Das Geschäft mit Dating-Apps: Sie funktionieren – für den Besitzer

Dating-Apps wollen nicht, dass du jemanden findest: Du bist der Köder. Der Algorithmus belohnt große Sportereignisse, und der Nutzer zahlt dafür, sich zu frustrieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Geschäft mit Dating-Apps: Sie funktionieren – für den Besitzer

Dating-Apps sind nicht darauf ausgelegt, dass du einen Partner findest, sondern darauf, dass du möglichst viel Zeit in der App verbringst. Der Algorithmus ist kein unparteiischer Amor: Er dosiert die Übereinstimmungen nach großen Sport- oder Kulturereignissen – spielt die spanische Nationalmannschaft ein wichtiges Spiel, schießen die Verbindungen in die Höhe. In der restlichen Zeit ist der Nutzer nur Köder, der bei der Stange gehalten und nebenbei zum Premium-Abo verleitet werden soll.

Der Algorithmus, der mit dir spielt

Die gesammelte Erfahrung langjähriger Nutzer zeigt ein Muster: An Spieltagen der spanischen Nationalmannschaft vervielfacht sich die Interaktion. In kaum zwei Stunden bekommt man mehr Kontakte als in einem ganzen Monat mit dem Gratis-Konto. Das ist kein Zufall: Die Unternehmen müssen die Nutzer binden, um sie zu monetarisieren – nicht, damit sie in einer festen Beziehung verschwinden. Es ist dasselbe Modell wie bei Wettbüros oder Social-Casino-Spielen: Das Produkt bist du.

Echte Profile, Bots und geschlechtsspezifische Verzerrungen

Neben der algorithmischen Manipulation sieht sich der Nutzer mit einem Ökosystem voller Fake-Profile (Bots) und einer unbequemen statistischen Realität konfrontiert: Frauen erhalten eine überwältigende Menge an Aufmerksamkeit, während die Mehrheit der Männer um einen kleinen Prozentsatz der weiblichen Profile konkurriert. Einige Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass die App am Ende ein Katalog ist, in dem die Frauen auswählen und alle anderen warten. Die Heterogenität des Angebots – einschließlich Profilen von transgender-Personen – ist ein weiterer Faktor, der bei Nutzern mit konkreten Vorstellungen Misstrauen weckt, auch wenn die dafür verwendeten Begriffe nicht immer respektvoll sind.

Profitabel – für wen?

Auf die Frage, ob Dating-Apps funktionieren, gibt es eine doppelte Antwort. Für den durchschnittlichen Nutzer ist die Erfolgsquote niedrig und erfordert Geduld, gute Fotos und ein gepflegtes Profil. Für die Eigentümer der Unternehmen funktionieren sie wunderbar: Während der Nutzer frustriert wird, kassiert die App. Die Prognose lautet, dass das Modell bestehen bleibt, solange keine Alternative auftaucht, die Ergebnisse über Bildschirmzeit stellt. Bis dahin ist die beste Strategie, die App taktisch zu nutzen: ohne zu zahlen, mit aktuellen Fotos und schnellen Vorschlägen für ein echtes Date. Wenn nach wenigen Wochen nichts herauskommt, lieber deinstallieren.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver