zu seiner Umsetzung gab.

Das Problem bei so vielen Propheten ist der Bestätigungsfehler. Jeder Text, der nur ausreichend mehrdeutig ist, trifft am Ende irgendwann etwas. Was dieses Video auszeichnet, so seine Verteidiger, ist nicht die hellseherische Gabe, sondern die Konkretheit seiner technologischen Prognosen: Dort bleibt kein Spielraum für Interpretation.

Die Anekdote mit dem Arbeitskollegen

Die Szene wiederholt sich bei jedem Essen mit Freunden. Jemand zeigt einem Bekannten das Video, und die Antwort ist immer dieselbe: Verschwörungstheoretisches Zeug. Pandemien habe es immer gegeben, heißt es, und die Vogelgrippe 2014 wäre fast eine weitere gewesen. Das Argument hat seine Logik, bis man auf den Kalender schaut und feststellt, dass die Vogelgrippe keine ganzen Volkswirtschaften lahmlegte und keine Schulen monatelang schloss.

Das ist der blinde Fleck des militanten Skeptizismus, so die Kritiker dieser Haltung: Er verwechselt fehlende Beweise mit dem Fehlen eines Phänomens. Misstrauen gegenüber der offiziellen Erzählung befreit niemanden davon, auch von der alternativen Erzählung Strenge zu verlangen. Und umgekehrt.

Die Zahl, die verstört

Mit den Jahren kursiert das Video weiter, und jedes Mal, wenn es erwähnt wird, findet jemand eine neue Übereinstimmung. Vielleicht war es keine Prophezeiung. Vielleicht war es einfach der Bauplan eines Projekts, das seit Jahrzehnten lief, so die Verteidiger. Der Unterschied zwischen beidem ist im Grunde derselbe wie der zwischen dem Glauben, dass Macht unsichtbar ist, und der Feststellung, dass sie offen daliegt — nur auf zu viele Taschen verteilt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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