Das Geschäft mit dem viralen Ruhm: von der Bar zum OnlyFans-Konto

Ein TikTok einer Kellnerin knackt die Million Aufrufe und löst eine wirtschaftliche Debatte aus: Lohnt sich Content Creation mehr als das Servieren von Getränken?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nach einem viralen TikTok deutet die Wirtschaftlichkeitsrechnung auf OnlyFans hin

Ein Video einer Kellnerin in einer Bar knackt auf TikTok die Million Aufrufe. Innerhalb weniger Stunden macht der Algorithmus aus einer unbekannten Arbeitnehmerin ein Phänomen. Die Reaktion in den sozialen Medien lässt nicht lange auf sich warten: Warum weiter Getränke servieren, wenn man mit der Erstellung von Inhalten für Erwachsene viel mehr verdienen kann? Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint. Dahinter steckt eine nüchterne ökonomische Analyse.

Die Gleichung der Viralität

Das zentrale Argument ist einfach: Eine junge, attraktive Frau mit gutem Erscheinungsbild – die zudem arbeitet, was als differenzierender Vorteil hervorgehoben wird – hält ein Gut in den Händen, für das der Creator-Markt gut bezahlt. Der Fall einer Radrennfahrerin wird erwähnt, die mit ihrem OnlyFans angeblich rund eine Million Euro eingenommen haben soll. Wenn sie mit – so das Argument – einem weniger günstigen Profil diese Zahl erreicht hat, wie viel könnte dann jemand mit größerer visueller Anziehungskraft und einem Video erzielen, das bereits mehr als eine Million Aufrufe gesammelt hat? Die Rechnung ist verlockend.

Die Opportunitätskosten eines klassischen Jobs

Das durchschnittliche Gehalt eines Kellners in Spanien liegt bei etwa 1.200 bis 1.500 Euro im Monat. Demgegenüber können die Zahlen, die Content-Creatorinnen auf Plattformen wie OnlyFans erzielen, diesen Betrag um das Zehn- oder Hundertfache übersteigen. Das Dilemma ist rein wirtschaftlicher Natur: Lohnt sich die Sicherheit eines Arbeitsvertrags gegenüber der Volatilität des digitalen Geschäfts? Wer die OnlyFans-Option befürwortet, hält dagegen, dass sich mit Klugheit und Strategie ein kurzer Ruhm in eine jahrelang andauernde Einnahmequelle umwandeln lässt. Die Skeptiker erinnern daran, dass Viralität flüchtig ist und der Markt gesättigt.

Aber das Video ist weiterhin da, mit seinen Millionen Abrufen. Und die Entscheidung läuft, wie in so vielen anderen Geschichten der digitalen Wirtschaft, auf eine einzige Variable hinaus: der Preis dafür, die Anonymität aufzugeben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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