Das Leben ist Mist: Spaniens Ökonomie der Enttäuschung

Das Unbehagen, das durch die Gespräche zieht, hat eine materielle Grundlage: Prekarität, Ungleichheit und ein System, das wenige belohnt. Wir analysieren, warum das Leben so trostlos erscheint.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Leben ist Mist: die Enttäuschung, die in keiner Statistik auftaucht

Beim Mittagessen, in der Supermarktschlange oder im Büro driftet das Gespräch oft immer wieder zum selben Urteil ab: Das Leben ist Mist. Das ist kein jugendlicher Ausrutscher, sondern die schonungslose Formulierung eines Unbehagens, das Generationen und Klassen durchzieht. Die Diskussion stellt gnadenlos die gegeneinander, die noch etwas sehen, wofür sich das Kämpfen lohnt, diejenigen, die behaupten, niemand zwinge jemanden zu etwas, und jene, die sogar den Wunsch verloren haben, dass jemand den roten Knopf drückt.

Die Ökonomie des Überdrusses

Das Unbehagen ist nicht nur existenziell: Es hat eine materielle Grundlage. Wer in die Elite hineingeboren wird, bei einem IBEX-Unternehmen oder im öffentlichen Amt landet, für den "lohnt es sich". Für alle anderen — diejenigen, die sich in prekären Verhältnissen abrackern, Kinder großziehen und am Monatsende nicht reichen — kippt die Waage ins Nein. Der Kontrast zwischen dem "überglücklichen nationalen Kern" und der Forderung, sofort in Rente zu gehen, fasst die Spaltung zusammen.

Die andere Front: der Migrationsdruck

Am äußersten Ende des Unbehagens erscheint der klassische Sündenbock: jene, die nach Ceuta und Melilla kommen und die laut manchen "haben wollen, was du hast". Die Wahrnehmung, dass die Ressourcen unter den Neuankömmlingen aufgeteilt werden, während die Einheimischen absinken, nährt einen Diskurs, den die Daten nicht immer stützen. Aber die Wahrnehmung schmerzt, und was niemand sehen will, ist, dass die Prekarität strukturell ist, nicht importiert.

Und so endet das Gespräch, zwischen "Klammere dich ans Leben" und dem Geständnis, dass Suizid eine schrecklich komplizierte Sache ist, mit einem vernichtenden "Dein Leben ist Mist". Unmissverständlich. Wenn das Leben schon Mist ist, hat das Gespräch wenigstens dazu gedient, ein Unbehagen ans Licht zu bringen, das in den Wirtschaftsindikatoren nie auftaucht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver